Die australische Mannschaft im Steckbrief

Péle, Seeler, Klose, Cahill!

Erst Syrien rausgeworfen, dann mit WM-Boykott gedroht: Wenn die Australier früh scheitern, war’s sicher Putin!

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Zahlen zum Team

FIFA-Rang: 40
WM-Teilnahmen: 5

Einwohner: 24 314 000

Noch eine Zahl zum Team
95 Minuten waren gespielt, als Australien 2006 gegen Italien den spätesten (und lächerlichsten) WM-Elfer ever kassierte.

Spitzname

Socceroos

Der Trainer

Die Quali glückte dem allseits bekannten Bert van Marwijk mit Saudi-Arabien. Weil man sich aber vertraglich ebenso entzweite wie Australien mit Ange Postecoglu, fährt Mark van Bommels Schwiegervater jetzt eben mit den Socceroos nach Russland. Um im Anschluss von Graham Arnold abgelöst zu werden.

Der Kapitän

Als Mile Jedinak zum ersten Mal in seiner Karriere den Platz während eines WM-Spiels betrat, lag Australien schon mit 0:4 zurück. Es war das erste Spiel bei der WM 2010, und Deutschland hatte Jedinaks Team regelrecht vorgeführt. Dieses Jahr braucht er sich aber keine Sorgen machen, dass die Kollegen das Spiel verbocken, ohne dass er etwas dagegen tun kann. Schließlich ist der Mittelfeldspieler von Aston Villa längst unumstrittener Stammspieler.  

Der Star

Neben Tim Cahill gehört Herthas Matthew Lecki mittlerweile zu den erfahrensten und wichtigsten Australiern. Und noch immer zu den schnellsten Spielern der Welt. Im Vollsprint erreicht er Geschwindigkeiten um die 34 km/h. Hätte er die nötige Ausdauer, könnte er innerhalb einer Stunde also von Berlin nach Potsdam rennen. Und wieder zurück. 


Stammtischwissen

250 000 Kilometer reisten die Australier, um über den Irak, Malaysia und Honduras
nach Russland zu kommen.

Die Anekdote

Bei der WM 1974 in Deutschland gelangte Manfred Schäfer zu einiger Berühmtheit. Der australische Nationalspieler hatte Bremer Wurzeln, was schon mal ein guter Aufhänger war. Deutlich faszinierender aber war die Tatsache, dass Schäfer im Hauptberuf Milchmann war. Bis zu 40 Kilometer am Tag schleppte er Flaschen durch die Landschaft, und warum auch immer, er tat es zu Fuß. Im Anschluss ging er dann trainieren. Was Schäfer und seinen Kollegen 1974 nicht glücken wollte, nämlich das erste WM-Tor für Australien, schaffte Tim Cahill 2006. Es ist nur eine von unzähligen Bestmarken, die der Mann mit dem schönen samoanischen Zweitnamen Filiga gesammelt hat, Rekordnationalspieler mit über 100 Einsätzen ist er auch. Am 10. Oktober 2017 schoss Cahill sein 50. Tor für die Socceroos, es war der Siegtreffer im entscheidenden Play-off gegen Syrien. Doch Legende hin, Legende her, Cahill wird nächstes Jahr 40, sein Platz im WM-Kader wackelte. Um Spielpraxis zu bekommen, wechselte er im Januar vom kommoden Melbourne ins vergleichsweise garstige Millwall, zweite englische Liga. Er will nach Pelé, Seeler und Klose der vierte Spieler werden, der in vier aufeinanderfolgenden WM-Turnieren trifft.