Die absurdesten Geschichten vom Transferendspurt

Realer Irrsinn

Real Madrid scheitert am Email-Versand, Kevin Prince Boateng fordert Fantasiesummen und Heung-Min Son droht eine Zwangspause. Es war ordentlich was los auf der Zielgeraden des Wechselwahsinns. 

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De Gea oder De Bleibter?
Die wahrscheinlich peinlichste Wechselpanne ereignete sich ausgerechnet zwischen den beiden größten Klubs der Welt: Real Madrid und Manchester United. Kurz vor Mitternacht – und damit vor Toreschluss in Spanien – einigten sich beide Vereine über einen spektakulären Torhütertausch. Der Spanier De Gea sollte für 40 Millionen Euro von United zu Real wechseln, obendrein sollte der Schweinsteiger-Klub noch Keylor Navas als kleines Schmankerl dazu bekommen. Doch dann ploppte um 0:01 Uhr die Nachricht auf, dass die benötigten Unterlagen nicht rechtzeitig beim spanischen Verband eingereicht wurden. Der Wechsel ist damit geplatzt. Fortan brodelte es in der Gerüchteküche, was denn alles schief gelaufen sein könnte. Unter anderem twitterte der spanische Journalist Manu Sanz: »Manchester United hat die Dokumente zur richtigen Zeit abgeschickt, aber Real Madrid konnte das Datenformat nicht öffnen.« Hier also nochmal De Geas Real-Engagement in Bildern:



Viel mehr zweite Liga
Der absolute Irrsin spielte sich dann aber doch mal wieder auf der Insel ab, wo der Zweitligist FC Burnley offenbar auf eine Geldader auf dem Trainingsgelände gestoßen ist. Die »Clarets« holten nämlich den No-Name Andre Gray vom Ligakonkurrenten FC Brentford. Der ist 24 Jahre alt und spielte vor zwei Jahren noch in der fünften Liga. In der Vorsaison erzielte er 16 Tore in 45 Zweiligaspielen. So viel zu den Fakten. Doch nun empfehlen wir euch, schnellstmöglich einen Sitzplatz einzunehmen und die Finger auf die Tastatur zu legen, denn wenn ihr gleich die Ablösesumme lest, die Burnley für Gray hingelegt hast, platzt euch die Halsschlagader. Bereit? Es waren 12,4 Millionen Euro. In Worten: Zwölf Komma Vier. In der zweiten englischen Liga. 

Das Transferflop-Triple
Den Award für das »Sitzfleisch der Transferperiode« bekommt auf jeden Fall Kevin Prince Boateng. Nachdem der Noch-Schalker zunächst wegen seiner Bildrechte und schließlich wegen Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation einen Wechsel platzen ließ, wollte sich nun der Schweizer Klub FC Sion am letzten Transfertag um den Ghanaer bemühen. Vor Ort kam es dann zum Eklat, weil der Klub die Gespräche mit Boateng abbrach und sich danach über die horrenden Gehaltsforderungen des Mittelfeldmannes echauffierte. Boateng bleibt also wohl Schalker. Nur gut, dass er gerade sein Abo für eine VIP-Loge in der Schalker Arena um ein Jahr verlängert hat. Ein Medizincheck war dafür übrigens nicht notwendig.

Never say Neves
Kennt ihr noch Thiago Neves? Ja, genau jener Brasilianer, der einst für neun Millionen Euro zum HSV wechselte, um zum Weltstar zu werden. Er scheiterte gnadenlos, machte nur sechs Spiele und flüchtete schließlich in seine Heimat. Fortan wechselte der Spielmacher seine Klubs wie andere ihre Unterhosen und landete schließlich 2013/14 zum zweiten Mal bei Al-Hilal Riad in Saudi Arabien, die tatsächlich noch sagenhafte sechs Millionen Euro Ablöse für den alternden Brasilianer hinblätterten. Doch wer glaubte, dass Neves damit im Spätherbst seiner Karriere angekommen war, wurde in diesem Sommer überrascht, denn da legte der Klub Al-Jazira Abu Dhabi satte elf Millionen Euro für den mittlerweile 30-Jährigen auf dem Tisch. Dessen Marktwert wird übrigens auf vier Millionen Euro eingeschätzt. Soll noch einer sagen, die Premier League werfe mit Geld um sich.