Die 5 besten UEFA-Cup-Endspiele aller Zeiten

»Ho visto Maradona«


1996/97 Schalke – Inter 1:0 / 0:1 / 4:1 n. EM


Sie schlugen Roda, sie schlugen Trabzon, sie schlugen Brügge sowieso, Valencia, Teneriffa, Inter Mailand das war die Show. Der Weg der Euro-Fighter zum sensationellen UEFA-Cup Erfolg ist längst Bestandteil der königsblauen Sangeskultur. Doch fassen kann so manch einer rund um Gelsenkirchen-Buer wohl bis heute nicht, dass die Mannschaft von Huub Stevens den Silberpott aus der Fußballhochglanzhochburg Mailand entführten. Wirkte der 1:0 Hinspiel-Erfolg schon wie ein Märchen, verkam das Rückspiel im Guiseppe-Meazza-Stadion vollkommen zur Fantasie-Veranstaltung. Ganze 85. Minuten bollwerkten sich Nemec, Linke, Eigenrauch, Büskens, Müller, Latal, De Kock, Thon, Wilmots, Max und Lehmann in ihren Tanzbereich fest, ehe Ivan Zamorano fünf Minuten vor dem Ende den Traum vom Titel ins Wanken brachte. Erst im Elfmeterschießen fand S04 seinen wahren Helden: Jens Lehmann wehrte zwei Strafstöße ab. Danach wurden aus den Knappen endgültig die »Euro Fighter«.

1988/89 SSC Neapel - VfB Stuttgart 2:1 / 3:3

Mehr als 80.000 Menschen wollten im Hinspiel im San Paolo nur einen sehen: Maurizio Gaudino, den Italo-Deutschen mit den Sandstrand-Augen. Nun ja, nicht ganz. Aber Stuttgarts Offensivmann zauberte schon nach 17 Minuten offene Münder in die Gesichter der Tifosi und sorgte für eine komfortable Ausgangsposition. Bis sich der griechische Schiedsrichter mit dem rassigen Namen Gerassimos Germanakos von Neapels Wunderkind Diego Maradona blenden ließ und nach dessen Handspiel auf Handelfmeter für Neapel entschied. Diego traf und kurz vor Schluss erhöhte der Brasilianer Careca sogar noch auf 2:1. Gaudino, die Haare eingeölt wie ein Surflehrer am Strand von Capri, war als Kenner der italienischen Sprache nach dem Schlusspfiff ein heiß begehrter Gesprächspartner. 13 Tage später war es erneut Maradona, der im Stuttgarter Neckar-Stadion verblüffte: Minutenlang hielt er zu »Life is life« der Heulbojen von »Opus« den Ball in die Luft und sorgte so ungewollt für eine der legendärsten Aufwärmstudien der Fußball-Geschichte. Scheinbar immer noch beeindruckt, lagen die Schwaben nach 62 Minuten schon chancenlos mit 1:3 zurück, ehe De Napoli per Eigentor und ein heute total unbekannter Mann namens Olaf Schmäler kurz vor dem Ende noch auf 3:3 ausgleichen konnten. Es half alles nichts, Maradona durfte den Cup stemmen und ganz Neapel das schönste Lied des Sommers anstimmen: »Oh mamma mamma mamma, oh mamma mamma mamma, sai perché mi batte el corazon, ho visto Maradona, ho visto Maradona, ué mammà, innamorato so'!!!«