Die 11FREUNDE-Rückrundenvorschau (1/3)

Die Sorgenkinder der Bundesliga

Freitag werden wir endlich von den Qualen der fußballfreien Zeit erlöst, denn die Bundesliga startet. Vorab werfen wir einen Blick auf den Zustand der Bundesligisten vor dem Rückrundenstart. Heute: Die Sorgenkinder der Bundesliga. Die 11FREUNDE-Rückrundenvorschau (1/3)

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH
Bundesliga: Platz 18
DFB-Pokal: ausgeschieden (Achtelfinale)

Transfers:

Es kamen: Mike Hanke (Hannover 96), Martin Stranzl (Spartak Moskau), Håvard Nordtveit (Arsenal London Reserve)
Es gingen: Jan-Ingwer Callsen-Bracker (FC Augsburg)

Das ist außerdem neu:
Nicht viel. Trainer Michael Frontzeck darf trotz der katastrophalen Bundesliga-Hinrunde mit rekordverdächtigen 47 Gegentreffern und dem Aus im DFB-Pokal bleiben. Vorbei scheint hingegen die Zeit des einstigen Gladbacher Hoffnungsträger Raul Bobadilla. Der Stürmer war bereits vor Ende der Bundesliga-Hinrunde wegen anhaltender Disziplinlosigkeit suspendiert worden.

11FREUNDE-Prognose:
Bei einigen Tests in der Winterpause machte Borussia Mönchengladbach zumindest keine schlechte Figur. Gegen den VFL Wolfsburg reichte es zu einem 0:0 und beim Wintercup in Düsseldorf holte Mönchengladbach den Titel und setzte sich dabei gegen den FC St. Pauli, den 1. FC Kaiserslautern und Fortuna Düsseldorf durch. Aber nur, wenn es Frontzeck mit dem erfahrenen Stranzl und Rückkehrer Brouwers endlich gelingt, die Abwehr zu stabilisieren, hat Borussia Mönchengladbach noch eine Chance in der Bundesliga zu bleiben Schließlich trennen die »Fohlen« schon sieben Punkte vom rettenden Ufer.

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VFB STUTTGART
Bundesliga: Platz 17
DFB-Pokal: ausgeschieden (Achtelfinale)

Transfers:
Es kam: Shinji Okazaki (Shimizu S-Pulse)
Es ging: Niemand

Das ist außerdem neu:
Bruno Labbadia. Der ehemalige »Pistolero von der Alm« stieß erst kurz vor Bundesliga-Rückrundenschluss zum VfB Stuttgart und hatte kaum Zeit seine Vorstellung von Fußball umzusetzen. Dass diese Vorstellung auch langfristig erfolgreich sein kann, muss er aber erst noch beweisen.

11FREUNDE-Prognose:
Von allen Abstiegskandidaten hat der VfB Stuttgart sicherlich den qualitativ besten Kader und in den letzten Jahren zudem gezeigt, dass der Klub im Stande ist, fantastische Rückrunden zu spielen. Ob Neuzugang Okazaki beim VfB Stuttgart aber ebenso gut einschlägt, wie Uchida auf Schalke oder gar Kagawa in Dortmund, steht natürlich in den Sternen. Entscheidend dürfte es aber sein, ob Bruno Labbadia seine erfolgsverwöhnte Mannschaft auf den Abstiegskampf in der Bundesliga einstellen kann. Wenn dies gelingt, wird er mit Spieler wie Cacau, Kuzmanovic oder Delpierre ziemlich sicher den Klassenerhalt erreichen, zumal der VfB Stuttgart im Pokalspiel gegen den FC Bayern (trotz einer 3:6-Niederlage) gezeigt hat, welches Potenzial die Schwaben haben.


1. FC KÖLN
Bundesliga: Platz 16
DFB-Pokal: ausgeschieden (Achtelfinale)

Transfers:
Es kamen: Michael Rensing (Vereinslos), Christian Eichner (1899 Hoffenheim), Tomoaki Makino (Sanfrecce Hiroshima), Slawomir Peszko (Lech Posen), Wilfried Sanou (Urawa Red Diamonds)
Es gingen: Faryd Mondragon (Philadelphia Union), Daniel Brosinski (SV Wehen Wiesbaden)

Das ist außerdem neu:
Präsident Wolfgang Overath hat viel getan, um dafür zu sorgen, dass die Schere zwischen Anspruch und Realität beim 1. FC Köln nicht noch weiter auseinander driftet. Volker Finke bringt als neuer Sportdirektor dringend benötigtes Know-How in die operative Führungsebene des 1.FC Köln mit ein und vielleicht auch jene zusammenhängende Transferphilosophie, die seinem Vorgänger Michael Meier fehlte. Außerdem wurde Lukas Podolski von Trainer Frank Schäfer zum Kapitän ernannt. Mit Michael Rensing steht zudem ein neuer, unerfahrener Torwart zwischen den Bundesliga-Pfosten des FC.

11FREUNDE-Prognose
Mit Cheftrainer Frank Schäfer zeigte der unter Zvonimir Soldo scheintote 1.FC Köln gegen Ende der Bundesliga-Hinrunde eindeutige Lebenszeichen. Etwa beim 1:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Viele Fragezeichen bleiben jedoch. Kann Michael Rensing in seinem zweiten Anlauf als Bundesliga-Torwart das Stigma des Gescheiterten abschütteln? Schaffen Novakovic und Podolski es endlich zusammenzuspielen? Kann Neuzugang Peszko die ideenlose Offensive bundesligareif beleben? Gelingt all das, könnte dem 1. FC Köln der fünfte Abstieg der Bundesliga-Geschichte erspart bleiben.

FC ST. PAULI
Bundesliga: Platz 15
DFB-Pokal: ausgeschieden (1. Runde)

Transfers:
Es kamen: niemand
Es gingen: niemand

Das ist außerdem neu:
Nach außen hin nichts.Trainer Holger Stanislawski vertraut dem Kader, den er schon in der Bundesliga-Hinrunde zusammen hatte. Der FC St. Pauli blieb in der Vorbereitung in Hamburg und ackerte auf dem zumeist gefrorenen Boden an der Kollaustraße in aller Ruhe für eine bessere Torausbeute in der Bundesliga. Doch im inneren des Vereins knistert es: Erst die Niederlage im Rechtsstreit um die Merchandising-Rechte, dann gingen die Fans gegen die ausufernde Kommerzialisierung auf die Barrikaden. Zuletzt sorgten die Vorwürfe im Zusammenhang mit der Spielsucht des ehemaligen St. Paulianers René Schnitzler für Unruhe. Derzeit liegen graue Wolken über dem Bundesliga-Paradies am Millerntor.

11FREUNDE-Prognose: 
Für den FC St. Pauli wird der Klassenerhalt in der Bundesliga ein Kampf bis zur letzten Sekunde, denn auch in der Vorbereitung scheint die Offensivschwäche (nur 16 Tore in der Hinrunde) keinesfalls behoben worden zu sein. Zumindest vergeigten Asamoah, Ebbers und Co. beim Vorbereitungsturnier in Düsseldorf wieder Hochkaräter am Fließband. Kriegt Stani dieses Problem seiner Mannschaft nicht in den Griff, wird der FC St. Pauli automatisch nach unten rutschen uns ich am Ende in Liga zwei wieder finden.


WERDER BREMEN
Bundesliga: Platz 14
DFB-Pokal: ausgeschieden (2. Runde)
Champions League: ausgeschieden (Vorrunde)

Transfers:
Es kam: Denni Avdic (Elfsborg Boras)
Es ging: Hugo Almeida (Besiktas Istanbul)

Das ist außerdem neu:
Anscheinend geht es bei Werder doch noch schlechter als in der Bundesliga-Hinrunde. Werder Bremen präsentierte sich in den Testspielen desolat und unterlag erst gegen Zweitligist Duisburg (1:4) und dann dem in der türkischen Süperlig auf Platz 11 liegenden Eskisehirspor (1:3). Wie dünnhäutig man bei Werder derzeit ist, erkennt man an den Verbaleskalationen des Co-Trainer Hörnerbach, der einen Schiedsrichter mit »Du Vollidiot!« anging. Auch scheint Neuzugang Avdic noch kein Ersatz für  Almeida zu sein. Ganz im Gegenteil, der Schwede muss körperlich noch auf Bundesliga-Niveau gebracht werden. Einziger Lichtblick: Claudio Pizarro konnte die Vorbereitung verletzungsfrei absolvieren und gilt als Hoffnungsträger.

11FREUNDE-Prognose:
Sollte Werder Bremen die Undiszipliniertheiten im eigenen Kader (Frings gegen Pizarro, Allofs gegen die Mannschaft, Arnautovic gegen alle) nicht in den Griff bekommen, fährt die Kuschelwelt Werder in dieser Bundesliga-Saison mit Vollgas vor die Wand. Zu viele Krisenherde und noch viel schlimmer: Niemand scheint eine Lösung parat zu haben. Werder Bremen wird nicht absteigen, aber die Saison könnte zur absoluten Katastrophe werden an deren Ende vielleicht sogar die Ära Schaaf in Frage steht. Die Voraussagen von Klaus Allofs klingen für Werder Bremen Verhältnisse nahezu apokalyptisch: »Wir hätten gar nicht die Möglichkeit zu einer kompletten Umwälzung. Aber das wollen wir auch nicht. Es wird eine schwierige Bundesligasaison!« Tim Wiese ergänzt: »Wir werden mit dieser Mannschaft höchstens Zehnter, wenn überhaupt.« Na dann!


VFL WOLFSBURG
Bundesliga: Platz 13
DFB-Pokal: ausgeschieden (Achtelfinale)

Transfers:
Es kam: bisher niemand
Es ging: Edin Dzeko (Manchester City)

Das ist außerdem neu: 
Der VfL Wolfsburg ist der Gewinner der Wintervorbereitung – zumindest, was die Transferbilanz angeht. Aber durch den Verkauf von Edin Dzeko mag Wolfsburg zwar etwas für das Festgeldkonto getan haben, dummerweise ging dadurch aber auch der mit Abstand torgefährlichste Angreifer der Niedersachsen flöten. Nun liegt es an Trainer Steve McClaren ein neues Offensivkonzept zu entwickeln, verließ sich der VfL Wolfsburg in der Bundesliga-Hinrunde doch allzu häufig auf Dzeko. Große Namen werden als Nachfolger des Bosniers gehandelt, passiert ist aber noch nichts. Weitaus erfreulicher ist da die bevorstehende Debut von Arne Friedrich. Der Abwehrmann, der die komplette Hinrunde verletzt ausfiel, ist gleich mal zum Übergangskapitän der Wölfe gemacht worden.

11FREUNDE-Prognose:
Mit Wolfsburg ist zu rechnen. Trotz oder gerade wegen des Abgangs von Edin Dzeko wird der VfL in der Bundesliga-Rückrunde anders auftreten müssen. Wenn Dieter Hoeneß den Transfererlös sinnvoll in einen passenden Partner für Angreifer Grafite investiert, wird der VfL Wolfsburg sicher in der Bundesligatabelle nach oben klettern. Vielleicht reicht es sogar noch für den Kampf um die internationalen Plätze.