Die 11FREUNDE-Kurvenschau: Diese Themen beschäftigen die Fans

Fans positionieren sich: »50+1 bleibt!«

Über 1000 Fangruppen sprechen sich für den Erhalt der 50+1-Regel aus. Der DFB stellt eine Einigung beim Thema Fanutensilien in Aussicht. Und Mönchengladbach nimmt Abschied von einem Fan-Urgestein.

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Kurz vor der DFL-Mitgliederversammlung am 22. März, auf der das weitere Vorgehen in der Debatte um die 50+1-Regel festgelegt werden soll, hat sich eine breite Faninitiative zu Wort gemeldet. Die 50+1-Regel besagt, dass Investoren nicht die Stimmenmehrheit an einem Verein erlangen können. Nachdem Martin Kind, Präsident von Hannover 96, versucht hatte, die Regelung in Hannover zu kippen und seinen Antrag überraschend zurückzog, sprach sich das Präsidium der DFL für eine »ergebnisoffene Grundsatzdebatte« aus.

Die Initiative »50+1 bleibt!« ist jetzt mit mehr als 1000 Fangruppen als Erstunterzeichner in die Gegenoffensive getreten. Neben den Fangruppen haben auch Fanverbände wie »ProFans«, »Unsere Kurve«, »BAFF« und »Football Supporters Europe« unterzeichnet. Die Initiative argumentiert, dass der Wegfall oder eine weitere Lockerung der Regel den Fußball grundlegend verändern würde. Für die Fans würde der Fußball nicht besser werden und »seine gesellschaftliche Verantwortung nicht gestärkt«.

»Anstatt eine Grundsatzdebatte darüber zu starten, dass sich der Profifußball in vielen Aspekten immer mehr von der Lebensrealität der normalen Leute entfernt, wird die 50+1-Regel grundsätzlich in Frage gestellt«, heißt es in dem Statement der Initiative, die sich die 50+1-Regel nicht nehmen lassen will.


Pilotphase für Fanutensilien

»Freigabe aller Fanutensilien bundesweit - Jetzt!«, lautete im Januar die zentrale Forderung zahlreicher Ultragruppen, die sich als Protestbewegung unter dem Namen »Fanszenen Deutschlands« zusammengeschlossen hatten. Schon im Dezember vergangenen Jahres hatte sich die »AG Fankulturen«, eine Abteilung für Fanangelegenheiten innerhalb der Deutschen Fußball Liga (DFL), dafür ausgesprochen.

Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist nun auf diese Forderung eingegangen. In einer Pilotphase sollen die Vereine der ersten bis dritten Liga versuchen, die entsprechende Richtlinie umzusetzen. DFB-Präsident Reinhard Grindel, neuerdings auf Twitter aktiv, wünschte sich ein zeitnahes Gespräch mit den Fangruppen (#Fandialog):


Der Erfolg des Pilotprojekts hängt aber maßgeblich von den Vereinen ab, die sich in manchen Städten mit den örtlichen Ordnungs-und Sicherheitsbehörden über die Forderungen einigen müssten. So ist beispielsweise in Freiburg nicht der Sport-Club für die Stadionordnung verantwortlich, sondern die Stadt Freiburg als Ortspolizeibehörde.