Die 11FREUNDE-Kurvenschau: Diese Themen beschäftigen die Fans

Betrungge ins Joggeli!

Fans vom FC Basel protestieren betrunken gegen ein Ausschankverbot. Kurz darauf gehen die Lichter aus - im Stadion. In Düsseldorf will keine Euphorie aufkommen und in Hannover könnten Fans und Verein ins Gespräch kommen.

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Am vergangenen Samstag sollte im Baseler »Joggeli« der Klassiker zwischen dem FC Basel und FC Zürich stattfinden. Doch die Partie wird nicht angepfiffen. Die Mannschaften machen sich bereits warm, als um 18:24 Uhr plötzlich die Beleuchtung im Stadion erlischt. Es ist dunkel. Notstromaggregate beleuchten spärlich das Spielfeld, auch die Werbebande rund um das Spielfeld leuchtet noch. Die Fans spenden Handylicht, hinter dem Tor und im Gästeblock erhellen Bengalos die Ränge. Gegen 19:45 Uhr wird das Spiel schließlich abgesagt.



Das Spiel wurde von der Basler Kantonspolizei als Hochrisikospiel eingestuft und damit der Ausschank von Alkohol vor und im Stadion verboten. Die Fans aus der »Muttenzerkurve« waren davon wenig begeistert und riefen dazu auf, bereits möglichst betrunken ins Stadion zu kommen.

Und weil sich der Aufruf wie ein Gedicht liest, hier im Wortlaut: »Die alte, nid bewährte Pseudomassnahme wärde immer wieder vo neuem ussgrabe. Drmit sie nid Schuel mache, mien alli uffzaige, wie absurd das Alkoholverbot isch. Entgeege unserer sunschtige Haltig zu Dorfdisco-Mentalität riefe mir drzue uff, am Samschtig mögligscht betrungge ins Joggeli z ko. Parat aber au zum d Mannschaft mit aller Kraft voraaztriibe, vor allem wenns nid sött laufe wie gwünscht.« Bleibt zu hoffen, dass der Lichttechniker nicht am Umtrunk teilnahm.

Hannover 96 – Boykott und Podiumsdiskussion

Auf einem Treffen der Fanszene in Hannover wurde am vergangenen Freitag beschlossen, den Stimmungsboykott fortzusetzen. Das Online-Portal »96Freunde.de« berichtet von etwa 700 Teilnehmern, die sich deutlich für einen stillen Boykott aussprachen. Auf Pöbeleien und Gesänge gegen den Präsidenten Martin Kind, wie sie beim vergangenen Heimspiel zu hören waren, solle verzichtet werden. Nachdem der Verein eine geplante Podiumsdiskussion mit den Fans absagte, entlud sich der Frust der Fans beim letzten Heimspiel. Begründet wurde die Absage mit Vorbehalten gegen drei der fünf vorgeschlagenen Fanvertreter. Die Fans einigten sich auf dem Treffen darauf, dem Verein anzubieten, die Diskussion nun ohne die drei Fanvertreter durchzuführen. Hannover 96 reagierte und sagte zu, in der kommenden Woche die Veranstaltung mit dem Fanbeirat zu planen.