Die 11FREUNDE-Kurvenschau: Diese Themen beschäftigen die Fans

Fans: Eine drohende Gefahr?

Zahlreiche Fankurven protestieren gegen ein neues Polizeigesetz, das Bundesverfassungsgericht urteilt über Stadionverbote und in München ist Stadtderby. Was diese Woche in Deutschlands Kurven wichtig ist.

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Neues Polizeigesetz in Bayern
In den Fankurven Bayerns wird schon seit mehreren Wochen gegen den Entwurf für ein neues Polizeigesetz protestiert. Der Entwurf soll noch in diesem Sommer durchgesetzt werden, darauf drängt die CSU. Diese hat aktuell noch die absolute Mehrheit im bayerischen Landtag, im Herbst wird neu gewählt. »Nein zum Polizeiaufgabengesetz« stand deshalb bei den vergangenen Heimspielen vor der Südkurve in der Münchener Arena.

Mit dem neuen Gesetz könnte die Polizei präventive Ermittlungen durchführen, auch wenn keine konkreten Hinweise auf eine Straftat vorliegen. Eine »drohende Gefahr« für kriminelle Taten würde reichen. Nicht nur die Fußballfans in Bayern sehen darin eine Bedrohung, deutschlandweit haben sich zahlreiche Fankurven positioniert. »Heute Bayern, morgen Deutschland – Polizeiaufgabengesetz stoppen!« hieß auf den Spruchbändern, unter anderem von Mönchengladbach, Stuttgart, Freiburg, Hertha BSC, Duisburg oder Braunschweig.

Es geht um ein gemeinsames Zeichen

Die Gruppierungen, die seit Beginn der Saison unter dem Namen »Fanszenen Deutschlands« immer wieder gemeinsame Aktionen durchführen, haben dazu auch eine Stellungnahme veröffentlicht. Sie befürchten, das Gesetz könne eine Signalwirkung auf andere Bundesländer haben. Sie fürchten auch, als Fußballfans selbst davon betroffen zu sein, weil in ihnen eine »drohende Gefahr« gesehen werden könnte. Das könnte dann Aufenthaltsverbote für potenzielle Gefährder bedeuten, aber auch angezapfte Telekommunikation (womit in der Vergangenheit sogar schon Fanprojekte zu kämpfen hatten) oder oder das Abfangen von Postsendungen.


Auch wenn sie als Fußballfans außerhalb Bayerns nur indirekt Einfluss auf deren Politik nehmen könnten, gehe es darum, ein gemeinsames Zeichen zu setzen. Das Thema sei »von zu großer Bedeutung und Signalwirkung, um es nur regional auszufechten«.

Proteste in Osnabrück
Die Osnabrücker Ultragruppe »Violet Crew« erneuert ihre Kritik an der aktuellen Geschäftsführung des VfL Osnabrück. Die Ziele, die 2013 bei der Ausgliederung der Fußballabteilung in eine Kapitalgesellschaft formuliert wurden, seien verfehlt worden. Der Vertrag mit dem aktuellen Geschäftsführer, Jürgen Wehlend, der Ende des Jahres ausläuft, solle deshalb nicht verlängert werden.

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, wollen sie beim letzten Heimspiel ein Zeichen setzen. In der 78. Spielminute wollen sie das Stadion verlassen und symbolisch auf der Geschäftsstelle ihre Dauer- und Tageskarten zurückgeben.