Die 11FREUNDE-Kurvenschau: Diese Themen beschäftigen die Fans

Love Football - Hate Sexism!

Nach dem sexuellen Übergriff im Gladbacher Sonderzug fordern Fanorganisationen ein Konzept gegen sexualisierte Gewalt. In Osnabrück wird der Geschäftsführer kritisiert und Magdeburg ist vermutlich immer noch besoffen. Stocknüchtern: Die 11FREUNDE-Kurvenschau.

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Nach dem Auswärtsspiel von Borussia Mönchengladbach bei Bayern München, am 14. April, kam es auf der Rückfahrt in der Toilette eines von Fans organisierten Sonderzugs zu einem sexuellen Übergriff auf eine 19-Jährige. Sie meldete sich nach der Tat bei ihren Eltern, daraufhin konnte sie von der Polizei bei einem Halt in der Nähe von Frankfurt abgeholt werden. Der mutmaßliche Täter (30 Jahre) wurde identifiziert, er trat nur zwei Tage nach dem Vorfall eine mehrmonatige Haftstrafe wegen Körperverletzung in einem anderen Fall an.

Das Netzwerk »F_in – Frauen im Fußball«, ein Zusammenschluss weiblicher Fußballfans, Fanprojekt-Mitarbeiterinnen, Wissenschaftlerinnen und Journalistinnen, meldete sich einige Tage nach dem Vorfall zu Wort. Sie fordern ein klares Konzept gegen sexualisierte Gewalt. Das öffentliche Interesse an dem Vorfall sei wichtig und begrüßenswert, jedoch sei es auch zu bedauern, dass erst so eine Tat den Anlass für eine öffentliche Diskussion gebe.

»F_in – Frauen im Fußball« kritisiert die Ignoranz von Organisationen, Fans und Vereinen gegenüber sexualisierter Gewalt und Sexismus im Fußballkontext. »Es fängt damit an, aufgrund des Geschlechts nicht ernstgenommen zu werden, geht über sexistische Beleidigungen, Gesänge, Spruchbänder, Werbung«, bis hin zu Anmachen und schließlich sexuellen Übergriffen, so das Netzwerk.

Die Interessengemeinschaft »Unsere Kurve« unterstützt die Stellungnahme. Es brauche ein Klima der Ächtung von sexueller Belästigung sowie Aufmerksamkeit und Grenzziehung: »Durch Aufklärung, Sensibilisierung und klare Positionierung.« Beide Organisationen beenden ihre Stellungnahmen mit der gleichen Botschaft: »Love Football – Hate Sexism!«


Aufstiegsfeier in Magdeburg

Als Schiedsrichter Patrick Ittrich am Samstag um kurz vor 16:00 Uhr die Pfeife in den Mund nahm, standen die Fans schon hinter der Bande bereit. Beim Abpfiff stürmten die Fans auf den Rasen. Der 1. FC Magdeburg – Europapokalsieger von 1974 – war zum ersten Mal in die zweite Bundesliga aufgestiegen.

Beim obligatorischen Einklatschen mit der Mannschaft schallte anschließend ein so lautes »Fußballclub Magdeburg« durch das Stadion, das nur erahnen lässt, wie viel der Aufstieg den Fans bedeutet.