Die 11FREUNDE-Kurvenschau: Diese Themen beschäftigen die Fans

Proteste gegen Polizeigesetz und Zensur in Hannover

»Nein zum Polizeiaufgabengesetz« hieß es am vergangenen Samstag auf einem Spruchband vor den Bayern-Fans auf der Südtribüne. Damit positionierten sich die Fans gegen den Entwurf für ein neues Polizeigesetz in Bayern. Es soll noch in diesem Sommer verabschiedet werden, dafür setzt sich die CSU ein. Im Herbst wird in Bayern gewählt, die Mehrheit der CSU im bayrischen Landtag könnte fallen.

Das Onlinemedium »netzpolitik.org« beschreibt das Polizeiaufgabengesetz als das »härteste Polizeigesetz seit 1945«. Mit diesem könnte die Polizei präventive Ermittlungen durchführen, auch wenn keine konkreten Hinweise auf eine Straftat vorliegen. Es reiche eine »drohende Gefahr« für kriminelle Taten. Damit könnten auch aktive Fußballfans in das Visier der Polizei geraten, schließlich stellt auch das Abbrennen von Pyrotechnik eine kriminelle Tat dar.


Auch die Gäste aus Dortmund positionierten sich mit einem Spruchband gegen das geplante Polizeigesetz: »Nein zum Polizeistaat – Gegen das PAG!«, war im Gästeblock zu lesen.

Zensur in Hannover

Wird die Meinungsfreiheit im Stadion von Hannover 96 eingeschränkt? Seit dem vorletzten Heimspiel müssen die Inhalte von Bannern, Transparenten und Spruchbändern 24 Stunden vor Anpfiff zur Genehmigung bei Hannover 96 angemeldet werden. Damit wolle der Verein »Diffamierungen, Beleidigungen oder diskreditierende Anspielungen« verhindern.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigte sich beim vergangenen Heimspiel gegen RB Leipzig. Der unabhängige Fandachverband »Rote Kurve« veröffentlichte eine Liste mit rund 40 Spruchbändern, die vom Verein abgelehnt wurden. Die Fans sehen darin eine »Zensur gegenüber der freien Meinungsäußerung im Stadion«.

Die Kritik auf den Spruchbändern richtete sich hauptsächlich gegen das Konstrukt RB Leipzig. Außerdem wurde auf die Entscheidung der DFL, die 50+1-Regel erhalten zu wollen, angespielt. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und wenn die strafrechtlich relevante Grenze überschritten wird, hört der Spaß auf. Aber Kritik muss ein Verein aushalten und zulassen. Und wer ein Spruchband mit der Aufschrift »Rettich schlägt Lauch« nicht ertragen kann, zeigt eher: Dass er ein Lauch ist.