Die 11FREUNDE-Kurvenschau: Diese Themen beschäftigen die Fans

»Für den Erhalt von 50+1«

In Hannover wird der Fußball zu Grabe getragen. Ein Benefizspiel in München und Zivilpolizisten mit Schusswaffe. Die »11FREUNDE-Kurvenschau« zeigt, was die Fans beschäftigt.

Dr. Andreas Hüttl

Am vergangenen Samstag protestierten zahlreiche Hannover-Fans »für den Erhalt von 50+1« und »Mitbestimmung im Verein«. Sie befürchten, dass Präsident Martin Kind schon bald die 50+1-Regel in Hannover kippen könnte. Dann hätte er endgültig alleine das Sagen und die Mitglieder keine Kontrolle über die ausgegliederte Profimannschaft.

An der Spitze der Demonstration wurde ein weißes Transparent mit der Aufschrift »Volkssport Fußball – Gestorben durch die DFL«, umgarnt von zwei schwarzen Kreuzen, präsentiert. Ein schwarzer Sarg, aus dem ein Fußball herausragte, wurde vor den Fans getragen, begleitet von einem als Tod verkleideten Fan. Unter lauten »Kind muss weg«-Sprechchören zogen die Fans in Richtung Stadion. Lokale Medien berichten von rund 1200 Fans, Teilnehmer schätzen die Anzahl auf etwa 2000.

Hoffnung sieht anders aus

Im Stadion setzte sich der Protest fort. Schon seit Beginn der Saison verzichten die Ultras auf akkustische und optische Unterstützung. Auf einem roten Plakat hieß es: »Hier ruht der Volkssport Fußball & die Mitbestimmung der Mitglieder! Gestorben unter der Last von Geld & Korruption. Ermordet von den Bonzen der DFL.« Hoffnung sieht anders aus.

Die »Interessengemeinschaft Pro Verein 1896« hat allerdings noch nicht aufgegeben. In einem rund 50 Seiten langen Schreiben, das 11FREUNDE vorliegt, an die DFL, den DFB und Vereinsvertreter der 36 Vereine in der DFL, legen sie ausführlich dar, warum der von Martin Kind gestellte Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung aus ihrer Sicht abzulehnen ist. In dem Schreiben werden erhebliche Zweifel daran geäußert, ob Kind den Verein seit mehr als 20 Jahren, ununterbrochen und in erheblichen Umfang gefördert hat.