Die 11FREUNDE-Blogschau

»Unser Ruf wird ruiniert«

Die Liga einmal von unten und einmal von oben betrachtet: Während einige Gladbacher als Chaoten das Image der eigenen Fans zerstören, tanzen einige Herthafans wie Chaoten im »Dieter-Style« durch die Disco. Die 11FREUNDE-Blogschau VfL Wolfsburg – Schalke 04 4:3 (2:1)

Blogundweiss
schreibt: »Auch die vermeintlich stärkste Abwehr der Liga kann die unwiderstehlichen Drei aus Wolfsburg nicht aufhalten. Respekt vor dieser Offensivleistung. Da kann sich Schalke nicht nur ein Stück, sondern ganze Klumpen von abschneiden. Der VfL hat verdient gewonnen und spielt jetzt um den Titel mit. Da kann der Felix sagen, was er will… «

Königsblog schreibt: »Eigentlich gibt es zwei ›Fairy Tales ’bout Schalke 04‹ in der Saison 2008/2009. In der einen wird über Schalke erzählt, dass es bei Standardsituationen stark sei. Wahr ist, dass nicht Schalke, sondern Christian Pander bei Standardsituationen stark ist. Und in der anderen wird eben erzählt, dass Schalke die beste Verteidigung hätte. Zählt man plump die Gegentore, mag man zu diesem Ergebnis kommen. Schaut man hin, nicht. Was Schalke an Großchancen zulässt ist beängstigend. Es liegt zu einem Großteil an Manuel Neuer, der in dieser Saison in der Liga seinesgleichen sucht, dass Schalke bislang nicht mehr Gegentore kassiert hat.«

11FREUNDE meint:
»Die unwiderstehlichen Drei aus Wolfsburg« - Wer sich auch nur ein bisschen mit dieser Stadt beschäftigt hat, weiß sofort: Entweder entstammt das einer VW-Werbebroschüre zu den drei neuesten Sondermodellen, oder es geht um Fußball. Aber wer ist gemeint? Dzeko, Grafite und Misimovic? Vielleicht Felix Magath? Oder die drei besten Spieler, die nie in Wolfsburg Fußball gespielt haben: D´Alessandro, Effenberg und Ivanauskas? Während wir diesem Rätsel mit Hilfe des Buchs »Der Da Vinci Code – entschlüsselt« auf den Grund gehen, lest ihr am besten weiter. Kann noch dauern.


1.FC Köln – Borussia Mönchengladbach 2:4 (0:2)

Samba-Köln
schreibt: »Der Rasen brannte! Aber nur wenn die Gladbacher drüber liefen. Es war einfach grausam dies zu sehen. Ich bin sicherlich kein Freund von pessimistischer Berichterstattung und Spielberichte. Ich sehe es lieber positiv. Aber nach dem heutigen Spiel bettelt der FC förmlich darum, dass man in den Kreis der Abstiegskandidaten wieder aufgenommen wird.«

Entscheidend is auf’m Platz 
schreibt: »Die Bekanntgabe des Karriereendes von Ümit Özat erweist sich im Nachhinein - auch wenn dahinter natürlich keinerlei Absicht steckte - als genialer Schachzug, um die Lage ein wenig zu entschärfen. Die Pfiffe aus dem Gästeblock sind jedoch so laut, dass ich erst nach einigen Minuten begreife, warum auf den Videoleinwänden weinende Kölner Fans gezeigt werden. Während der Schweigeminute für die Opfer des Häusereinsturzes in Köln und des Amoklaufs in Winnenden ertönen erneut Pfiffe aus unserem Block. Ein paar Kollegen arbeiten unermüdlich daran, einen Ruf zu ruinieren, der lange zu den besten aller Vereine gehörte.«

11FREUNDE meint:
Gestern, nach 18 stündiger Berieselung durch den Astro-Kanal ist uns die Erleuchtung gekommen, warum der FC eine so merkwürdige Saison spielt. Es liegt alles an Milivoje Novakovic - aber der folgt einfachen Regeln der Physik. Hier die Stationen seiner Form in Kürze: Fixstern - Roter Riese – Supernova - ???. Nur bei der letzten Station sind wir unsicher. Zur Auswahl stehen: Weißer Zwerg und Schwarzes Loch. Haben beim Astro-Kanal angerufen, aber die konnten mit »Aszendent Lukas Podolski« im Sternbild des Geißbocks nichts anfangen. Sind halt nur Hobby-Astrologen.


Hertha BSC Berlin – Bayer Leverkusen 1:0 (0:0)

Herthaunser schreibt: »Man stelle sich nur mal vor: Wie scheiße wäre das denn, wenn Pantelic all die Tore geschossen und all die Spiele für uns gewonnen hätte: ›Habe isch Hertha Meister gemacht, will isch Präsident für immer werde. Bin isch nischt arrogant.‹ Aber nein, bei allem Respekt vor seinen Geniestreichen: Pante braucht keiner, auch wenn Lulu ihm noch das ein oder andere Spielchen gönnen wird. Und dann empfehle ich einen Wechsel zu Schalke, die brauchen da unbedingt so einen, hehe. Und wir machen derweil den Dieter: ruhig mal den Hertha-Schal mitnehmen in die Disco, im Dieter-Style den Dancefloor entern und gucken, was passiert. In Köln machen die das auch, ich hab's gesehen! Und wie Sharky schon gesagt hat: Ick red' hier nich von so'n paar Piepeln! Allemann! Durchgedreht! Jetzt!«

11FREUNDE meint
: Wie sagte Andy Brehme, Silbenakrobat der ersten Stunde, einst so schön: »Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.« Was bisher vor allem im Abstiegskampf auftrat, wenn ganze Strafräume sich in Kläranlagen verwandelten, erfährt jetzt umgekehrt auch die Hertha. Alles klappt. Andrej Voronin könnte es sich im Liegestuhl im gegnerischen Strafraum bequem machen und sich den Zopf seiner Staatschefin Julija Tymoschenko flechten – er würde trotzdem seine Bude zum Sieg der Hertha machen. Und dabei auch noch klasse aussehen. Luca Toni beißt bei einer solchen Vorstellung vor Frust in seine Ohrschrauberhand.

VfL Bochum – FC Bayern München 0:3 (0:1)

Zum blauen Blog
schreibt: »Marcel Koller kugelte sich bei den ständigen Versuchen, sein Team per Zeichensprache von der ungebrochenen Existenz der gegnerischen Spielhälfte samt Tor zu überzeugen, beinahe die Schultern aus, aber wie schon häufiger in dieser Saison hatten seine Mannen alles andere im Sinn, als den Anweisungen des Trainers in irgendeiner Form Folge zu leisten.«

Fernglasfcb
schreibt: »Die Bayern sind wieder in der Spur, und die Hertha aus Berlin wird in den nächsten Wochen den heißen Atem der Bayern spüren dürfen. Ich bin sicher, - wenn wir weiterhin so konzentriert und beherzt spielen - dass der derzeit Tabellenführende aus der Hauptstadt bald ins Stolpern gerät, angesichts des Restprogramms.«

11FREUNDE meint: Es ist schon ärgerlich mit dieser Fußballberichterstattung. Die eigentlichen Sensationsmeldungen werden oft übersehen. »Rensing auf der Jagd nach Superrekorden« müsste die Überschrift in den Sportteilen der Nation lauten. Immerhin greift der selbsternannte Nationalheld nach den Sternen: Dem Hinrundenrekord mit drei Spielen ohne Gegentor! Unfassbar, zu was der menschliche Körper fähig ist…


Hannover 96 – Borussia Dortmund 4:4 (1:2)


Das Fanmagazin
schreibt: »Hannover 96 darf sich angesichts des zweifachen Rückstandes zwar als gefühlten Sieger wähnen, wirklich nachhaltigen Anlass zur Freude gibt dieses Spiel aber nicht. Bemerkenswert ist dabei auch noch einmal festzuhalten, dass keines der vier 96-Tore aus dem Spiel heraus erzielt wurden - es waren allesamt Standards.«

Any given Weekend
schreibt: »Ecke, Kopfball, Tor. Ecke…ääh…Tor. Freistoß, Kopfball, Tor. Elfmeter, Tor. Mehr braucht man zu den vier Gegentoren vom gestrigen Spiel nicht zu sagen, außer, dass der Elfer zum 4:4 fragwürdig war, da Subotic zuerst den Ball spielt und damit effektiv die Torchance vereitelt. Allerdings muss natürlich generell über das Abwehrverhalten, das Stellungsspiel bei Standards gesprochen werden. Das wurde vereinsintern auch schon vor dem Spiel gemacht; Jürgen Klopp zeigte nach eigenen Angaben acht Szenen mit Hannoveraner Frei- und Eckstößen, muss sich aber nun fühlen, als ob er gegen eine Wand geredet hätte.«

11FREUNDE meint:
Wenn die Dortmunder Spieler sich im Spiegel sehen, schlafen sie wahrscheinlich schon selbst ein. Auch wenn es ein 4:4 war – dreizehn Unentschieden in 24 Spielen ist schlicht und einfach laaaangweilig… Dann doch lieber wieder 18 Stunden Astro-TV.


Karlsruher SC – Arminia Bielefeld 0:1 (0:0)

Blog5
schreibt: »Die Steigerung von Not gegen Elend? Arminia gegen Franfurt. Die Steigerung von Arminia gegen Frankfurt? Karlsruhe gegen Arminia. Es war so schlimm, daß wir eine Todsünde begingen, indem wir auf Premiere-Konferenz umschalteten, um wenigstens ein paar Törchen sehen zu können. Ein paar Minuten später hieß es aus dem Off: »Tor in Karlsruhe!« Und wie das bei Premiere so ist: Es dauert ein paar lange Sekunden, bis das erste Bild auftaucht. […] Noch ein paar Sekunden banges Warten und dann sah man endlich jubelnde Blaue.«

11FREUNDE meint:
Achja, diese herrlichen 3-9 Sekunden bangen Wartens nach dem Torschrei bei Premiere. Gefühlt mal so lange wie ein Fahrt zum 500 Kilometer entfernten Auswärtsspiel, mal so kurz wie der Moment, in dem man merkt, dass man beim Torjubel das Bier irgendwie verloren hat. Der Zeitpunkt, in dem die Experten auf den Plan treten: »Dat is für Karlsruhe, sonst hätt er dat anners jesacht!« »Nö, dat is Bielefeld, er ist doch mit der Stimme so rauf!« »Das war sowieso Abseits, habt ihr nicht gehört, wie er gezögert hat?« »Ich sach euch: Hertha wird Meister!« »Muss nen Standard gewesen sein.« Und egal was passiert – Hulk Hogan himself hätte den Ball per dreifachem Rittberger ins Netz zirkeln können - zehn Sekunden später kommt die treffende Einschätzung: »Hab ich doch jesacht! Hat man jenau jehört!«

Eintracht Frankfurt – TSG Hoffenheim 1:1 (0:1)

Blog-G schreibt: »Ich wollte darüber schreiben. Wollte berichten, wie mir am Samstag auf dem Weg ins Stadion schon das erste mal das Kotzen hätte kommen können. Als ich sie sah, die Autos mit den Fanschals, auf denen ›1899‹ prangte, weiß auf blau, und die alle so steril und rein wirkten, als wären sie nicht nur frisch gewaschen sondern anschließend auch noch gebügelt worden, zuhause von Mutti. […] All das wäre vielleicht sogar geschrieben worden, hätte ich Worte gefunden für das, was ich am liebsten mit denen gemacht hätte, die vorgeben wegen Eintracht Frankfurt ins Stadion zu kommen, die nach 15 Minuten nichts besseres zu tun haben als die Ablöse des Trainers zu skandieren, immer wieder, unterbrochen nur vom Namen eines Ersatzspielers, der für all das herhalten muss, der arme Kerl, was diese Idioten nicht formulieren können, weil sie nicht mehr als eine Silbe am Stück aus ihrem Rachen raus bekommen. Ich hätte ihnen am liebsten die gebügelten Schals des Aufsteigers in die Mäuler geschoben an diesem Samstag. Auf das Ruhe eingekehrt wäre.«

Akademiker-Fanclub Hoffenheim schreibt: »Hoffenheim war, Frankfurt stand auf dem Platz. 7:0 betrug das Eckenverhältnis für 1899 nach einer halben Stunde, aber nach Toren nur 1:0 durch einen Heber von, nein: nicht Teber, Eduardo. Um das Kräfteverhältnis noch weiter zu verdeutlichen: Durch den Wiederanstoß kamen die Frankfurter das erste Mal in diesem Spiel über die Mittellinie. Leider blieb es nicht dabei.«

11FREUNDE meint: Da haben die Frankfurt-Fans ja wirklich noch mal Glück gehabt. Gegen einen Gegner wie Dortmund wären genügend Auswärtsfanschals im Stadion gewesen und die Jungs von Blog-G hätten jedem im Block was zu futtern gegeben. Alles nur wegen, nein: nicht Gunkel, sondern Funkel. Dabei kann doch niemand ernsthaft wollen, dass dieser Mann die Bundesliga verlässt. Sowohl sportlich als auch ästhetisch ein Verlust. Niemand trägt den Dreitagebart so überzeugend wie er! Wurde erst jüngst durch die halbseidene Imitation durch Thomas Schaaf bewiesen.


Werder Bremen – VfB Stuttgart 4:0 (1:0)


Werderblog schreibt: »Vorne lief es endlich mal wieder rund. […] Das Zusammenspiel zwischen Diego und Özil klappt auch immer besser. Nur schade, dass der Brasilianer den Deutsch-Türken nicht auch in der nächsten Saison auf die nächste Stufe bringen wird… Wie wertvoll dieses 4 zu 0 wirklich ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Da muss die Mannschaft auch gegen die vermeintlich Kleinen zeigen, dass sie ihr Selbstvertrauen zurückgewonnen hat.«

11FREUNDE meint: Die Liga hat den neuen FC Hollywood gefunden. Steuerhinterziehungsvorwürfe gegen den Top-Stürmer, ein zurückgetretener Präsident, Konten in Montevideo und auf den Kayman-Inseln, ein Mittelfeldstar mit Soap-tauglichen Privatleben. Wahnsinn. Lasst euch eines sagen, liebe Bremer. Trotz des 4:0-Siegs gegen Stuttgart – so einen Laden hält nur Ottmar Hitzfeld zusammen.


Hamburger SV – Energie Cottbus 2:0 (2:0)


Pleitegeiger
schreibt: »Nach dem Zwonull hätte man ja annehmen dürfen, daß der HSV das Ding lockerflockig nach Hause schaukelt. Dem war aber leider nicht so. Stattdessen wurde, wie Nedfuller so treffend twitterte, wieder der olle Herr Schlendrian eingewechselt. Ich wäre wirklich dafür, daß man den Herrn bald mal verkauft, ihn zu den Amateuren abschiebt oder ihn kaputt tritt. DER HAT IN UNSRER MANNSCHAFT NIX VERLOREN!!! Auch nicht, wenn man 2:0 zu Hause gegen Cottbus führt.«

11FREUNDE meint:
Der HSV ist wieder wer! Positives Torverhältnis (plus zwei). Sieg gegen Cottbus (plus zwei). Vorsprung auf Hoffenheim (plus zwei). Trainer mit dem kultigsten Kinn der Liga. Was für eine Saison.