Die 11Freunde-Blogschau

»Geh’ zum Psychiater!«

Die Schalker geben Kuranyi Ratschläge, die Bayern-Fans jammern trotz eines 4:1-Sieges, und in Frankfurt kratzt man sich verwundert am Kopf. Hat die Eintracht wirklich 4:0 gewonnen? Die Antwort gibt’s nur in der Blogschau. Die 11Freunde-Blogschau
Karlsruher SC – Borussia Dortmund 0:1

BlogC3 schreibt: »Das von Becker angekündigte aggressive Auftreten war nach spätestens 10 Minuten Geschichte. Wie so oft in den letzten Wochen zog sich die Mannschaft ohne Not in die eigene Hälfte zurück, wartete auf Aktionen des Gegners und bekam folgerichtig den frühen Gegentreffer. […] Es müssen jetzt sehr kurzfristig sportliche Erfolge her, sonst kann sich der Verein die gewünschten Verstärkungen in der Winterpause getrost sparen. […] Die ›leidige Systemdiskussion‹, für die Becker durch seine fehlende Flexibilität selbst verantwortlich ist, kann nur er selbst beenden. Indem er handelt. Sonst dürfte schon bald eine Trainerdiskussion ins Haus stehen.«

Schwatzgelb schreibt: »Nach 91 Minuten erlöste Herr Gagelmann dann die Schwarzgelben und stürzt Karlsruhe damit in tiefe Abstiegsdepressionen. Auf der anschließenden Pressekonferenz lagen die Nerven dann auch ein bisschen blank und einer der Pressevertreter legte sich mit Jürgen Klopp an. Der Pressemensch (aus dem Karlsruher Umfeld) betitelte den KSC bereits als Absteiger und fing sich damit eine kleine Standpauke von Jürgen Klopp ein, der zum einen die Grundeinstellung kritisierte und Ede Becker samt seiner Truppe in Schutz nahm. Eine feine Geste, für die sich Ede Becker am Ende seiner Spielanalyse bedankte.«

Anygivenweekend schreibt: »Das Spiel hätte 4:2 für den BVB oder 1:1 ausgehen können, vielleicht hätten die Gastgeber sogar noch gewonnen. Aber wahrscheinlich zeigt das Ergebnis ganz gut, wo beide Mannschaften gerade stehen. Die Schwarz-Gelben sind noch nicht kaltschnäuzig genug, so ein Spiel früher zu entscheiden, aber es gelingt ihnen doch, es über die Runden zu bringen. Und dem KSC trotz aller Mühe nicht, den Ball irgendwie reinzuhauen.«

11Freunde meint: Richtig, das Spiel hätte auch 4:2 oder 1:1 ausgehen können… oder auch 2:1 oder 0:0. Aber wie sagt man so schön: Der »hätte« steht im Stall und bringt der »vielleicht« das Heu. Oder um es mit Hermann Gerland zu halten: »Hätte, wenn und aber – alles nur blödes Gelaber.« Dortmund hat gewonnen, Karlsruhe steckt in der Krise. Punkt. Anders als todesmutige Investigativjournalisten aus Karlsruhe bezeichnen wir die Mannschaft von Ede Becker aber noch nicht als »Absteiger«. Den Konflikt mit Edes Papa Kloppo sparen wir uns lieber.


VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart 4:1

Hirngabel schreibt: »Nun ist es also soweit, der VfB und Armin Veh gehen ab sofort getrennte Wege, nachdem sich die Vereinsoberen heute morgen dazu entschieden haben, den Meistertrainer von 2007 zu beurlauben. Das Training werden von nun an Markus Babbel als Teamchef und der ehemalige Co-Trainer des VfB II, Rainer Widmayer, als Trainer übernehmen. […] Grundsätzlich kann ich das eigentlich nur begrüßen - schließlich habe ich die Trainerfrage schon in der vergangenen Woche nach dem Bielefeld-Spiel ausführlich besprochen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es mit Veh eigentlich nicht weitergehen kann.«

Angedacht
schreibt: »Offensichtlich hat das gestrige Spiel die Entscheidungsprozesse beim VfB deutlich beschleunigt, vielleicht auch in eine zuvor nicht ernsthaft erwogene Richtung gelenkt, nachdem man morgens noch an zahlreichen Stellen gelesen hatte, dass der Verein in der Winterpause über eine mögliche Vertragsverlängerung mit Veh entscheiden wolle.«

Abenteuer Fußball schreibt: »Veh selbst wird nach einer Verdauungsphase ein insgesamt positives Fazit seiner Tätigkeit in Stuttgart ziehen können und, sollte er wollen, nicht lange auf ein Angebot warten müssen, da er sich hier weiterentwickelt und so für höhere Weihen empfohlen hat, so dass er der Bundesliga wohl hoffentlich nicht allzu lange fern bleiben muss.«

11Freunde meint: Nach einer Verdauungsphase ein positives Fazit zu ziehen ist anscheinend eine Kunst, die VfB-Präsident Erwin Staudt und Manager Horst Heldt nicht beherrschen. Sonst hätten sie nicht in Zeiten der Finanzkrise für eine weitere Negativschlagzeile gesorgt. Vielleicht haben sie aber auch einfach nur keine Verdauungsphase mit ihrer Entscheidung gewartet, wer weiß. Doch anstatt uns an dieser Stelle mit dem Stoffwechsel der Entscheidungskräfte der Schwaben zu beschäftigen (fraglos auch ein Thema von unverzichtbarem journalistischen Wert), beteiligen wir uns gerne an der Diskussion für mögliche Nachfolger von Babbel und Widmayer. Um die Auswahl zu erleichtern, gehen wir nach dem Ausschlussverfahren vor. Folgende Trainer werden NICHT zum VfB wechseln: Arsène Wenger, Roberto Donadoni, Mario Basler und Udo Lattek. Bei Folgenden waren wir uns nicht sicher: Jürgen Klinsmann, Bernd Schuster.


FC Bayern München – Energie Cottbus 4:1

Breitnigge schreibt: »In einer Halbzeit 22 (in Worten zweiundzwanzig) Torschüsse abzugeben ist erneut ein neuer Bundesliga-Rekord - umso beschämender, dass er nur zu zwei mickrigen Toren gereicht hat. Lächerlich. […] Am Ende fehlen uns gegen Leverkusen drei Tore auf Platz 2. Drei Tore! Die hätten wir alleine in HZ1 noch locker schießen können. Oder allein Luca Toni hätte mit seinen 13(!) Torschüssen/Chancen uns hier helfen können. Allein. Er hat’s nicht. Was dafür spricht, dass er immer noch nicht der Alte ist.«

Fernglasfcb schreibt: »Natürlich kann man bei über dreißig Torschüssen nicht davon sprechen, dass die Bayern gestern zu wenig getan haben, aber die Torausbeute ist angesichts solch drückender Überlegenheit doch eher beschämend. Ärgerlich ist sie ohnehin, hätte doch der FCB gestern spielend an Bayer Leverkusen vorbeiziehen können - drei Törchen haben dazu gefehlt. Sind die Zeiten wirklich unwiderruflich vorbei in denen ein FCB 9:1 oder 8:1 gewinnen konnte? Es scheint so. Ich will ja nicht undankbar erscheinen, aber ein popliges 4:1 als Ausbeute solcher Überlegenheit, das war mir gestern einfach nicht genug.«

11Freunde meint: Zwar ist Luca Toni immer noch nicht der Alte, aber die Fans des FC Bayern anscheinend schon. Statt sich über einen sicheren Sieg und eine gute Ausgangsposition für die nächsten Spiele zu freuen, beklagen sie die geringe Torausbeute gegen die Lausitzer. Sind die Zeiten wirklich vorbei, in denen die NASA im Stadion anwesend sein musste, um verlässliche Angaben über die Höhe des Münchner Sieges geben zu können? Offensichtlich. Vorbei sind aber nicht jene Zeiten, in denen sich Fans der Roten einen steifen Nacken beim Blick nach oben holen. Immer noch stehen zwei Mannschaften vor den Torschusskanonen aus dem Süden. Selbst wenn die Bayern in einer Woche mit einem Sieg an Bayer Leverkusen vorbeiziehen – wie sehr die Fans ein Drei-Tore-Rückstand auf die Leverkusener sogar nach einem Sieg wurmt, dürfte jeden Leverkusen-Anhänger zu Tränen rühren.

FC Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach 3:1

Blogundweiss schreibt: » Ich habe Kuranyi bisher immer in Schutz genommen, aber die Leistung von gestern ging gar nicht. Nur, weil er beim 1:0 das Bein wegzieht und beim 2:0 ein Pass auch mal ankommt, dürfen diese Aussetzer vor dem Tor nicht mehr verziehen werden. Wie ich schon vor ein paar Wochen sagte: Kuranyi braucht Hilfe. Das ist Kopfsache. Ergo: Geh zum Psychiater! Das machen mittlerweile ne Menge Leute. Trau dich, Kevin. Ansonsten musst du auf die Bank. Punkt. Aus.«

Königsblog
schreibt: »Natürlich gab es noch einige Torszenen, aber aus Druckphasen entstanden sie nicht. Druck war keiner zu spüren, nirgendwo, in dieser zweiten Halbzeit, in der Borussia vielleicht nicht mehr machen konnte, in der Schalke eben gerne mit 3:1 gewinnen wollte, und in der sich diejenigen, die in der Nordkurve in der Mitte stehen, einem monotonen Singsang ergaben, den sie wohl ›Dauersupport‹ nennen möchten, der so aufregend war wie ein Adventssingen mit Roger Whittaker.«

Entscheidend is auf’m Platz
schreibt: »Mit dem Offensiv-Duo Baumjohann-Marin ist die Kreativität zurückgekehrt. Und wenn der monatelange Torasket Friend tatsächlich zu alter Stärke zurückfinden sollte, schrumpfen die Sorgenfalten gleich einmal um 50 Prozent. Da jedoch hinten weiterhin das Wir-können-gar-nicht-so-viele-Tore-schießen-wie-wir-kassieren-Prinzip Einzug hält, hätte selbst eine Botox-Kur ihre Probleme, die Stirn zur faltenfreien Zone zu machen […] Hans Meyer bescheinigte seinen Jungs im Sportstudio gewisse ›Potenzen‹ im Spiel mit dem Ball. In Bezug auf die Abwehrarbeit nahm er es zwar nicht in den Mund, aber es ist unumgänglich: War Schalke am Ball, präsentierte sich die Borussia schlichtweg ›impotent‹. Man könnte die Wortspielerei noch fortführen und feststellen, dass den Fohlen gerade in der Defensive einer mit ›Eiern‹ fehlte…«

11Freunde meint: Viagra-Hersteller dürfte es freuen: Die Impotenz geht um in Gelsenkirchen und Gladbach. Bei den einen klappts vorne nicht mehr so wie in jungen Jahren, andere haben hinten drin Probleme ihren Mann zu stehen. Helfen kann da nur: Ein Adventssingen der Gladbacher und Schalker Ultras mit Roger Whittaker und dem Psychiater von Kevin Kuranyi. Manchmal ist Fußball so einfach.


Eintracht Frankfurt – Hannover 96 4:0

Blog-G
schreibt: »Hannover war über gut sechzig Minuten die Mannschaft, die weitaus mehr Ballkontakte hatte, ohne allerdings allzu oft zwingend vor das bis zur Pause noch von Oka Nikolov gehütete Tor gelangen zu können. Erst nach dem 1:0 durch den besten Mann auf Seiten der Eintracht, den Griechen Nikos Liberopoulos, kam das Spiel in Fahrt und Frankfurt war die bessere Mannschaft. Das 2:0 durch Marco Russ per Kopf nach Lattentreffer von Fenin war die logische Konsequenz und der Halbzeitstand. Danach fand bis zur 83. Minute im Prinzip kein Spiel mehr statt.«

Sagna schreibt: »Heckings Aufgabe ist es, die Mannschaft zu stabilisieren und auf vernünftiges Niveau zu führen. Wenn er das nicht kann, muss ein anderer ran. Wäre bitter für 96, aber nicht zu ändern.«

11Freunde meint: Eintracht Frankfurt demonstriert den Bayern wie es geht, die Tordifferenz aufzubessern. Haben sich glatt den Gegentreffer gespart, der bei den Münchnern inzwischen lieb gewonnene Gewohnheit geworden ist. Nicht die einzige Überraschung der Partie, was nicht ohne Folgen bleiben konnte: Friedhelm Funkel soll sich Gerüchten zufolge nach Abpfiff eine schmerzhafte Gesichtsmuskelzerrung zugezogen haben. Er hatte versucht erleichtert zu lächeln. Die Verletztenliste der Eintracht wächst.


VfL Bochum – Hertha BSC Berlin 2:3

Zum blauen Blog
schreibt: »Mickrige 10 Punkte aus 14 Spielen und nur ein einziger Saisonsieg (der schlechteste Wert aller 18 Bundesligisten) stehen beim VfL aktuell zu Buche. Sicher, die Mannschaft ist intakt - zumindest irgendetwas in dieser Richtung. Egal wie aussichtslos der VfL aktuell auch ins Hintertreffen gerät, mangelndes Aufbäumen kann man der Mannschaft wahrlich nicht vorwerfen. Doch was läuft da nur schief, dass eine Mannschaft, die schon in der letzten Saison - glaubt man ihrem Trainer - eigentlich nur dann richtig gute Leistungen bringen konnte, wenn sie das sprichwörtliche ›Messer am Hals‹ spürte, mittlerweile offenbar ein ganzes Messerset an selbigem Körperteil benötigt? Denn sich in einem Spiel, das im Vorfeld von vielen als der Trendumkehrpunkt auserkoren wurde, erst nach einem 0:3(!) Rückstand zurückzumelden, ist schon mehr als bedenklich.«

Herthabsc.blogspot schreibt: »Zwei Halbzeiten, die mit dem Rücken zueinander standen und einen schönen Januskopf bildeten, also ein Spiel, das eigentlich zwei Spiele war. In der ersten Halbzeit konnte die Hertha ihr kühles, mit Recht immer häufiger als intelligent charakterisiertes, Kontrollspiel aufziehen, das dank einer zerstreuten gegnerischen Defensive zu drei Toren führte: Raffael, Kacar und Cicero machten bis zur Pause alles klar, was nach der Pause schnell wieder unklar wurde.«

Welt-Hertha-linke schreibt: » Was die mediale Präsenz angeht, spielt Hertha keine Rolle. Als Kandidat für die Herbstmeisterschaft werden auch nur Leverkusen, Hoffenheim und die Bayern genannt. Anerkennung für das Geleistete gibt es von medialer Seite also nicht. Ich tue mich mit Lob ja auch schwer. Befürchte ich doch chronisch das Unheil. Nun kann ich aber gar nicht mehr anders, als überwiegend positiv, fast schon überschwänglich über die Entwicklung der Saison zu schreiben.«

11Freunde meint: Nur um den medialen Zug anzustoßen: Hertha wird Herbstmeister. Die weiteren Meldungen: Der deutsche Philologenverband gab heute bekannt, Bochum-Trainer Marcel Koller die „Goldene Metapher 2008“ zu verleihen. In der Begründung der Jury heißt es: »Marcel Koller bereicherte den deutschen Sprachraum mit einem Bild, geprägt von interpretatorischer Finesse und dekonstruktivistischem Atavismus. Die Transformation eines brachial-bedrohlichen Akts der Gefährdung menschlichen Lebens hin zu einem euphemistischen Motivationsreizpunkt wird auf immer sein Verdienst sein.« Wir gratulieren.


1.FC Köln – TSG 1899 Hoffenheim 1:3

Südtribüne schreibt: »Michael Meier hat einen großen Kampf gesehen, Milivoje Novakovic sprach von einer bundesligauntauglichen Leistung. Recht haben beide. Das Spiel gegen Hoffenheim reiht sich nahtlos in die bisherigen Auftritte des FC ein: solide, zweikampfstark und gut organisiert in der Defensive, weitgehend planlos, langsam und unpräzise in der Offensive. […] Adil Chihi bot am Samstag eine absolute Nichtleistung, die sehr beeindruckend klar machte, warum er die letzten Wochen auf der Bank verbracht hat. Die älteren Herrschaften auf der Tribüne (ich und mein Sitznachbar) wollten ihm in der Pause ›rechts und links ein paar um die Ohren‹ geben. Das hätte vielleicht geholfen.«

Samba-Köln
schreibt: »Petit, Geromel, Kevin McK[enna]! Supernova oder Supermondi! Wir sind keine geniale spielerische Übermannschaft, wir sind besser! Wir sind der 1.FC Köln! Einzigartig! Wir stehen überraschenderweise im Mittelfeld der 1.Bundesliga! Ab und zu kommt die Euphorie bei uns Fans und auch bei den Spielern durch! Das ist vollkommen okay! Das gehört so! Das wollen wir so! Wir sind der 1.FC Köln! Du musst es so wollen, sonst geht es nicht! Und wir Kölner wollen es so! Von ganzem Herzen!«

Akademischer Fanclub Hoffenheim
schreibt: »Christoph Daum verdanken wir viele Worte. Ein Liebling ist ›Erinnerungsoptimismus‹, worunter er die Verklärung des Vergangenen verstand. Nach dem Spiel wartete er wieder mit vielen Worten auf, die auf eine Verklärung des Gegenwärtigen hindeuten, wobei wir nicht wissen, wie er diese nennt. Seine Suade würde irgendwie auch zu einer betrogenen Ehefrau passen: ›Hoffenheim gibt immer den Dorfverein ab, macht immer auf attraktiv, lieb und nett.‹ ›Das Saubermann-Image hat einen Fleck bekommen.‹ Angeblich hat unser Trainer und das weitere Bankpersonal den Schiedsrichter dazu verführt, einem Kölner Spieler die Rote Karte zu zeigen. Lassen wir das ebenso unkommentiert wie das Rudel Kölner Spieler, das sich um den Schiedsrichter bildete, bevor dieser Gustavo des Feldes verwies. […] Da ist wohl einer, genauer gesagt: 11 in seine/ihre eigene Adrenalin-Testosteron-Falle gefallen. Unsere Mannschaft war einfach schneller, konsequenter, ballsicherer, fitter, besser. Basta! Das - und nur das - erklärt den 3:1-Erfolg.«

11Freunde meint: Erschrocken nehmen wir zur Kenntnis, dass man ihm Rheinland anscheinend immer noch nicht vor Züchtigungsmaßnahmen der Stummfilmzeit zurückschreckt. Da kann Adil Chihi froh sein, das Stadion ohne glühende Backen verlassen zu haben. Aber wer weiß: Vielleicht denkt »Erinnerungsoptimist« Christoph Daum ähnlich und legt die gesamte Mannschaft nach der Niederlage erst einmal übers Knie? Unwahrscheinlich, denn damit würde ja sein »Saubermann-Image« einen Fleck bekommen. Also doch wieder nur Motivationsglasscherben für die Kölner Spieler. Auch eine Form der subtilen Bestrafung.


Arminia Bielefeld – Bayer Leverkusen 2:1

Blog5 schreibt: » Warum gegen den Letzten oder Vorletzten gewinnen, wenn man doch gegen den Ersten gewinnen kann? Warum gegen Cottbus oder Gladbach ein mutiges, entschlossenes Spiel, wenn man das doch gegen Hamburg und Leverkusen haben kann? Das Schöne daran, daß die Jungs ihr Können lieber bei Spielen gegen papierformmäßig bessere Mannschaften zeigen, ist, daß das nächste Spiel in Hoffenheim ansteht und danach Dortmund kommt.«

Catenaccio
schreibt: »Endlich. Endlich bin ich wieder in meinem Element. Fan aus Mitleid. Mit den Leverkusenern des gestrigen Samstags kann man wieder feinstes Mitleid haben. Das oft beschriehene Loser-Gen schlägt wieder durch. Und es war die erste Niederlage der Saison, die wirklich voll und ganz verdient war.«

11Freunde meint: In Hoffenheim und Dortmund wird man sich nach dem Sieg Bielefelds warm anziehen. Wer weiß, vielleicht entscheiden die Arminen in diesem Jahr die Herbstmeisterschaft? Warum wir aber nach einer verdienten Niederlage Mitleid mit den Leverkusener haben sollen, verstehen wir nicht. Wir fühlen nichts. Könnte aber auch an der Kälte liegen, die tötet jede Emotion.



Hamburger SV – Werder Bremen 2:1

Pleitegeiger schreibt: »Es war kein überragendes Spiel vom HSV. Bremen war sicherlich streckenweise besser, stand aber auch zu zwölft aufm Platz. Guerrero hatte kurz vor knapp noch die Möglichkeit, das dreieins zu machen, tat mir aber leider nicht den Gefallen. So verbrachte ich die restlichen Spielminuten zitternd (nicht vor Kälte) und betend. Es war auch kein besonders schönes Spiel. Aber es war eines dieser Spiele, nach denen man wieder ganz genau weiß, weshalb man so viel Zeit, Geld und Nerven dafür opfert. Und verdammt nochmal, es war ein 2:1 im Nordderby… was will man mehr? […] Im Übrigen glaube ich langsam, daß ich einen Verehrer habe. Und zwar keinen geringeren als HSV-Kultmasseur und Maskottchen-Namensgeber Hermann Rieger. Hermann stand heute schon wieder bei mir im Block. Das ist doch langsam kein Zufall mehr! Wahrscheinlich bekomme ich demnächst in der Kurve ein Zettelchen zugesteckt… Willst Du mit mir jubeln? [ ] Ja [ ] Nein [ ] Vielleicht«

Werderblog
schreibt: »Das dies eines der schlechtesten Nordderbys aller Zeiten war, dürfte allen klar sein, dazu braucht man sich nicht einmal die Fehlpass-Statistiken beider Mannschaften anzuschauen. Endgültig besiegelte Olic mit einem wunderschönen Tor in den Winkel die Bremer Niederlage und darf sich mit Sicherheit auf das Tor des Monats freuen. Mindestens. Zumindest kann ich jetzt jeden Kölner verstehen, die so ein Ding ja auch von Almeida bekommen haben. So eine Niederlage schmerzt am Ende doppelt.«

11Freunde meint: Während die ehrenamtliche HSV-Okkultistin Pleitegeiger mit weiteren mysteriösen Zufällen aufwartet, zeigen sich die Nordmänner des Werderblogs gewohnt nüchtern. Nicht einmal der Akku-Wurf auf Kapitän Baumann wird erwähnt. Vielleicht ist das Nord-Derby doch nicht so hitzig, wie alle behaupten? Das lässt sich nur auf eine Art nachprüfen: Indem man das Spiel live und in Webfarben
nachliest.