Das volle Programm zur WM in Russland
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Die 11 größten Halbfinalspiele der WM-Geschichte

Ein Tränenmeer

Endlich Halbfinale! Endlich Crunchtime! Ein Blick in die Historie zeigt: Einige Halbfinal-Begegnungen haben WM-Geschichte geschrieben. 

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11. Argentinien - Belgien 2:0, 1986
Maradona gegen alle? Nein, ganz so eindeutig war es nicht, auch wenn das berühmte Foto von Steve Powell etwas anderes zeigt. Dort steht Maradona fünf abwartenden Belgiern gegenüber. Eine optische Täuschung, quasi, denn das Foto entsteht nur wenige Sekunden nach einer Ecke. Die ihn umringenden Belgier haben gerade noch die Mauer gebildet. Doch Maradona ist an diesem Abend nicht zu halten. In der zweiten Halbzeit schießt er ein Tor, das 2:0, ganz ähnlich wie sein Sololauf gegen England wenige Tage zuvor. Er sprintet los, lässt wieder fünf Belgier einfach hinter sich stehen, schießt ein. Es wird zum viertschönsten Tor der WM-Geschichte gewählt.

10. Frankreich - Kroatien 2:1, 1998
80.000 Zuschauer im Stade de France - und Davor Suker brachte sie alle zum Schweigen. »Wir sind locker ins Spiel gegangen, denn Frankreich hatte mehr zu verlieren. Hätten wir die Führung länger gehalten, wären wir als Sieger vom Platz gegangen«, sagte Zvonimir Soldo nach dem Spiel. Doch dazu sollte es nicht kommen. Lilian Thuram glich innerhalb einer Minute das Führungstor Sukers aus. Von der rechten Strafraumecke hatte er einen unhaltbaren Schuss abgefeuert. In der 69. Minute traf Thuram zum 2:1, angefeuert von 80.000, die ihre Stimmen wiedergefunden hatten. Der elegante Verteidiger und Rekordnationalspieler hatte zuvor nie für die L’equipe getroffen - und tat es nach dem Halbfinale auch nie wieder.

9. Italien - Österreich 1:0, 1934
»El Duce« Benito Mussolini hatte einen Plan, und darin war kein Platz für Österreicher. Italien sollte diese Heim-WM gewinnen. Bereits das Viertelfinale war massiv verschoben worden zugunsten des Gastgebers. Fortan setzte Mussolini aber noch einen drauf. Der schwedische Unparteiische Ivan Eklind wurde am Vorabend zum Dinner mit dem Diktator eingeladen. Tagsdrauf übersah er während des Siegtors, dass Giuseppe Meazza Torwart Peter Platzer mit einem Körperstoß über die Linie bugsiert hatte. Und als eine Flanke den bereitstehenden Karl Zischek zu finden drohte, köpfte Schiri Eklind den Ball persönlich weg. Insgesamt wurden vier reguläre Tore der Österreicher nicht anerkannt. Schiri Eklind durfte sogleich auch das Finale pfeifen.

8. Deutschland - Italien 0:2 n.V., 2006
So klar, wie es war, dass diese WM im eigenen Land den Deutschen zu einem neuen Nationalgefühl verhalf, so klar war auch: Diese Nationalmannschaft ist Italien unterlegen. Und trotzdem, es hätte reichen können. Die Uhr in der Verlängerung war schon fast abgelaufen, irgendwo bereitete sicher gerade jemand den Spickzettel für Jens Lehmann vor, damit er beim Elfmeterschießen ja wieder in die richtige Ecke springen würde. Da drückten die Italiener ein letztes Mal. Coach Marcello Lippi hatte drei Stürmer auf dem Platz, aber es war Linksverteidiger Fabio Grosso, der den Ball von rechts ins lange Eck schlenzte. Das Sommermärchen: vorbei. Del Pieros 2:0 ging da schon im Tränenmeer unter.