Die 11 des Spieltags (8)

Dirty Dancing

Norbert Meier zeigt die schönste Hebefigur seit 1987. Mario Gomez leistet Historisches. Und der HSV verfolgt einen teuflischen Plan. Wie immer mit dem Durchblick einer Nacktschnecke gesegnet: Die 11 des Spieltags.

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Norbert Meier
Für uns die schönste Szene des Spieltags. Ach was, die schönste Szene seit der Hebefigur aus »Dirty Dancing«. Wie Norbert Meier mit dem Anlauf einer Reinbeker Dampfwalze auf den vierten Offiziellen aufspringt, da seine Mannschaft den 2:1-Führungstreffer erzielte, das ist Rasen-Erotik pur. Ein Herzens-Feuerwerk der allerhöchsten Kategorie. Als hätte er mal eben die Bergwertung der Liebe gewonnen. Wer nicht spätestens nach dieser Szene Sympathiereserven für ihn bereithält, ist entweder schon tot oder Albert Streit. 

Kevin Volland
Platzverweis in der sechsten Minute. War damit so wertvoll für Hoffenheim, wie weite Teile der vergangenen Saison nicht. Manchmal ergeben Wechsel eben erst im Nachhinein so richtig Sinn. 

Sandro Wagner
Sandro Wagner zuzusehen ist ein großer Spaß. Nicht, weil er so toll Fußball spielen würde. Aber allein dieser Bart! Diese wilde Mischung aus D’Artagnan und Herr Laule, dem Kunstlehrer aus der Sekundarstufe eins, der seine Kunstwerke (»Elke III, Akt. Acryl auf Treibholz«) im Pausenraum der evangelischen Gemeinde Oberwesel auszustellen pflegt. Unverstanden von der Welt und der eigenen Hoffnung. Und dann trifft er auch noch, der Wagner-Sandro, diese Götterdämmerung aller Superstürmer. Der unumstrittene Stammspieler und Top-Torschütze des Tabellenvierten. Der Mann, für den das Einhorn-Emoji erfunden wurde.

Dario Lezcano
Doppelpack gegen Dortmund. Kann mal machen. Was auf keinen Fall für seine Frisur gilt.

Bruno Labbadia
Das Spiel des HSV  gegen Eintracht Frankfurt kannte vor allem einen Sieger - Bruno Labbadia. Womit sich so langsam der Verdacht erhärtet, die Beurlaubung des schönen Bruno wäre genau das — eine Auszeit. Damit sich der Retter von einst, der Hamburger des Jahres 2015, entspannt auf kommende Relegations-Wunder vorbereiten möge. Denn beim Bundesliga-Dino haben sie die Zeichen der Zeit längst erkannt: Fußball ist Unterhaltung! Und niemand hat gesagt, dass es gute Unterhaltung sein muss.