Die 11 des Spieltags (8)

Lasoggas Hattrick

Tolgay Arslan
Nicht nur, dass die Hamburger schwindelerregend hoch gewannen, sie erzielten auch wirklich schöne Tore. Den sahnigen Schlusspunkt auf die Hamburger Klatschentorte setzte übrigens Tolgay Arslan, der einen verunglückten Befreiungsschlag von Nürnbergs Keeper Rafael Schäfer kurzerhand direkt ins Tor wemmste – aus sage und schreibe 41 Metern.

Irgendetwas besonderes scheint Bert van Marwijk mit den Hamburgern gemacht zu haben, denn noch vor zwei Wochen, da sind wir uns sicher, hätte Arslan den Ball wahlweise zur Eckfahne gedroschen, vielleicht sogar zur eigenen, hätte sich beim Luftloch das Kreuzband gerissen oder einen Mitspieler bewusstlos gebolzt. Aber so ist das eben. Wenn es mal läuft, geht eben auch eine 40-Meter-Direktabnahme rein.

Pierre-Michel Lasogga
Als die Hertha kurz vor Transferschluss ihren aufstrebenden Jungstürmer nach Hamburg transferierte und im Gegenzug Per Skjelbred bekam, vermuteten wir zunächst, Michael Preetz habe es sich vor dem heimischen TV mit der Frauentausch-DVD bequem gemacht und sei dann im Laufe des gemütlichen Fernsehabends auf blöde Ideen gekommen. Mittlerweile aber hat sich der Fantasietausch als Win-Win-Situation erwiesen, denn Skjelbred belebt das Spiel der Hertha und Lasogga ochst höchst erfolgreich im HSV-Trikot durch die gegnerischen Strafräume. Schon gegen Frankfurt und im Pokal gegen Fürth netzte der im Körper eines Zuchtbullen gefangene Stürmer, nun legte er gegen Nürnberg einen Hattrick hinterher. Und gleich auch noch den fünftschnellsten der Bundesligageschichte. Gratulation.

Sascha Mölders
Einer, der Pierre-Michel Lasogga in Körperbau, Engagement und allgemeiner Büffelhaftigkeit sehr ähnlich ist, ist unser Redaktionsliebling Sascha Mölders. Nun verlor er zwar mit seinen tapferen Augsburgern gegen Schalke mit 1:4, aber immerhin zeigte Augsburgs Schlachtross mal wieder, warum er bei uns und allen anderen Freunden der harten, schweißigen Fußballarbeit so hoch im Kurs steht. Nicht nur, dass er seinen ersten Saisontreffer schmutzig ins Tor fluggrätschte, er bekam auch noch eine Kopfnuss, musste prompt getackert werden, spielte anschließend mit Turban weiter und mölderte bis zu seiner Auswechselung das Feld hoch und runter. Hätte man ihm einen Pflug um die Schultern gelegt, in Gelsenkirchen könnten sie im nächsten Frühjahr Kartoffeln ernten. Wir wischen uns ehrfürchtig Gras, Schweiß und Kreide aus dem Gesicht und sagen: Mehr Mölders geht nicht.

Adam Szalai
Dass es trotz all der aufopfernden Mölderei doch nicht wenigstens für einen Augsburger Punkt langte, lag auch an Adam Szalai. Der Ungar kam vor der Saison für stolze acht Millionen Euro aus Mainz und schickt sich derzeit an, der beste Ersatzstürmer der Liga zu werden. Natürlich hinter dem König aller Ersatzstürmer, Claudio Pizarro. Dass Szalai derart verlässlich trifft, ist allerdings auch unbedingt notwendig ist, bedenkt man, dass er keinen Geringeren als Klaas-Jan Huntelaar ersetzen muss.

Max Meyer
Auch nicht unbeteiligt am Schalker Sieg war Max Meyer. Der Bub ist erst vor kurzem 18 Jahre alt geworden aber anders als wir, die wir unsere Teenagerjahre damit verbrachten, mit Mopeds auf Schützenfeste zu fahren und Babalou hinter Dorfgemeinschaftshäuser zu erbrechen, verbringt Meyer seine Jugend damit, das neue Next Big Thing der Schalker Spielmacherschule zu sein.

Gegen Augsburg machte er nun sein erstes Bundesligator. Mit ein wenig Glück, als er sich durchsetzte, dafür aber umso cooler, als er schließlich vor Keeper Manninger auftauchte und den Ball trocken am Torwart vorbeischob. Glückwunsch dazu. Wer mit 18 schon so cool ist, kann sicherlich auch den Schützenfest-Babalou ablehnen, ohne dafür von anderen Halbstarken aufgezogen zu werden.

Mats Hummels
Tja, derzeit hat es Mats Hummels wahrlich nicht leicht. Mit eher mäßigen Leistungen in die Saison gestartet und in der Nationalelf auf die Bank verbannt, gab es zuletzt Schlagzeilen wegen eines DFB-kritischen Interviews des Dortmunder Schönlings. Am Samstag gegen Gladbach nun leitete Hummels die Niederlage seines BVB ein, indem er zehn Minuten vor Schluss den Rasen des Borussia-Parks per Grätsche mit Teilen von Havard Nordveits Sprunggelenk düngte. Hummels flog vom Platz, den fälligen Elfmeter verwandelte Kruse zum 1:0. Womit das Spiel, das die Dortmunder eigentlich fest in der Hand hatten, zugunsten der Gladbacher kippte. Kein guter Tag für Dortmunds Abwehrchef. Aber daran dürfte er sich ja in letzter Zeit gewöhnt haben.