Die 11 des Spieltags (6)

»I’m too sexy«

»Bravo Hits« in Gladbach, Rekordwoche in München und Chemtrails in Ingolstadt. Hat wie immer den Aluhut auf: unsere 11 des Spieltags.

imago

André Schubert
Gut, muss jeder selber wissen, was er mit seinem Leben macht, aber wir hätten die erfolgreiche Karriere mit Right Said Fred nicht unbedingt aufgegeben, nur um in Gladbach den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Für André Schubert indes scheint sich das Engagement als interimsmäßiger Favre-Nachfolger schon nach dem ersten Spiel gelohnt zu haben, bereits nach zwanzig Minuten führte sein Team mit 4:0 gegen überforderte Augsburger. Wenn die Spieler jetzt noch den »I’m too sexy«-Tanz an der Eckfahne einstudieren, sind wir versöhnt und schicken Schubert unsere »Bravo-Hits 7« zum Signieren auf die Geschäftsstelle.

Lewis Holtby / Pascal Groß
Ach, die Welt wäre ein besserer Ort, wenn die Leute ihre Konflikte endlich per Schere/Stein/Papier austragen würden. Wem gehört die Parklücke? - Schere/Stein/Papier. Italienisch oder Thai zu Mittag? – Schere/Stein/Papier. Eine große Industrienation will unter dem Vorwand der Massenvernichtungswaffen in ein weit entferntes, viel kleineres und ärmeres Land einrücken, um dort die Ressourcen auszubeuten, was tausende Tote und eine jahrzehntelange Destabilisierung der gesamten Region bedeuten würde, obwohl der Rest der Welt dass nicht will? – Schere/Stein/Papier. In diesem Sinne haben wir Lewis Holtby und Pascal Groß mal für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, da die beiden im Spiel Ingolstadt gegen den HSV eine Schiedsrichterball-Entscheidung schiedlich-friedlich mit Schere/Stein/Papier regelten. Ohne Brunnen, versteht sich.

Michael Gregoritsch
Matchwinner in Ingolstadt war indes der eingewechselte Michael Gregoritsch, der einen Freistoß derart in den Winkel schweißte, dass sich zur Stunde im Ingolstädter Stadion Chemtrail-Verschwörungstheoretiker versammeln, weil der Kondensstreifen des Balles noch immer in der Luft hängt. Kann das mit rechten Dingen zugehen? Werden wir etwa alle vergiftet, möglicherweise von Reptilienwesen, die im Innern der Erde leben und von Zombiehitler angeführt werden, im Auftrag der BRD GmbH zum Beispiel, zu der, streng genommen, ja auch die DFL gehört, und damit auch der HSV? Wir wissen es natürlich nicht, die da oben sagen ja nix und die Systempresse schweigt sich mal wieder aus, aber möglich wär’s. Sagt zumindest der Typ im Park ohne Schuhe, von dem wir den Aluhut haben. Gregoritsch selber sagte im Anschluss lediglich, er freue sich sehr. Klingt verdächtig, wenn man uns fragt.

Ramazan Özcan
Tja, an manchen Tagen schreibt sich diese Rubrik von selber. Etwa dann, wenn im Ingolstädter Tor mit Ramazan Özcan ein Keeper steht, der a) eine abgeschlossene Ausbildung zum Droschkenkutscher vorweisen kann, und b) angesprochenen Superfreistoß von seinem Landsmann Michael Gregoritsch schlucken muss. Aber bitte, lassen wir ihn selber zu Wort kommen: »Ich könnte ihm den Hals abreißen. Das habe ich ihm auch schon gesagt. Er hat immer so viel Glück mit seinem Schweineschuss da. Was die mittlerweile immer trainieren, diesen Cristiano-Ronaldo-Schuss, oder was auch immer das ist…« Wunderschön.