Die 11 des Spieltags (4)

Rekordmann Sandro Wagner

Sandro Wagner bricht Rekorde, René Adler muss zu seinem Angstgegner und der Videoschiri geht allen auf die Nerven. Vor allem: unserer 11 des Spieltags.

imago images

Sandro Wagner

Hoffenheims Sandro Wagner ist ja sowieso einer für spektakuläre Rekorde: Ungelenkigster Robot-Dance-Jubel, die wenigsten je vor den Mund genommenen Blätter, bester Stürmer der Fußballgeschichte, und und und. Nun hat sich Sandro Wagner ein weiteres Mal in die Annalen der Liga eingetragen, und zwar mit dem frühsten jemals erzielten Bundesligator. Um genau 13:36 Uhr traf Wagner zum 1:0 für Hoffenheim gegen Hertha. Möglich machte dies ein anderer Rekord, nämlich jener der beschissensten Idee der Ligageschichte: Spiele Sonntag mittags um 13:30 auszutragen.

VAR

Manchmal fragt man sich ja doch, was genau der Videoschiedsrichter in seinem Kölner Kabuff eigentlich so treibt: Mortadella-Scheiben auf eine an die Wand gesenfte Zielscheibe werfen? Eine Partie Schach gegen den Operator? Mit gezielten Fehlentscheidungen den eigenen Job sabotieren? Letzteres klappte am Sonntag beim Spiel zwischen Dortmund und Köln auf alle Fälle vorzüglich. Immerhin griff Video-Schiedsrichter Felix Brych ein in einer Situation, in der er stattdessen lieber eine weitere Wurstscheibe Richtung Bullseye hätte feuern sollen. Denn das Tor von Dortmunds Sokratis, das er beurteilte und am Ende gab, war nie gefallen. Vor-Ort-Schiedsrichter Ittrich hatte abgepfiffen, bevor der Ball die Linie überquerte. So regen sich nun die Kölner furchtbar auf über ein irreguläres Tor, Aki Watzke natürlich auch und dem Sportgericht steht eine interessante Entscheidung bevor. Immerhin, und deshalb bedanken wir uns an dieser Stelle beim VAR, können wir Dampfplauderer weiterhin diskutieren. Und müssen uns nicht mit anderen Fragen quälen. Ob es beispielsweise beim Mortadella-Werfen bald einen Video-Schiedsrichter geben sollte? Und ob der dann in seinem noch miefigeren Kabuff nicht zu abgelenkt wäre von der eigenen Schach-Partie gegen den Operator? Knifflig. 

Milos Vejlkovic

Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort, heißt es. Im Fall von Bremens Milos Veljkovic hieß der liebe Gott Lamine Sané, war sein eigener Mitspieler und bestrafte ihn mit einem beherzten Tritt vor die Stirn. Die kleine Sünde: Vejlkovic war ohne jede Not hochgestiegen, um per Kopf einen irrlichternden Ball aus dem eigenen Strafraum zu klären. Dumm nur, dass sein Abwehrchef Sané eine ähnliche Idee hatte, und - etwas angeberischer - per Fallrückzieher klären wollte. Statt Ball traf Sané also technisch perfekt und am höchsten Punkt den Schädel des armen Vejlkovic, der wiederum den Ball zwar klärte, allerdings ins eigene Tor. Was uns die Vermutung aufdrängt, dass sich Vejlkovic bei »Geh aufs Ganze« in 100 von 99 Folgen für den Zonk entschieden hätte. Und was uns auch ein bisschen stolz macht. Denn einem Bundesligisten dermaßen gleichwertig fühlten wir uns zuletzt in der F-Jugend, als wir das lokale Großtalent einmal fast per Blutgrätsche niedergestreckt hätten. Fast. 

Joshua Kimmich

Bis zum Spiel gegen Mainz kam Deutschlands neuer Super-Lahm in 53 Bundesligaspielen auf genau drei Assists. Gegen Mainz waren es drei Assists in 90 Minuten. Allen anonymen Automatenzockern dieser Welt sei also gesagt: So verdoppelt man mit Erfolg. Apropos Zocker: Die Quote, dass Joshua Kimmich gegen Schalke sechs Tore auflegt und gleich noch mal verdoppelt, dürfte ziemlich hoch sein. Könnte sich also lohnen, das ein oder andere Scheinchen locker zu machen. Wenn man dann noch bedenkt, dass es gegen Schalke geht, gegen die ja per se immer alles möglich ist, wäre es fast schon fahrlässig, nicht auf sechs Kimmich-Assists zu setzen. Wer wirklich abkassieren will, macht aber nicht bei Schalke Halt. Freitag geht es für Bayern gegen Wolfsburg. Gegen die Lewandowski ja mindestens fünf Hütten macht. Wenn Kimmich die alle vorlegt, was - ich sage es euch! - passieren wird, fehlen ihm nur noch sieben für die Zwölf. Ist also quasi ein Selbstläufer.

Jhon Cordoba

Der Preis für die ärmste Sau auf dem Platz geht in dieser Woche an Kölns Stürmer Jhon Cordoba. Der in 90 Minuten knapp 125-mal gegen Dortmunds Ein-Mann-Anti-Terror-Einheit Sokratis in den Infight musste, und der von diesen 125 Duellen immerhin kein einziges gewann. Dafür hat er als Andenken an den Griechen jetzt recht sicher 125 blaue Flecken im Rippen- und Schulterbereich. Was ja auch schön sein kann, beispielsweise, wenn man die Farbe blau mag. Wenn er außerdem die Farbe grün mag, hat er sogar die ganze Woche was davon. Lohnt sich also doch, so eine Reise nach Dortmund.