Die 11 des Spieltags (33)

Müller, Kehrer, Weidenfeller


Thomas Müller
Hätte uns jemand vor 10 Jahren erzählt, dass da irgendwann ein Spieler bei den Bayern die Kapitänsbinde tragen würde, dessen bevorzugtes Fortbewegungsform das Stolpern ist, wir hätten Christian Lell und Andreas Ottl zum sofortigen Wechsel geraten. Aber: Dieser Spieler, Thomas Müller, ist ein Genie. Stolpern hin oder her. Er reißt Lücken. Er stößt in Räume. Er schießt Tore. Und er bereitet neuerdings mehr vor als ein übermotivierter Gastgeber. Allein in dieser Saison sind es schon wieder 16 Assists für Müller. Wäre er jetzt hier, er würde uns dabei helfen, den Hut zu ziehen. Ganz sicher.



Thilo Kehrer
Unter der Woche war Thilo Kehrer vor allem deshalb ein Thema, weil sein Berater Roger Wittman heißt. Und also der Mann ist, der Julian Draxler und Max Meyer dabei assistierte, sich auf Schalke den Ruf zu ruinieren. Nach dem Wochenende ist Thilo Kehrer ein Thema, weil er seinem Klub mit gleich zwei Toren den zweiten Platz bescherte (ein Tor davon sogar mit Absicht!). Wovon ihm anscheinend nicht mal Wittmann abgeraten hatte. Wir finden: Die coolste Antwort seit dieser hier:



Bruno Labbadia
Labbadia galoppiert mit vollem Tempo Richtung Katastrophe und sitzt trotzdem sicherer im Sattel als Reiner Calmund in einem herkömmlichen Easy-Jet-Sitz. Außerdem, Gott verdammt: Labbadia sieht dabei noch immer gut aus. Sehr gut sogar. Die größte Coaching-Leistung in Wolfsburg seit Felix Magath den Mount-Magath aufschütten ließ. 

Salif Sané
Manche sagen zum Abschied höflich Tschüss, andere knallen wütend die Tür zu und wieder andere verabschieden sich wie Salif Sané: per Kopf. So geschehen am Samstag gegen die Hertha, als Sané in seinem letzten Heimspiel für Hannover die fast schon aberwitzigen Berliner Europapokalträumchen beendete und zum vorentscheidenen 2:0 traf. Womit er, der ab Sommer bei Schalke zusammen mit Naldo das schlacksigste Innenverteidiger-Duo der Welt bilden wird, außerdem dafür sorgte, dass Hannover auch kommende Saison Bundesligafußball zu sehen bekommt. Falls Martin Kind den Laden bis dahin nicht implodieren lässt.   

Roman Weidenfeller
In 452 Spielen hat Weidenfeller für Dortmund die Pranken hochgerissen. Die Bilanz: zwei Meisterschaften, zwei Pokalsiege, ein Champions-League-Finale und sehr viele rauschhafte Abende in Dortmund. Er hielt die Klappe, als Roman Bürki ihn als Stammkeeper ablöste, er war stets da, wenn ihn die Mannschaft brauchte. Und er verbreitete auch am Samstag keinen Stunk, obwohl er Grund genug gehabt hätte, sauer zu sein. Immerhin hatte ihm sein Trainer einen letzten Einsatz im letzten Heimspiel seiner Karriere gegen Mainz in Aussicht gestellt. Doch stattdessen ließ Stöger den Weltmeister von 2014 auf der Bank schmoren, zu wichtig war ihm die Einwechslung von, Achtung: ganz bitter, André Schürrle. Doch Weidenfeller echauffierte sich nicht, er verteidigte sogar die Entscheidung des Trainers. Und zeigte damit mal wieder, dass Dortmund mit ihm den nächsten sehr wichtigen Charakter verliert.