Die 11 des Spieltags (30)

»Sigthorsson ehrenhalber«

Zlatko Junuzovic
Kongenialer Kompagnon Bartels': Zlatko Junuzovic. Dreht in der Rückrunde trotz aller Werder-Sorgen auf, wie eine Spieluhr, betrieben von einem Hulk mit ADHS. Neun Torvorlagen sind es inzwischen. Zum Vergleich: In der Hinrunde begnügte sich der österreichische Filigran mit nur zwei Assists. Gegen Wolfsburg waren es derer drei. Bei drei Werder-Toren. Das nennt man hundertprozentig. Oder in Bremen: zlatkosiert. Ganz nebenbei ist Junuzovic ja auch so einer, mit dem wir gern mal ein Bier trinken würden, weil er einfach derbe korrekt wirkt. Was die Frage aufwirft: Vielleicht sind wir ja doch Werder-Fan? Oder wir trinken einfach gern Bier.

Alfred Finnbogason
Ballerte sich mit seinem 1:0-Siegtreffer gegen den VfB Stuttgart zum »Sigthorsson ehrenhalber«: Alfred Finnbogason. Augsburgs Isländer dadurch mit nunmehr vier Treffern in den vergangenen fünf Spielen. Ein fleißiger Jäger und Sammler also, der sich vorrangig von Torjubel zu ernähren scheint. Wie ein Panda von Bambus. Apropos. Auf isländisch heißt Panda »Bambusbjörn«. Auch ein guter Name für einen Preis also, den man Finnbogason verleihen könnte. Nur für den Fall, dass der den »Sightorsson ehrenhalber« nicht annimmt. Und ehe aus ihm wegen mangelnder Anerkennung noch ein »Weggehson« wird.

Mark Uth
Im Rhein-Neckar-Kreis, das wissen ja die wenigsten, herrschen ab kommender Saison neue Regeln. So bildet sich der Komparativ von »gut« demnächst wie folgt: gut, besser, uth. Wenden wir das gewonnene Wissen doch gleich einmal an, hier im Telekolleg »Deutsch für Babos«: »Fünf Tore in zehn Spielen unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann ist zwar im Bundesliga-Vergleich noch nicht uth, kann sich aber wirklich sehen lassen.« Oder im Gespräch: »Gegen Hertha war Fabian Schär für mich uth.« — »Schär war schon gut, aber für mich war Mark Uth uth.« Eigentlich ganz einfach.

Karneval
Die Karnevals-Saison glich in diesem Jahr der von Hannover 96. Man hatte sich so darauf gefreut, und dann kam alles anders. Terror, Unwetter und umstrittener Humor sorgten für schlechte Laune und ausgefallene Rosenmontagszüge. Holen wir nach, dachten sich offenbar Mainz 05 und der 1.FC Köln und stellten ein Spiel in den späten Sonntag, bei dem es mehr Torchancen regnete denn Kamelle beim Berliner Fasching. Und bei dem »Alaaf« über »Helau« gewann und das Kölner Dreigestirn aus Marcel Risse, Milos Jojic und Anthony Modeste schlußendlich die Oberhand gegenüber dem Mainzer Prinzenpaar Jhon Cordoba und Leon Balougn behielt. Wir können mit Karneval zwar ungefähr so viel anfangen, wie Ivan Drago mit einem Tütü. Gehen nächstes Jahr trotz trotzdem – als dieses Spiel.

Adrian Ramos
So richtig warm geworden schienen Adrian Ramos und Dortmund bisher nie. Dabei ist der Kolumbianer sogar besser als Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang. Zumindest was die Quote von Minuten pro Tor anbelangt: Alle 78 Minuten gelingt Ramos in dieser Saison ein Treffer – Ligabestwert. Und auch gegen Hamburg gelangen ihm zwei Treffer, die bewiesen, wie komplett er eigentlich ist. Dem wunderschönen Schlenzer zum 2:0, der selbst Hockey-Fans einen Schlaganfall der Rührung ans Herz brachte, folgte ein Abstauber in bester Müller-Manier zum 3:0. Was aus Dortmund und Ramos erst wird, wenn sie richtig warm miteinander werden. Vermutlich #EchteLiebe.