Die 11 des Spieltags (3)

Steinhaus, Boateng und Eurosport

Bibiana Steinhaus
Auch Bibiana Steinhaus schrieb am Wochenende Geschichte: Sie piff am Sonntag das langweiligste Bundesligaspiel aller Zeiten. Dementsprechend hoch muss man der Frau anrechnen, dass sie im Spiel zwischen Hertha und Bremen nicht ständig in sich zusammensackte und den Platz entgegen dem Hinweis aller Jugendtrainer Deutschlands, dass der ja keine Liegewiese sei, für ein Nickerchen nutze. Nein, sie blieb wach und sogar aufmerksam. Hut ab vor dieser historischen Leistung.

Kevin Prince Boateng
Manche Tage sind komisch. Sonntage zum Beispiel. Immer. Oder der vergangene Samstag von Kevin Prince Boateng, dem letzten Popstar der Bundesliga. Denn nach ein paar Minuten im Spiel zwischen Gladbach und Frankfurt hätte man sich mit der Aussage, Boateng sei der Depp der Stunde, nicht sonderlich weit aus dem Fenster gelehnt. Nach ein paar Minuten hatte Boateng seiner Mannschaft nämlich grade ein Tor geklaut, weil er - im Abseits stehend - einen Ball über die Linie drückte, der auch ohne seine prinzliche Fußspitze den Weg ins Tor gefunden hätte. Wieder ein paar Minuten später war das aber schon wieder vergessen, denn da hatte der Mann grade einen Ball ins Tor gedroschen und Frankfurt damit doch noch auf die Siegerstraße gebracht. So oder so ähnlich haben sie sich das wohl vorgestellt, als sie Boateng, diesen zwischen Heiligsprechung und öffentlicher Steinigung wandelnden Fußballer, verpflichteten. Solange er die Reihenfolge »erst Depp - dann Held« beibehält, ist alles gut. Oder wie sie in Hoffenheim sagen: alles uth!

Amir Abrashi

»Das ist ein Riesenscheiß, mir gefällt das gar nicht. In der Videoanalyse ist alles langsamer und damit sieht jedes Foul schlimmer aus. Ravet macht es ja nicht aus Absicht, er will ihm nicht das Bein brechen. Er ist ein guter Junge, der nicht auf die Füße geht. Deswegen ist das ein Scheiß mit dem Videobeweis.« Den Worten von Freiburgs Amir Abrashi, der sich nach dem Spiel gegen Dortmund in Rage redete, ist nichts hinzuzufügen. 



Guido Burgstaller

Mit Guido Burgstaller halten wir es ähnlich wie mit Isländern: Solange der Mann auf dem Platz keinen Gegenspieler erdolcht, ist er von Natur aus Kandidat für die Elf der Woche. Wenn er dann auch noch, wie gestern, zwei Minuten nach seiner Einwechslung einen Ball ins Tor löffelt und damit das Spiel entscheidet, haben wir genug gesehen. Und rollen reflexartig den roten Teppich aus. Auf dass er in unseren Gedanken über diesen nicht im Smoking schreitet, sondern ihn im mit Matsch verschmierten Retro-Trikot umpflügt, dabei sämtliche Werbetafeln umnietet, dann den Fotografen versteckt seinen Ellenbogen in die Seite rammt und am Ende der Vollständigkeit halber das, was vom Teppich noch übrig ist, abfackelt. Einfach, um das Publikum emotional abzuholen. Einfach, weil das in unseren Gedanken schlüssig wirkt.

Eurosport-Player

Zweites Freitagsspiel auf Eurosport, zum zweiten Mal gab es Ärger bei der Übertragung. Mehr technische Probleme hat nur Mario Gomez (gute Besserung) beim Torabschluss. Was alles gar nicht so schlimm gewesen wäre, wenn es nicht auch noch zweimal den HSV erwischt hätte. Dem viele Anhänger also in zwei Dritteln der Saison nur verpixelt haben zuschauen dürfen. Was vielen in den letzten Jahren wahrscheinlich lieber gewesen wäre, aber eben nicht in dieser noch so jungen Saison und in diesen Spielen, in denen der HSV - trotz der ersten Niederlage am Freitag - erstaunlich positiv aufmuckte. Am kommenden Freitag steht Eurosport also richtiggehend unter Druck. Da spielt Hannover 96. Gegen den HSV. Wir gehässigen Schreibtischtäter freuen uns schon. 



Timo Werner
Finden doch jetzt alle geil, oder?