Die 11 des Spieltags (29)

Lewandowskis Rücken


Ivica Olic
Die skurrilste Szene des Spieltags gehörte Ivica Olic. In der 40. Minute des Spiels seiner Wolfsburger in Dortmund nagelte Olic eine Hereingabe aus etwa zwei Meter Entfernung an die Latte, von wo der Ball zurück auf Olics Fuß sprang, von wo er wieder an die Latte sprang und von dort zurück ins Feld. Zweimal Latte innerhalb von 0,35 Sekunden – das muss man erstmal schaffen. Beim VfL will man derweil mit Olic verlängern. Dem Vernehmen nach soll der 34-jährige nächstes Jahr die Billard-Abteilung des Vereins zum Erfolg führen.

Robert Lewandowski
Dass Robert Lewandowski mehr mit den Füßen kann als der ein oder andere Speed-Metal-Gitarrist mit den Händen, ist bekannt. Fantasie-Solos, Lupfer mit der luftigen Konsistenz eines Sahnebaisers, krachende Gewaltschusstore – alles schon gesehen. Seit Samstag nun wissen wir, dass Lewandowski nicht mal seine Füße oder den Kopf braucht, um Tore zu schießen. Kann ja jeder. Nein, Lewandowski macht die Dinger jetzt einfach mit dem Rücken. So gesehen bei seinem 1:1 gegen Wolfsburg, als der Pole eine Ecke mit dem Buckel ins lange Eck buck-sierte (haha). Mit was überrascht uns der Pole als nächstes? Fernschüsse mit dem Ohrläppchen? Sololäufe, bei denen er den Ball mit den Schultern hochhält? Volleytore mit den Genitalien? Alles nicht auszuschließen.

Josip Drmic
Auch Josip Drmic ist ein gern gesehener Gast in unserer Liste, meist weil er Tore schießt, die Zlatan Ibrahimovic vor Eifersucht die Elfenbein-Inneneinrichtung seiner Pariser Penthousewohnung zerdeppern lassen. Bereits 16 Buden hat Nürnbergs entschlossen frisierter Schweizer bereits gemacht, am Samstag nun zeigte er ein weiteres Mal, was ein Instinktstürmer er ist, als er im Spiel gegen Gladbach gedankenschnell seinen Schädel in einen Freistoß hielt und..oh..äh..Eigentor. Naja.

Patrick Hermann
Derzeit fühlen wir uns Gladbachs Patrick Herrmann durchaus nah. Das liegt nicht etwa daran, dass Herrmann ein guter und erfolgreicher Fußballer ist, der unsere Schreibtischstuhl-Existenzen gerne mal durch ein schönes Tor bereichert. Vor allem liegt das an der Berufsauffassung des Offensivmanns. Im Spiel gegen Nürnberg würde Herrmann nämlich bereits das 26te Mal in dieser Saison ausgewechselt und stellte damit einen einsamen Rekord auf. Nie in der Geschichte der Bundesliga durfte ein Spieler derart oft früh Feierabend machen. Mit seiner Neigung zur Kurzarbeit spiegelt Hermann also durchaus unsere allgemeine Arbeitsmoral wider und ist hiermit herzlich eingeladen, mal gemeinsam die Füße hochzulegen und entspannt Däumchen zu drehen. Darauf einen Faulpelz-tini am Redaktions-Pool.

Havard Nielsen
Vor noch nicht allzu langer Zeit waren die Spieler von Braunschweig beim Torabschluss in etwa so entschlossen wie Naddel bei der Berufswahl. Und ähnlich erfolgreich. Seit einiger Zeit aber klappt das nun mit dem Tore schießen und nicht nur das: Die Treffer sind mittlerweile wirklich schön. Auf Kumbelas Fallrückzieher folgte Ken Reichels Volleytor, nun erfreute uns Havard Nielsen mit seinem ansehnlichen Langes-Eck-Wemmser. Gerne mehr davon, liebe Braunschweiger, und gerne auch nächstes Jahr, wenn ihr so weitermacht.

Koen Casteels
Der nützliche »11FREUNDE-Airbag« zum Schutz vor auffahrenden Gegnern geht in dieser Woche an Hoffenheims Keeper Koen Casteels, dem wir an dieser Stelle alles Gute und eine schnelle Genesung wünschen wollen. In der 69. Minute des Spiels gegen Hertha rasselte Casteels mit Gegenspieler Adrian Ramos zusammen und brach sich dabei den Unterschenkel. Eine Zusammenprall, so heftig, dass die Forscher des CERN die Spiel-DVD angefordert haben, da sie der Meinung sind, bei der Kollision ein neues Teilchen entdeckt zu haben. Neben Keeper Grahl fällt nun also auch Casteels aus, was Alexander Stolz zu seinem Bundesligadebüt verhalf und die TSG jetzt erstmal mit einem vorläufigen Torwartproblem hinterlässt. Aber gut, da wird sich ja sicherlich jemand im Nachwuchs des VfB Stuttgart finden.