Die 11 des Spieltags (28)

James in: Der Sechser

James Rodriguez hat einen Oscar verdient, Bruno Labbadia trotzt den Umständen und Daniel Caliguiri schlägt der Moderne ein Schnippchen. Hier kommt unsere 11 des Spieltags.

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James Rodriguez

Wurde völlig zurecht bereits in der 65. Minute ausgewechselt. Nicht, weil Jupp Heynckes beim Stand von 5:0 auf die erstarkenden Dortmunder reagieren musste (LOL), sondern weil Jupp Jupp Hurra einen James in dieser Form sehr, sehr gut gebrauchen kann. Wenn es in Sevilla um die Wurst geht. Wenn es darum geht, Fußball zu spielen. Wenn er ein bisschen Schönheit ins Leben stellen mag. Denn wie der Kolumbianer auf der Sechser-Position aufspielte! Als würde er auf der Partitur eines Triumph-Marsches entlang reiten. Als wolle er all dem Bundesliga-Gegurke der letzten Zeit als Ein-Mann-Armee für Ästhetik entgegen treten. Als wäre er der erste Anwärter auf den Oscar für die beste Hauptrolle: »James Rodriguez in: Der Sechser; Liebesgeschichte zwischen einem Mann, einem Ball und der schönen Unbekannten — dem Spiel.«

Franck Ribéry

Die linke Seite der Bayern sei kein Prunkstück mehr, prengelten unlängst die Gazetten, die es nötig haben. Die, die so laut bellen müssen, damit sie überhaupt jemand hört. Damit sie nach jedem wunderhundertsten Gebrüll nachkleffen können: Haben wir es doch gewusst! Dabei schelten sie in diesem Fall einen, der ganz genauso funktioniert wie sie. An guten Tagen ist Ribéry trickreich, voller Tempo und Zug zum Tor. Immer ein Orkan. Kein Seziermesser, keine filigrane Erscheinung. Im Herzen noch Straßenköter, unberechenbar und gefährlich. Im Zweifel für sich selbst. Wenn er mal wieder auf ein Foul mit einem Foul reagiert. So wie am Samstag im Duell mit Dortmunds Julian Weigl. Dann will man sagen: Hat er gar nicht nötig. Dann denkt man: Hat er nicht nötig, braucht er aber. An guten Tagen. Wie diesem Spieltag. An denen man die, die den Bayern nachsagen, die linke Seite sei kein Prunkstück mehr, gern mit ihm, Ribéry, in einen Raum sperren würde. Nur um zu hören, wie das Gebell leiser und leiser wird. Nur um zu sehen, wie er hernach heraus stolziert, dieser Napoleon des Rasens. Allein. Zufrieden.

Zlatko Junuzovic

Menschen, die es mehr mit dem Gefühl denn mit Fakten halten, vermuten den Österreicher seit 1819, der Erstveröffentlichung der Bremer Stadtmusikanten, im Werder-Trikot. Dabei ist es gerade das siebte Jahr, in das Junuzovic für Bremen geht; eine fußballerische Ewigkeit immerhin. Eine Ewigkeit, die einer Achterbahn gleicht. Auf und hinab. Und Retour. Umso schöner, dass er selbst die Konstante gibt. Wer immer ihn trainierte, welches Fantasie-System immer ihm vorgegeben wurde — Junuzovic passte sich an und ein. Jetzt, unter Florian Kohfeldt, darf er endlich wieder offensiv glänzen. Und wie er glänzt. Sechs Torbeteiligungen in den letzten sechs Spielen. Zudem der erste Heim-Treffer seit über einem Jahr. Wer Junuzovic nicht mag, hat Österreich nie geliebt. Oder Werder. 

Mark Uth

Ja Uth, äh: Zwölf Tore und sieben Vorlagen hat der Mann mit dem Uth zum letzten Pass inzwischen auf dem Konto. Zwei Treffer und zwei Vorlagen waren es allein gegen seinen vor Uth schäumenden Ex-Verein aus Köln. Der Verein, der in ihm nie einen Bundesliga-Spieler sah. Auf dass sich Uth über Holland nach Hoffenheim spielen musste. Wovor man grundsätzlich nur den Uth ziehen kann. 

Serge Gnabry

Bewies gegen Köln einmal mehr: Er kann es mit links, mit rechts und wahrscheinlich die ganze Nacht. Was ihn in der Summe wohl tatsächlich für die Bayern prädestiniert.