Die 11 des Spieltags (28)

»Wahrscheinlich hatte Schaaf keinen Bock mehr«

Danny da Costa
Dass Schalke hin und wieder so richtig kacke spielt, ist so sicher wie der Tod. Man weiß, er kommt, nur eben nicht wann. Diesmal also in Ingolstadt. Die es aber auch gut gemacht haben. Allen voran Danny da Costa. Der die Gäste als das verwirrte Kleinkind erkannte, dass sie an diesem Tag waren, und ihnen den Lolli aus den kraftlosen Fingern riss, als gelte es, einen bewaffneten Bären zu erlegen. Insbesondere Roman Neustädter hatte seine liebe Mühe, dem Sturm und Drang des Ingolstädter Rechtsverteidigers zu widerstehen. Weiß nun immerhin, wie er als alter Mann aussieht. Die Szene vor dem 0:3 anzuschauen genügt.

Lukas Hinterseer
Fünf Tore in den vergangenen fünf Spielen. Es läuft beim Neffen von Schlager-Elvis Hansi Hinterseer. Der die Liebesgeschichte von Lukas und Ingolstadt übrigens geahnt zu haben scheint. Wie sonst ist der Text seines Schmachtoliriums »Doch ich mach dich glücklich« zu verstehen?

So wie die andern bin ich nicht. 
Liebe auf Zeit ist nichts für mich. 
Ich kann mit Gefühlen nicht spielen. 
Teure Geschenke hab' ich nicht für Dich. 

Doch ich mach' Dich glücklich, 
ich weiß was ich tu. 
Ich kenn Deine Träume, 
wenn Du nachts allein bist. 
Ich gebe Dir alles, 
und mich noch dazu. 
Denn keine ist ehrlich und zärtlich wie Du.

Eben.

Christian Clemens
Nicht nur Pablo de Blasis hat es doppelt klingeln lassen im Augsburger Puppenkasten, auch Christian Clemens war zweifach erfolgreich. Das reicht natürlich gut und gerne für die Nominierung in die »11 des Spieltags«. Auch wenn bei Clemens ein fader Beigeschmack bleibt. Denn seinen Toren ging irgendwie alles ab, was besonders oder schön sein könnte. Clemens war einfach zur richtigen Zeit, ziemlich schnell zum richtigen Ort geeilt. Auf der anderen Seite hat es Thomas Müller so zum WM-Torschützenkönig gebracht.

Thorgan Hazard
Und noch ein Doppelpacker: Thorgan Hazard. Der gehört eigentlich zur seltenen Gattung der »Und dann..?«-Kicker, da seine erste Ballaktion oftmals Chelsea, die zweite aber leider häufig Chemnitz ist. Doch in einem seltsamen Spiel gegen Hertha war dann plötzlich einfach alles Gladbach. Und Hazard auch noch als Vorlagengeber auffällig. Die Gerüchte, dass sich Hazard die DVD-Rechte des Spiels gesichert hat, um sie als »So treten auch sie aus dem Schatten ihres Bruders« unter die Leute zu jubeln, entbehren allerdings jeder Grundlage.

Thomas Schaaf
»Wahrscheinlich hatte Schaaf keinen Bock mehr.« »Kind hatte sich mit Schaaf in der Wolle.« »Bei den schaafen News aus Hannover bekommst Du einen Stendel.« Namenswitze, so heißt es, sind eigentlich ein journalistisches No-Go. Also überlassen wir die den sozialen Netzwerken. Gratulieren Thomas Schaaf, einem der erfolgreichsten Bundesliga-Trainer der vergangenen zwanzig Jahre einfach nur dazu, es hinter sich gebracht zu haben. Und schalten unser Hörgerät auf stumm, um der Führung von Hannover 96 per Zeichensprache zur Qualifikation zur zweiten Liga zu gratulieren: ,-)