Die 11 des Spieltags (27)

»Kannst du bitte Kopfhörer aufsetzen, wenn du bei der Arbeit Pur hören möchtest?«

Thomas Schaaf
Natürlich soll die Posse um Markus Merk nicht darüber hinwegtäuschen, dass Hannover 96 am Samstag derart schlecht Fußball spielte, dass dem Ball zeitweise Tränen der Wut aus dem Ventil flossen. Unter Thomas Schaaf hat 96 nun zehn von elf Spielen verloren, mit einer derart beschissenen Bilanz könnte er eigentlich nach der Saison bei den Lehman Brothers anfangen. Gerüchteweise soll aber auch Tasmania Berlin bereits ein Angebot für Schaaf vorbereiten. Als Erbverwalter.

Papy Djilobodji
Wir mögen Papy Djilobodji. Nicht nur, weil es sich gut anfühlt, endlich wieder einen Grund zu haben, »Papi« zu sagen, seit unserer Zigaretten holen ging. Sondern auch, weil Djilobodji einer jener gegnerabräumenden Defensivtraktoren ist, die man im Abstiegskampf eben braucht und die bei uns per se schon einen Stein im Brett haben, ganz einfach weil wir sie bewundern und zugleich Angst vor ihnen haben. Gegen Mainz machte Djilobodji nun auf sich aufmerksam, indem er seinem Gegenspieler Paulo de Blasis die Kopf-ab-Geste zeigte, als sich dieser im Sechzehner fallen ließ. Und was in der 11FREUNDE-Redaktion eine völlig übliche Antwortsgeste auf die Frage »Kannst du bitte Kopfhörer aufsetzen, wenn du bei der Arbeit Pur hören möchtest?« oder »Kann ich das letzte Stück Kuchen haben?« wäre, ist in der hysterischen Bundesliga natürlich ein willkommener Anlass, um sich gebührend aufzuregen. Viel schlimmer als Djilobodjis Geste war indes Thomas Eichins Erklärungsversuch. Das sei »eine emotionale Sache, er ist ein afrikanischer Typ«, so der Bremer Manager, wahrscheinlich bevor er sich auf seinen Phrasendrescher Marke Stereotyp setzte, um nach Hause in die Klischee-Allee zu fahren, vielleicht irgendwo in Südland, wo natürlich alle temperamentvoll und undiszipliniert sind. Oder so. Wie dem auch sei: Gegen Djilobodji ermittelt nun der DFB. Für den Fall einer Verurteilung hätten wir ein paar ganz und gar internationale Gesten in petto, die Djilobodji als Antwort zupass kommen könnten.

Marco Bode / Claudio Pizarro
Ach, früher war alles besser. Die Meisterschaft unberechenbar, leckeres Ractiv noch Teil einer ausgewogenen Sportlerernährung und die Liga eine einzige Schnauzparade. Deswegen ist es irgendwie schade, dass nun Marco Bode nicht mehr alleiniger Rekordtorschütze des SV Werder Bremen ist. Und dennoch ist es irgendwie auch schön, denn schließlich ist kein geringerer als Claudio Pizarro mit Marco Bode gleichgezogen, und Pizarro entstammt ja ebenfalls noch einer Zeit, in der die Trikotevolution gerade erst die Baumwollphase hinter sich gelassen hatte und man sich ohne gepflegten Vokuhila im Vereinsheim blöde Sprüche anhören musste. Nun stehen beide gemeinsam an der Spitze der Werder-Torschützenliste. Wenn sich Pizarro jetzt noch einen Vokuhila stehen lässt und Ractiv zurück auf den Markt bringt, ist die Fußballwelt wieder in Ordnung. Vielleicht.

Die TSG Hoffenheim
Weil heute, wie ihr sicher wisst, Welttag der Poesie ist, hier ein kleines Gedicht über den Aufschwung der TSG Hoffenheim:
Rosen sind rot,
Veilchen sind blau,
Hoffenheim hält die Liga,
interessiert keine Sau.