Die 11 des Spieltags (27)

Aber Bitten mit Sahne

Leonardo Bittencourt zaubert, Christian Titz lässt Fußball spielen und Schalke hat nun den Bayern-Dusel. Hat mehr Glück als Verstand: unsere 11 des Spieltags.

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Leonardo Bittencourt 

Schlechte Nachrichten für das Duracell-Häschen, das am Sonntagabend überraschend entlassen wurde. Der Batteriehersteller möchte ab sofort mit Leonardo Bittencourt werben und zeigt zu Werbezwecken nur noch Szenen aus dem Spiel gegen Leverkusen. Bittencourt läuft die Linie hoch, Bittencourt läuft die Linie runter, hoch, runter, hoch, runter ... Das Duracell-Häschen wurde schon beim Zusehen müde. Bezeichnend. 

Jonathan Tah / Vincent Koziello

In der Tierwelt gibt es das interessante Phänomen der Putzsymbiose, bei dem ein sehr kleiner Fisch davon lebt, dass er einen sehr viel größeren Fisch, oft einen Wal, reinigt. Ein Phänomen, an das wir unweigerlich denken mussten, als am Sonntag der 1,68 Meter kleine Vincent Koziello dem gefühlt 6,42 Meter großen Jonathan Tah in der Schlussphase des Rheinderbys mit einer Bilderbuch-Blutgrätsche gnadenlos die Schienbeine polierte. Vielleicht die Szene des Spieltags, die ihr, falls ihr sie verpasst habt, sicherlich auf dem Discovery Channel nachsehen könnt.

Christian Titz 

Nun gut, für eine Halbzeit weckte der neue, und damit dritte Trainer des Hamburger SV in dieser Saison die Hoffnung, dass da noch was geht. Dann kam die Mannschaft aus der Pause und wurde von Hertha quasi überrannt. Passiert. Und das nicht zum ersten Mal. Immerhin: Titz ließ endlich wieder Fußball spielen und lässt sich außerdem nicht auf der Nase herumtanzen. Nach öffentlicher Kritik steht Kyriakos Papadopoulos vor der Entlassung, auch den nichtberücksichtigte Walace, der privat rumhing statt ins Stadion zu kommen, erwartet eine Strafe. Was als Strafe allerdings schlimmer sein soll, als gegenwärtig für den HSV zu spielen, wissen wir auch nicht.

Der Schalke-Dusel 

Noch steht Domenico Tedesco zwar nicht als neuer Bayern-Trainer zur Debatte, es kann sich aber nur noch um eine Frage der Zeit handeln ehe es soweit ist, weil zurzeit ja eh jeder Name in den Ring geworfen wird (Was uns zu der Frage führt, was Falko Götz, Frank Pagelsdorf und Michael Oenning zurzeit eigentlich machen, aber egal). Denn Schalke will seinen Trainer halten und bietet ihm deshalb Woche für Woche den Bayern-Dusel an. Bisher galt der exklusiv für, man ahnt es, die Bayern. Aber in dieser Saison gewinnt auch Schalke zum x-ten Mal in letzter Sekunde und völlig unverdient. Manchmal nach hohem Rückstand, in Unterzahl oder wie am Samstag gegen Wolfsburg per Eigentor nach einem vergebenen Elfmeter des Gegners. 

David Caligiuri

Ein Baustein des Schalker Erfolgs: David Caligiuri. Der Rechtsverteidiger teilte sich sonst stets den Titel des unauffälligsten Bundesligaprofis mit Peter Pekarik und Philipp Bargfrede. So einer, der immer da ist, dessen Namen man sich aber einfach nicht merken kann und ihn deshalb lieber »Hier, du da!« ruft (in Berlin führt das immer wieder zu lustigen Verwechslungen). In dieser Saison erregt Caligiuri aber regelmäßig Aufmerksamkeit, gegen Wolfsburg war der Mann schon wieder bester Schalker. Wenn das so weitergeht, merken wir vielleicht bald selbst, dass der Mann Daniel und nicht David heißt.