Die 11 des Spieltags (24)

»Die können mich mal am Arsch lecken«

Heiko Westermann
Ein zünftiges »Jawollja!« wollen wir an dieser Stelle Hamburgs Heiko Westermann zukommen lassen. Nach dem 0:0-Arbeits-Remis gegen Dortmund stellte sich der HSV-Kapitän nämlich vor die Presse und trompetete: »Ich habe immer den Arsch hingehalten auf dem Platz. Wer es besser kann, soll zu mir kommen und es mir sagen. Ich lasse mir von solchen Idioten nicht den Namen kaputtmachen. Die Kritiker und Idioten, die meinen, den Fußball erfunden zu haben, können mich mal am Arsch lecken.« Eine Wutrede, so voller Inbrunst, dass es nicht überrascht hätte, wenn Westermann gegen Ende seines Sermons in italienischen Akzent verfallen wäre und öffentlich Thomas Strunz und Mario Basler angezählt hätte. Wen genau Westermann übrigens mit den »Kritikern und Idioten« meinte, blieb vage bis ungeklärt. Wir tipp-exen aber mal prophylaktisch das »Kritiker und Idiot« von unseren Visitenkarten.

Valon Behrami
Fun-Fact am Rande: Valon Behrami ist der einzige Spieler der Bundesliga, der sich per Grätsche die Haare richtet. Und so eine windschnittige Frise à la Sense verpflichtet natürlich. Was Behrami im Spiel gegen den BVB wieder unter Beweis stellte und derart ausgelassen durch die Reihen der Dortmunder senste, dass der Greenkeeper des HSV nun den Rasenmäher verkauft hat, weil das Gras im Stadion, solange Behrami mitspielt, nicht mehr gestutzt werden muss. Für den klammen HSV nicht unpraktisch.

Eric-Maxim Choupo-Moting
Schalkes Eric-Maxim Choupo-Moting kann am Ball Dinge, bei denen selbst unsere PlayStation-Controller einen Krampf bekommen und anfangen würden, Batteriesäure zu weinen. So gesehen beim 3:1-Sieg gegen Hoffenheim, als Choupo-Moting seine Gegenspieler in einer derartigen Regelmäßigkeit verarschte, dass er ein Stand-Up-Comedy-Programm daraus machen sollte. Vor allem seine Vorlage zum 2:0 durch Max Meyer gilt es hervorzuheben, bei der Choupo-Moting einen Schuss antäuschte, um den Ball butterweich zurückzulegen. Ein Pass, so schön, dass Bob Ross von den Toten auferstanden ist, nur um Bilder davon zu malen.

Max Meyer
Warum Schalkes Trainer Roberto di Matteo Max Meyer nicht spielen lässt, darüber können wir nur mutmaßen. Zu gut? Zu kreativ? Zu erfolgreich? Wir wissen es nicht. In jedem Falle steht Meyer den Gelsenkirchenern durchaus gut zu Gesicht, in der jüngsten Vergangenheit war das Spiel der Schalker nämlich in etwa so attraktiv wie Donnatella Versace ohne Schminke. Also: Den Bub bitte spielen lassen, danke.

Dante
Das ligaweite Gejammer, die Bayern könnten nicht mehr verlieren, scheint mit etwas Verzögerung nun auch beim Rekordmeister angekommen zu sein. Nicht, dass der FCB bereit wäre, mal ein Spiel zu verlieren, viel eher ist man nun dazu übergegangen, einzelne Spieler zu Verlierern zu machen. So etwa Innenverteidiger Dante, der gegen Hannover schon nach 32. Minuten vom Platz musste und anschließend trauriger auf der Bank saß als einst Matthias Reim. Ohnehin schien die Stimmung in Reihen der Münchner ziemlich bescheiden. Aber mal ehrlich: Auswärts nur mit zwei Toren Differenz gewinnen, das ist ja wirklich erbärmlich.