Die 11 des Spieltags (23)

Ein Grappa aufs Haus

Boateng wird zum Außenseiter, Hinteregger ärgert Leipzig und am Ende gibt es Schnaps für alle. Weiß auch nicht warum: die 11 des Spieltags.

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Max Kruse
Das Trikot spannt ein wenig um die Hüfte? Für die Nationalmannschaft längst verbrannt? Abstiegskampf statt Champions League? Alles wuppe, wenn man am Wochenende trotzdem zwei ganz wichtige Hütten schießt, dazu den schönsten Vornamen der Welt trägt und sich das volle Haar zum Zopf binden kann wie ein Modedesigner aus der Lombardei. Kurz gesagt: tuto bene für Max Kruse. Darauf einen Grappa aufs Haus.

Martin Hinteregger

Dinge, die wir gerne tun würden, weil wir RB Leipzig nicht so richtig dufte finden:

- Mateschitz Senior im Armdrücken besiegen

- Mateschitz Junior im Suff die Meinung geigen
- Als Praktikant auf der Geschäftsstelle Ralle Rangnick mit lustigen Streichen (Juckpulver, Furzkissen) nerven

- Selber gegen die Truppe spielen und nach öffentlicher Privatfehde als Abwehrchef ein Kontertor zum Punktgewinn schießen. So gesehen lebt Martin Hinteregger unseren Traum. Zumindest ein bisschen.



Niko Kovac
»Wenn ich das nicht sehe, dann muss ich mich fragen, wieso sehe ich das nicht?« Niko Kovac ist ein Mann klarer Worte. Und ein Meister der Verwirrung. Daher die Frage: Wenn ich diese Art der Schiri-Schelte nicht verstehe, muss ich mich dann fragen, warum ich diese Art der Schiri-Schelte nicht verstehe? Oder kann ich einfach weiter mit dem Kochlöffel in der Nase bohren?

Franco Di Santo

Der Preis für die bescheuertste Schwalbe der Saison geht in diesem Jahr an Schalke-Stürmer Franco di Santo. Im Spiel gegen Gladbach läuft der Mann in der Nachspielzeit bei 2:4-Rückstand alleine auf den Torwart zu, legt sich den Ball vorbei, hat das leere Tor vor sich und - knickt dann einfach weg wie eine halb-gekochte Nudel in der Faust. Chance auf ultra-heiße Schlussminuten vertan, Gelbe Karte, Arschlecken. Danach versteht er die Welt nicht mehr, die Welt, zumindest der kreisliga-erprobte Teil dieser, versteht ihn sowieso nicht und auch im nächsten Spiel wird an seiner statt ein Mann namens Guido spielen. Und wir dachten, unser Job ist komisch.

Mario Gomez

Mario Gomez und Andris Jonkers scheinen ganz gut miteinander zu können. Im sechsten Spiel, dass der Spieler Gomez unter dem Trainer Jonkers gemacht hat, traf Gomez am Samstag bereits zum zehnten Mal. Wir stellen uns das ein bisschen so vor wie in der Grundschule. Wo Gomez, dieser Streber, in der ersten Reihe sitzt und ganz beflissen seine auf jeden Fall richtigen Mathe-Ergebnisse doppelt und mit angelegtem Geodreieck unterstreicht. Und ihm Jonker innerlich lächelnd dafür ein »Sehr gut Mario, weiter so« plus Zwinker-Sonnen-Stempel schenkt. Ob Luiz Gustavo Gomez nach dem Training auf dem Parkplatz auflauert und verdrischt?