Die 11 des Spieltags (23)

Brust oder Keule?

In München sucht man nach neuen Reizen, in Gotham City schämt man sich für Reus und Aubameyang. Fand den Joker eh immer cooler – unsere 11 des Spieltags.

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Robert Lewandowski
Da der FC Bayern in der Liga mittlerweile dominanter ist als einst diese in Leder gekleidete Ruf-mich-an-Lady in der 0190-Werbung, bleibt den Spielern nichts anderes übrig, als sich kleine Spielchen auszudenken, damit es nicht langweilig wird, wenn man mal wieder einen der vielen Nicht-Gegner aus der Arena fackelt. Tore mit dafür eher nicht vorgesehenen Körperteilen zu schießen, könnte ein solches Spielchen sein, in dem Robert Lewandowski am Freitagabend bereits vorlegte, als er im Spiel gegen Köln eine Flanke mit der Brust verwertete. Demnächst treffen wahrscheinlich Franck Ribéry per Narbe, Arjen Robben per Kopfhaut oder Matthias Sammer per Hass. Und selbst ein reguläres Tor mit der Hand ist bei Bayern in dieser Form nicht undenkbar.


Manuel Neuer

Fun Fact: Manchmal spielt Manuel Neuer so fehlerfrei, dass das Muster, das er mit seinen Schuhen im Rasen hinterlässt, die richtigen Antworten für einen Multiple-Choice-Test der Sporthochschule München zum Thema »Torwartspiel« anzeigt. Umso schöner war es zu beobachten, wie Neuer einen Rückpass von Boateng aufnahm und somit einen indirekten Freistoß verursachte. Der freilich nichts einbrachte, weil ja schließlich Manuel Neuer im Tor stand. Weshalb wir in diesen Minuten einen Brief an den DFB aufsetzen, in dem wir fordern, Fehler von Neuer demnächst als Gegentore zu werten. Vielleicht haben die anderen Teams dann ja mal eine Chance. Zumindest auf ein Unentschieden.


Marco Reus/Pierre-Emerick Aubameyang

Ach, was waren das für selige Zeiten, als schnauzbärtige, grobschlächtige Fritz Walters oder Stefan Kuntz’ ihre räudig abgestaubten Schrammeltore mit einer schneidigen Säge oder allerhöchstens per gereckter Faust feierten, bevor sie sich die Nase im Baumwolltrikot putzten und ihre Bauchansätze zum Mittelkreis zurückbewegten, um weiter humorlos ihrer Fußballarbeit nachzugehen und sich auf das Feierabendbier im Vereinsheim zu freuen. Aber das war eben mal, heute tänzeln leichtfüßige Männermodels top gestylt über den Rasen und feiern ihre Tore mit eigens dafür mitgebrachten Accessoires, wie z.B. Batman- und Robin-Masken. So gesehen bei Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus. Wobei man sagen muss, dass wir nur den Anfang der Torjubel-Zeremonie mitbekamen, da sich unsere Augen schnell mit Tränen der Fremdscham füllten. Bliebe die Frage, was demnächst als Torjubel kommt. Vielleicht reiten Reus und Aubameyang auf einem weißen Tiger eine Ehrenrunde oder das gesamte Dortmunder Team bildet einen menschliche Pyramide, auf dessen Spitze der Torschütze brennende Eckfahnen jongliert? Wir wissen es nicht. Und wollen es auch nicht wissen.


Alex Meier

Noch unter der Woche zickten sich Frankfurts Alex Meier und Eintracht-Manager Bruno Hübner derart über die Presse an, dass Katharina Saalfrank reflexhaft die Koffer packte, um nach Frankfurt zu reisen und zu schlichten. Was aber dann gar nicht nötig war, denn während Saalfrank noch die stille Treppe im Stadion suchte, netzte Meier zweifach gegen den HSV und sorgte so für versöhnliche Stimmung bei der SGE. Insbesondere Meiers zweites Tor verdient Beachtung, bei dem er den Ball mit der Innenseite wunderschön ins lange Eck schlenzte. Ein Tor, so gefühlvoll und sexy, dass »Victorias Secrets« nun extra Dessous für Meiers rechten Innenrist entwerfen wollen.


Johan Djourou

Hamburgs Johan Djourou hätte am Samstag auch in Hamburg im Bett bleiben können, er hätte wahrscheinlich trotzdem irgendwie einen Elfmeter in Frankfurt verursacht. Im Spiel gegen die Eintracht legte er zunächst Lucas Piazon im Strafraum, der folgende Elfmeter führte zum 1:0 für die SGE. In der Nachspielzeit des Spiels säbelte Djourou dann auch noch Marc Stendera um, den fälligen Elfer verschoss die Eintracht aber. Wahrscheinlich aus Mitleid.