Die 11 des Spieltags (23)

Shkodran Wer?

Shkodran Mustafi
»Shkodran Wer?«, hätten noch vor wenigen Tagen wohl die meisten deutschen Fußballfans gefragt und verlegen an der Klatschpappe genestelt. Shkodran Mustafi, seines Zeichens ehemaliger U-Nationalspieler und Stamm-Innenverteidiger in der Serie A, der demnächst wohl sein Debüt in der Nationalmannschaft geben darf. Weswegen er natürlich auch in unserer heutigen 11 des Spieltags herzlich willkommen ist. Wir gratulieren also und wünschen viel Erfolg. Und wir sind zuversichtlich: Wer einen Vornamen trägt, der wie eine Mischung aus Blutgrätsche und Geländewagen klingt, bringt für den Innenverteidiger-Posten beste Vorraussetzungen mit. 

Jefferson Farfan
»Peinlich«, japste der Boulevard und schwang mahnend den moralischen Zeigefinger. Eben hatte der FC Schalke 1:5 in München verloren und Jefferson Farfan erdreistete sich, mit seinen Kollegen Pizarro und Rafinha auf dem Spielfeld zu stehen und, Oh Gott!!!, zu lächeln. Ein Skandal, insbesondere auf Schalke, wo der Verein Religion ist, Fußball gekämpft wird und es nach Niederlagen spontan Asche regnet. Aber ruhig Blut, liebe überhitzte Medienmaschine. Wie Recherchen unseres Lippenlesen-Praktikanten ergaben, lachten Farfan und seine Kumpels nur über die schier lächerliche Dominanz des FC Bayern. Und mal im Ernst: Das ist doch auch nur noch zum Lachen. 

Anthony Modeste
Hoffenheim gegen Wolfsburg, das ist eine Paarung, bei der die »Sky«-Programmmanager spontan Bluthusten bekommen, der neutrale Fan reflexartig in einen tiefen und traumlosen Schlaf sinkt und im DFB-Hauptquartier ein Aktenordner mit der Aufschrift »50+1« scheinbar grundlos aus dem Regal fällt. Fairerweise muss man nun allerdings sagen, dass das Spiel in der Sinsheimer Völligegal-Arena dann doch ganz unterhaltsam wurde, was auch an Anthony Modeste lag, der die TSG mit zwei schnellen Toren innerhalb von vier Minuten kurz vor der Halbzeit den Weg zum finalen 6:2 ebnete. Toll. Bzw. Schnarch. Bzw. Hust.

Johannes Flum
Die begehrte »11FREUNDE-Coole-Sau aus leckerem Formfleisch« geht diese Woche an Frankfurts Johannes Flum. Der Mittelfeldspieler behielt in der letzten Minute eines knappen Spiels nämlich die Coolness eines im Eiswasserbad sitzenden George Clooney, spielte Georg Niedermeier im Sechzehner den Ball durch die Hosenträger und legte überlegt auf Alex Meier zurück, der zum wichtigen 2:1-Sieg gegen Stuttgart einschoss. Flums feines Pässchen verdient dabei doppeltes Lob, denn in den wirklich unschönen 89 Minuten bis hin zu jenem Assist hätte das Eintracht-Mittelfeld wahrscheinlich nicht mal dann einen ordentlichen Pass hinbekommen, wenn sie einen beim Frankfurter Bürgeramt beantragt hätten. Dass die Eintracht als Sieger vom Platz ging, lag aber nicht nur an Flums Geistesblitz, sondern auch an...

Alexandru Maxim
...,der nach einem Fehler von Carlos Zambrano in der 78 Minute freistehend von Artur Boka bedient wurde, allerdings einen spontanen Fall von Frankmilleritis erlitt und den Ball am leeren Kasten vorbeistolperte. Das wäre das 2:0 und damit die Entscheidung gewesen. Nicht mal von seinen besten Freunden oder engsten Verwandten wird Maxim so freundlich eingeladen wie am Sonntag von Zambrano. Aber wie heißt es so schön: Wer nicht mill, der hat schon….