Die 11 des Spieltags (21)

London calling

Warum Michy Batshuayi von uns immer mehr geliebt werden wird als Aubameyang. Warum Filip Kostic zum Problem wird. Und wie Schwolow die Welt ist. Hier kommt unsere 11 des Spieltags.

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Michy Batshuayi

Zwei Bundesliga-Tore auf dem Konto, noch ehe der geneigte Fan hinreichend Gaumen und Stimmband gelockert hatte, um seinen Namen halbwegs korrekt oder zumindest unfallfrei auszusprechen. Gut, sein Vorgänger Pierre-Emerick Aubameyang traf bei seinem Bundesliga-Debüt gleich dreifach. Dafür hat ihm Michy Batshuayi (stummes f) ein ganz entscheidendes Detail voraus: Dank der Leihe ohne Kaufoption ist jetzt schon allen Beteiligten klar, dass er im Sommer nach London geht. Also: Kein Streik, kein Gezeter. Was für eine Erleichterung. Einfach nur echte Liebe.

André Schürrle

Weil es bizarr ist, mit welchen Ferngläsern zuweilen über Spieler und mithin also Menschen geurteilt wird, und weil André Schürrle aber manchmal wirkt, als hätten die mit den Ferngläsern und den eindeutigen Meinungen vielleicht doch einfach Recht, ist es umso erfreulicher, dass dieser an guten Tagen nichts weiter als sensationelle Spieler mal wieder ein ziemlich sensationelles Spiel abgeliefert hat. Oder um es mit dem Ball dieses Freitags-Spiels zu sagen: Haste Schürrle am Fuß, haste Schürrle am Fuß.

Filip Kostic

Zweites Spiel unter Bernd Hollerbach, zweites Tor zum Punktgewinn. Problem: Wenn das so weiter geht, hat Filip Kostic am Ende der Saison zwar 17 Saisontore, sein HSV aber nur 30 Punkte auf dem Konto. Und dann? Geht Kostic für ein paar Fantastilliarden nach England, der HSV steht in der zweiten Liga und…Moment mal..Problem..?!

Michael Gregoritsch

Ballannahme, Drehung und Torschuss in einem Fortlauf — Augsburgs 2:0 gegen Eintracht Frankfurt war ein kleines Kunststück. Ausgeführt von einem 1,93-Meter-Schlacks aus Österreich. Was ungefähr so wahrscheinlich klingt wie: Österreich gesteht — Mozart war Deutscher! Neun Saisontore sind es inzwischen für Gregoritsch. Nicht schlecht für einen, der in der vergangenen Saison beim HSV auf gerade mal zwei Spiele über 90 Minuten kam. Obwohl…Moment mal…

Der Videoschiedsrichter

Um es, Verzeihung, mit Mario Barth zu sagen: Kennste, kennste, kennste. Hahahahaha.

Valentino Lazaro

Hertha gegen Hoffenheim, das war, wie einem Gespräch zweier Vorschüler über Sex zu lauschen: Irgendwie hatte man eine Ahnung, worum es geht, und irgendwie blieb doch gänzlich unklar, was denn nun Sache ist. Zum Glück gab es einen Hoffnungsschimmer namens Lazaro. Der seinem biblischen Fast-Namensvetter Lazarus dabei alle Ehre machte, da dessen Name aus dem hebräischen übersetzt bekanntlich so viel bedeutet wie „Gott hat geholfen“.