Die 11 des Spieltags (21)

Lauschgift

Rudi Völler hat nichts gegen Schlitzohren, Badstuber das Pech an den Hacken und Hoffenheim den jüngsten Coach: Mehr Haben als Sein: unsere 11 des Spieltags.

imago

Rudi Völler / der Lauscher
Großartige Szenen in den Darmstädter Katakomben: Während der Halbzeitpause erwischte Rudi Völler einen überambitionierten Darmstädter Betreuer lauschend an der Leverkusener Kabine. »Was machen Sie da?«, blaffte Völler den Lauscher an, nicht ohne mit einer echten Perle fortzufahren: »Gegen Schlitzohrigkeit habe ich nichts, aber so was habe ich noch nie gesehen.« Mal im Ernst: Wenn dieser Satz irgendwie noch rudivöllerartiger wäre, hätte er einen graußweißen Minipli und eine Weltmeistermedaille um den Hals.

Darmstadt 98
Bei den Bayern zu spielen, macht in der gegenwärtigen Superbayern-Ära in etwa so viel Spaß, wie sich einer Wurzelbehandlung zu unterziehen, nur mit einer Flasche Whiskey und einer Stichsäge. Und ist auch in etwa so erfolgsversprechend. Nun kann es natürlich reiner Zufall sein, dass sich die Darmstädter Aytac Sulu, Marcel Heller, Peter Niemeyer, Konstantin Rausch und Jerome Gondorf gegen Leverkusen die fünfte Gelbe Karte abholten, vier der fünf zudem in den Schlussminuten. Es kann aber auch sein, dass die Darmstädter einfach keinen Bock haben, sich in München einer 90-minütigen Kopfwäsche zu unterziehen. Was wir, die wir hier ungeduscht und mit löchrigen Zähnen am Schreibtisch sitzen, natürlich nachvollziehen können.

Holger Badstuber
Betroffen ziehen wir unsere blutigen Turbane und kondolieren an dieser Stelle Bayerns Holger Badstuber. Ohne Fremdeinwirkung brach sich Badstuber im Training das Sprunggelenk, mittlerweile ist seine Krankenakte derart dick, dass man meinen könnte, es sei eigentlich Mehmet Scholls Krankenakte, die sich gehengelassen hat und nun allabendlich mit einem Literbecher Eis auf der Couch sitzt. Wir wünschen an dieser Stelle gute Besserung und verzichten auf eine Pointe.

Arturo Vidal
Prinzipiell muss man Bayerns Arturo Vidal schon mit dem Mannschaftsbus überfahren oder ihm mit einem in den Stutzen auf den Platz geschmuggelten Presslufthammer die Knie bearbeiten, damit er sich auswechseln lässt. Umso abrissbirnenartiger muss also Vidals Zusammenstoß mit seinem Gegenspieler Caiuby gewesen sein, nach dem Vidal mit einer Beule vom Platz musste, die so groß war, dass wir kurz befürchteten, ihm würde spontan ein zweiter Kopf aus der Stirn wachsen. Was glücklicherweise nicht passierte, der Arturo Vidal mit nur einem Kopf ist uns in unseren Alpträumen schon genug.

Pierre-Emerick Aubameyang
Mit seinen außergewöhnlichen fußballerischen Fähigkeiten konnte uns Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang am Wochenende leider nicht beglücken, immerhin aber mit dem Autounfall, der sein modischer Geschmack ist. Auf der Tribüne zeigte sich Aubameyang in eine Pelzmantel-Basecap-Goldketten-Kombo gehüllt, die aussah, als habe man Snoop Doggs Charakter aus »Starsky and Hutch« unter Gewalt dazu gezwungen, einen Stapel Ed-Hardy-Kataloge zu essen und sie anschließend in Claudia Effenbergs Wandschrank zu erbrechen, wo sich ein Rudel Nerze in der Pfütze paarte, während im Hintergrund sämtliche Folgen der Geißens liefen. Oder so. Aber was wissen wir schon von Mode.