Die 11 des Spieltags (20)

Eingelocht

Sandro Wagner trifft mit seinem besten Stück, Niko Kovac wird zur Legende und die Holleraxt hackt zum ersten Mal: Hier kommt unsere 11 des Spieltags. 

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Sandro Wagner

Ja gut, Sandro Wagner könnte morgens aus dem Bett aufstehen und sich den Fuß verstauchen, wir würden ihn trotzdem in die »11 des Spieltags« aufnehmen. Aber es ist schon auch so: Der Mann macht es einem ziemlich einfach. Indem er Dinge sagt wie: »Ich jubel' gegen jedes Team. Egal ob ich da ein Jahr war oder ob meine Mutter das trainiert«. Oder indem er, wie am Samstag, ein Tor mit seinem Schwanz schießt und dann im Interview darauf hinweist, dass das schließlich auch sein bestes Stück sei. Um diesen Moment noch sandrowagneriger zu machen, hätte der Mann schon oben ohne auf einem Braunbären aus der Arena reiten müssen, unter Standing Ovations und mit einem riesigen, goldenen Feuerwerk. 

Thomas Christiansen / Robert Lewandowski

Eigentlich müsste an dieser Stelle nur Robert Lewandowski stehen, aber weil der so gut ist und daher eh ständig in der »11 des Spieltags« vertreten ist, nutzen wir die Gelegenheit und vergeben den Platz an Ex-Bochum-Torjäger Thomas Christiansen. Warum? Nun, zunächst natürlich, weil wir ihn vermissen, diesen kleinen schlitzohrigen Supertyp. Und dann vor allem auch, weil Christiansen einer von nur fünf Spielern ist, die in zehn Bundesliga-Heimspielen hintereinander getroffen haben, wie eben auch Robert Lewandowski am Samstag. Und wenn das kein schöner Anlass ist, mal wieder an Christiansen zu denken und an diese wunderschöne, lange vergangene Zeit, als ein Stürmer des VfL Bochum tatsächlich Bundesliga-Torschützenkönig werden konnte, dann wissen wir auch nicht. 

Niko Kovac

Wer sich fragt, wie man am schnellsten zur Vereinslegende wird, kann das in Niko Kovac’ demnächst erscheinenden Buch: »Das kleine 1 x 1 der Legendenbildung« lesen. Wer so lange nicht warten will, hier die wichtigsten Schritte: Einen strauchelnden Traditionsklub übernehmen, dessen Fans lange nichts zu lachen hatten. Den Klub in der Relegation retten. Eine solide zweite Saison spielen, in der der Klub überraschend das Pokalfinale erreicht. Eine noch bessere dritte Saison spielen, in der der Klub sich noch überraschender zu einem ernsthaften Anwärter auf die Europacup-Plätze mausert. Dann inmitten steter Gerüchte um das Interesse des FC Bayern lebenslanges Mitglied des Klubs werden. Wir legen uns fest: Wenn Kovac irgendwann noch einen Titel mit der SGE holt, werden sie in Frankfurt einen Feiertag zu seinen Ehren einführen.

Nils Petersen

Gut, wenn man in der 93. Minute den Ausgleich kassiert, tut das natürlich weh. Mit ein wenig Abstand aber lässt sich Freiburgs 2:2 in Dortmund durchaus als Erfolg betrachten. Man of the Match beim SCF war mal wieder Stürmer Nils Petersen, der mit seinen Saisontoren neun und zehn maßgeblich am Erfolg beteiligt war. Insbesondere sein 2:1 war dabei ein echtes Schmankerl. Petersen fing unweit der Mittellinie einen Pass ab, schaltete schnell und überwand BVB-Keeper Roman Bürki mit einer wunderbaren Bogenlampe aus knapp 40 Metern. Ein erfolgreicheres langes Ding hat man zuletzt bei Ron Jeremy gesehen.

Peter Stöger

»Nicht mal mir wird es gelingen, dass diese Mannschaft unattraktiven Fußball spielt. Nicht mal, wenn ich es wollen würde«, sagte BVB-Coach Peter Stöger erst vor ein paar Wochen. Wir sagen: Der Mann unterschätzt sich. Es ist ihm gelungen, und das sogar in relativ kurzer Zeit. Glückwunsch.