Die 11 des Spieltags (20)

Die Bayern als Mittelklasse-Klub

Abpfeifen in München, Abspecken in Wolfsburg und Abtasten in Leverkusen. Geht ab: unsere 11 des Spieltags.

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Der Bayern-Dusel

Eine Erhebung der 11FREUNDE-Statistikabteilung hat ergeben, dass der FC Bayern stolze verdammtescheißedasgibtsdochnicht-mal häufiger ein spätes Siegtor schießt als andere Vereine. So am Samstag gegen tapfere Ingolstädter, die erst in der 90. Minute das 0:1 und direkt im Anschluss das 0:2 schlucken mussten. Weswegen wir nun eine Petition aufgesetzt haben, um den DFB davon zu überzeugen, dass Spiele des FC Bayern künftig bereits nach 85 Minuten abgepfiffen werden. Wir sind sicher, der FCB wäre dann nur noch ein biederer Mittelklasse-Klub.

Leon Goretzka

Einen akuten Fall von Bosshaftigkeit hatte Schalkes Leon Goretzka im Spiel gegen Hertha BSC am Samstagabend. Nicht nur, dass er im Mittelfeld mehr abräumte als der betrunkene 11FREUNDE-Redakteur, der auf der Weihnachtsfeier als Erster auf den Tisch fällt. In der 62. Minute fasste sich Goretzka zudem ein Herz, sprintete mit Ball am Fuß nach vorne, lachte sich kurz schlapp über Anthony Brooks' Witz einer Grätsche und schloss dann trocken aus 20 Metern ab, was das 2:0 für Schalke zur Folge hatte sowie einen gesteigerten Brusthaar-Wachstum bei allen, die Zeuge dieser Torschuss gewordenen Entschlossenheit geworden waren.  

Klaas-Jan Huntelaar

Props gehen auch an Klaas-Jan Huntelaar, der gegen Hertha in der Nachspielzeit eingewechselt wurde und nach 19 Sekunden Nichtstun eine fette Auflaufprämie kassiert haben dürfte. Damit hat er offiziell Arno Dübel als unser Spiritual Animal abgelöst. 


Kyriakos Papadopoulos

Siegtreffer gegen Ex-Klub Leverkusen, Führungstor gegen Ex-Klub Leipzig: Neu-HSVer Kyriakos Papadopoulos geht derart rücksichtslos mit seinen Ehemaligen um, dass man als Ex-Verein darüber nachdenken sollte, eine einstweilige Verfügung gegen ihn zu erwirken. Am 33. Spieltag trifft der HSV übrigens auf Schalke. Wir wissen ja nicht, was ihr macht, aber wir werden jetzt drei Monate lang sparen und dann alles auf ein Papadopoulos-Tor setzen. 

Der VfL Wolfsburg

Grabesstimmung in Wolfsburg: Wie heute publik wurde, drosselt der VW-Konzern die jährlichen Zuwendungen an den VfL um satte 20 Prozent. Bitter. Erste Sparmaßnahmen wurden bereits umgesetzt. So wurde Mario Gomez’ Dekubitus-Creme rationiert, die Lizenz-Gebühren, die der VfL wegen Luiz Gustavos Bart an die drei Musketiere zahlen muss, trägt der Spieler fortan selbst, außerdem soll der Kaminofen im VIP-Bereich nicht mehr mit Geldscheinen befeuert werden. Auch die Kaderplanung wird in Zukunft anders aussehen. So will der Konzern Berichten zufolge 2000 Leiharbeiter übernehmen. Und ein paar davon werden ja wohl kicken können.