Die 11 des Spieltags (20)

Stefan Fießling

Stefan Kießling tritt zu, José Mourinho langweilt sich und Jürgen Kramny wäscht schmutzige Wäsche. Wieder wischiwaschi: unsere 11 des Spieltags.

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Stefan Kießling
Prinzipiell kennen wir Leverkusens Stefan Kießling nur als wandelndes Klischee des perfekten Schwiegersohnes oder Vorsitzenden der Martin-Max-Stiftung für benachteiligte Topstürmer. Am Wochenende nun lernten wir einen anderen Stefan Kießling kennen, als Bayers Kapitän zunächst Joshua Kimmich und anschließend noch Xabi Alonso von den Beinen säbelte. »Da nimmt er Verletzungen in Kauf«, moserte im Anschluss »Sky«-»Experte« Lothar Matthäus, »das ist absoluter Schwachsinn«, entgegnete Kießling. Wahrscheinlich während er sich die Reste von Xabi Alonsos Schienbeinknochen aus den Haaren bürstete.

Gordana Markovic-Marsala / Jürgen Kramny
Von wegen Taktik, von wegen Mannschaftsführung oder Motivation, das ist alles Kokolores. Wie die »Bild« weiß, liegt Stuttgarts derzeitiger Erfolg vor allem an einer Person: Gordana Markovic-Marsala. Was klingt wie der neue serbo-indische Topstürmer aus den Untiefen des Robin-Dutt-schen Notizblocks, ist in Wirklichkeit die VfB-Zeugwartin. In dieser Funktion rettete Markovic-Marsala Jürgen Kramnys Glückshose trotz hartnäckiger Flecken vor dem Mülleimer, weshalb Kramny gegen Eintracht Frankfurt seinen fünften Sieg in Folge feiern konnte. Juhu. Aber natürlich droht bereits Ungemach: Der Busfahrer, der Chefkoch, der Typ, der die Mülleimer im Trainingszentrum leert und die Kartenabreißer fühlen sich um ihren Anteil am Erfolg betrogen. Außerdem soll RB Leipzig bereits heftig um Gordana Markovic-Marsala buhlen. Wir bleiben natürlich dran.

Christian Dingert
Wir sind bei dir Christian Dingert, schließlich kennen wir das Gefühl, bei einem Spiel der TSG eingreifen zu wollen. Wir beschränken uns dann eher darauf, den Fernseher anzubrüllen oder einfach abzuschalten und bei einer Folge »Bundesliga Classics« in unsere Waldhof-Mannheim-Bettwäsche zu weinen. Schiri Dingert hingegen stand bei einer formidablen Kontersituation der Hoffenheimer schlicht im Weg, der abgefälschte Ball fand seinen Weg zurück in die Reihen der Darmstädter, die daraufhin das 2:0 erzielten. Tja, dumm gelaufen. Bzw. gestanden.

Aytac Sulu / Slobodan Rajkovic
Aytac Sulu und Slobodan Rajkovic, das ist ein Innenverteidger-Duo, vor dem sich selbst die Nasty Boys zitternd unterm Bett versteckt hätten. Üblicherweise liegt der Aufgabenbereich der beiden eher im Gegner über die Bande hassen, sämtliche Farben des Farbspektrums als Hämatom auf einem gegnerischen Körperteil abbilden oder schlichtweg generellem Wehtun. Im Spiel gegen Hoffenheim wurden die beiden nun aber mit ihren Toren zu Matchwinnern. Zunächst schädelte Sulu den Ball zum 1:0 über die Linie, anschließend prügelte Rajkovic die Murmel zum 2:0-Endstand ins Netz. Genug Zeit zum Hämatome-Verteilen blieb neben all den Jubelszenen natürlich auch noch. Wir legen uns fest: Wenn der SV Darmstadt 98 zur neuen Saison auch noch Emir Spahic verpflichtet, werden sie ein Fall für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.