Die 11 des Spieltags (20)

»Das war ein Power-Blackout«

Loris Karius
Ebenfalls einen eher bescheidenen Tag hatte am Samstag Mainz’ Keeper Loris Karius. Karius gehört eigentlich zu den besten seines Faches, in der 32. Minute im Spiel gegen Hertha aber hatte der Mainzer Schlussmann einen derart großen Blackout, dass im Umfeld des Stadions kurz der Strom ausfiel. Einen harmlosen Rückpass vertändelte Karius, den herannahenden Valentin Stocker säbelte er von den Beinen. Rot und ein Elfmeter zum 0:1 waren die Folge, zumindest hatte Karius damit früh genug Feierabend, um noch kurz bei Hannovers Marcelo durchzuklingeln und mit ihm über Pech zu reden.

Ronny Marcos
Der »11FREUNDE-Brummschädel aus gepresstem Aspirinpulver« geht diese Woche an Hamburgs Ronny Marcos, der sich im Spiel gegen Hannover eine zünftige Gehirnerschütterung zuzog und anschließend noch zwölf Minuten damit weiterspielte. Von denen er übrigens nichts mehr weiß. »Das war ein Power-Blackout. Das war wie das Ding mit Kramer bei der WM«, sagte Marcos anschließend, was super ist, denn nun haben wir mit »Power-Blackout« nicht nur endlich einen Namen für unsere Glam-Rock-Band gefunden, sondern auch die Bestätigung, dass andere Leute ebenfalls ihrer Arbeit nachgehen und nach Feierabend eigentlich gar nicht mehr wissen, was sie überhaupt gemacht haben.

Timon Wellenreuther
Gratulieren wollen wir an dieser Stelle Schalkes Nachwuchskeeper Timon Wellenreuther, nicht nur zu seinem hakunamatatatastischen Vornamen, sondern vor allem für seinen gelungenen ersten Auftritt über 90 Minuten in der Bundesliga. Wobei man sagen muss, dass Wellenreuther beim 1:0 gegen Gladbach zeitweise derart wenig zu tun hatte, dass er zu Beginn der zweiten Halbzeit noch entspannt zum Fanshop in der Arena gehen konnte, um sich eine S04-Schlafmaske zu kaufen, mit der er dann ein entspanntes Nickerchen am Torpfosten einlegte. Um dann rechtzeitig zur Großchance von Ibrahima Traoré hellwach und ausgeruht zu sein und mit einer Glanzparade die Null zu halten.

Willi Lemke / Uli Hoeneß
Ach, das waren noch Zeiten, als sich Uli Hoeneß und Willi Lemke fast wöchentlich via Presse die Meinung geigten und man das Gefühl hatte, die beiden würden eher eigenhändig ein Rudel Hundewelpen erwürgen, als dem anderen die Hand zu geben. Nun schlägt Lemke im »kicker« aber ganz andere Töne an: »Ja, ich würde Uli Hoeneß die Hand reichen. Wir sind beide nicht mehr 25, da sind die Jahre gezählt. Ich glaube, dass er sehr viel gelernt hat aus dem, was mit ihm passiert ist. Und vielleicht verstehen wir uns dann irgendwann ja doch.« Ja, vielleicht. Und vielleicht stößt noch Christoph Daum dazu und alle gemeinsam singen »Heal the World«, während sie sich Blumen ins Haar flechten.