Die 11 des Spieltags (2)

Ein bisschen wie Sex

Erotik auf Schalke, Scheiße in Mainz und eine Show in Wolfsburg. Must go on: die 11 des Spieltags

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Robert Lewandowski
Die Bayern in der Bundesliga sind ein wenig wie Sex: Selbst, wenn es nicht so gut ist, ist es immer noch sehr, sehr gut. So etwa am Freitagabend, als der FCB gegen Schalke nicht unbedingt die bessere Mannschaft war, trotzdem aber mit 2:0 gewann. Unter anderem auch wegen Robert Lewandowski, dem man wahrscheinlich die Schnürsenkel zusammenbinden könnte, er würde trotzdem noch seine Buden machen. Sexy für die Liga ist das alles aber natürlich nicht. Klingt eher nach vorzeitigem Titelgewinn.

Naldo
Dass die an diesem Abend eigentlich nicht sonderlich starken Bayern auf Schalke überhaupt in Führung gingen, lag an einem Stellungsfehler Naldos vor dem 0:1, als der Brasilianer einen Pass von Martinez nicht abfangen konnte. Naldo bewegte sich in dieser Szene ungefähr so leichtfüßig wie ein Schaufelbagger, schon beim 0:1 in Frankfurt wirkte der Brasilianer ziemlich hüftsteif. Vielleicht sollte der Schalker Mannschaftsarzt drüber nachdenken, Naldo Calgon-Tabs zu verschreiben, um die Hüftgelenke mal zu entkalken. Nicht dass der Mann sonst mit Lochfraß längerfristig ausfällt.

Sandro Sirigu
In einem Spiel, das schlechter war als das, was in den hinteren Reihen des letztmals 1998 ausgeräumten 11FREUNDE-Redaktionskühlschranks steht, war Sandro Sirigus später Siegtreffer für Darmstadt gegen Eintracht Frankfurt das einzige Highlight. 90 Minuten sah es so aus, als würden die Darmstädter an diesem Tag nicht einmal den Boden treffen können, sollten sie stolpern. Dann rutschte dem eingewechselten Sirigu bei einem letzten, traurigen Konter eine Flanke über den Spann, was das ganze Spiel eigentlich ganz gut zusammengefasst hätte, wäre das Ding hinterm Tor gelandet und eben nicht genau im Knick. So reichte es zu den ersten drei Darmstädter Punkten, die vorerst die letzten bleiben werden, wenn man sich bei den Lilien nicht ganz schnell etwas einfallen lässt, was die Mannschaft irgendwie bundesligatauglich macht. Verunglückte Flanken trainieren zum Beispiel.

Karim Bellarabi
Nachdem Karim Bellarabi vor zwei Jahren das schnellste Tor der Bundesligageschichte schoss und außerdem den Rekord für den pornösesten Benny-Blanco-Schnauzbart hält, brach der Leverkusener am Samstag nun einen weiteren Rekord: Nach nur neun Sekunden musste Bellarabi verletzt ausgewechselt werden. Die bittere Diagnose: Muskelbündelriss, und ein Rekord, auf den die Bundesliga sicherlich hätte verzichten können. Wir wünschen an dieser Stelle gute Genesung.

Joel Pojanpahlo
Mann des Spiels in Leverkusen war sicherlich Joel Pojanpahlo, dessen Auftritt gegen Hamburg sehr viel schnörkelloser war als sein finnischer Nachname. Eingewechselt in der 72. Minute, schnürte Pojanpahlo kurz mal einen Hattrick, der übrigens der hundertste Hattrick in der Bundesligageschichte war und uns die Möglichkeit gibt, einen absoluten Mördergag abzufeuern: Was war das für ein sensationelles Finnisch in Leverkusen? Ha!