Die 11 des Spieltags (19)

Reuter und der erste Platzverweis

Stefan Reuter

Der letzte Platzverweis von Stefan Reuter ist schon etwas her: Am 8. April 2000 flog der damalige Dortmunder bei der 1:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen nach 53 Minuten mit der gelb-roten Karte vom Platz. Knapp 13 Jahre später sieht Reuter, früher gar mal bayrischer Meister im Crosslaufen, nicht mehr aus wie ein Fußballer. Eher wie ein Manager vom FC Augsburg, der er ja nun auch mal ist. Beim 0:0 gegen Schalke 04 maulte Reuter so gekonnt an der Außenlinie mit den Schiedsrichtern herum, dass ihn Oberpfeife Dingert auf die Tribüne verbannte. Reuters Kommentar nach dem Spiel: »Auf die Begründung vom Schiedsrichter bin ich gespannt!« Wir auch.



Frankfurt-Fans
Ob sich in Frankfurt tatsächlich eine Gegenbewegung entwickelt? Vor dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim hingen jedenfalls, gut sichtbar, Banner mit den Aufschriften »Pyromanen aussortieren« und »Keine Macht den Chaoten. Ihr nervt!!« im Waldstadion aus. Eine Reaktion auf die selbst aus Ultra-Kreisen kritisierte Bengalo-Show beim Auswärtsspiel gegen Bayer Leverkusen. Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen hat jedenfalls die Hoffnung, dass es »diese Dinge nicht mehr geben wird«. Die Bengalos, nicht die Banner.

Kuba

Der BVB macht einem langsam wirklich Angst. Just in dem Moment, in dem alle vom Duo Reus und Götze schwärmen, kommt der nächste Überschalldribbler um die Ecke und macht von sich reden. Kuba traf gegen Nürnberg doppelt und machte deutlich, dass der BVB derzeit wohl wirklich das spektakulärste Mittelfeld der Liga hat.



Ilkay Gündogan

Es ist noch gar nicht lange her, da galt Ilkay Gündogan in Dortmund als Fehleinkauf. Doch dann machte er im Pokal-Halbfinale gegen Fürth einen Last-Minute-Treffer, den Jürgen Klopp wohl als persönlichen »Dosenöffner« bezeichnen würde. Seitdem geht es für »Ily« im Grunde steil bergauf. Im Spiel gegen Nürnberg setzt Gündogan sich nun ein kleines Denkmal: Mit xavieseken 147 Ballkontakten setzte er eine neue Saisonbestmarke, seine Passgenauigkeit von 93 Prozent ließ nicht nur Trainern den Sabber aus den Mundwinkeln tropfen. Abgerundet wurde sein Marzipanwochenende dann noch mit einem äußerst sympathischen Auftritt im Aktuellen Sportstudio.



Mario Mandzukic   

Sagen wir, wie es ist: Mario Mandzukic ist eine ganz schön coole Sau. Den heißen Atem von Sturmkonkurrent Mario Gomez im Nacken spürend, entwickelt Mandzukic sich derzeit zu Bayerns tätowierter Torgarantie. Nachdem er im Spiel gegen Stuttgart bis zur 50. Minute mit gefühlten zehn Ballkontakten auskam, nutzte er die Traumvorlage von Stuttgarts Verteidiger Molinaro eiskalt zum 1:0 und schraubte sein persönliche Bilanz auf 12 Treffer in 17 Spielen hoch. Das 2:0 bereitete er dann auch noch per Sahneflanke vor und durfte in der 88. Minute unter die Dusche. Für ihn kam Gomez. Der Arme.



Marko Arnautovic

Den Preis für den womöglich unnötigsten Platzverweis der laufenden Saison dürfte Bremens Marko Arnautovic nach diesem Spieltag nicht mehr zu nehmen sein. Nach 90 Minuten checkte der nach 56 Minuten eingewechselte Österreicher zunächst so plump seinen Gegenspieler weg, dass er dafür die gelbe Karte sah und machte anschließend seinem Ärger nicht etwa mit einem lauten Schrei oder dem Biss in die Hand Luft, nein, er deutete einen Tritt gegen den Ball an. Wohl wissend, dass sich Schiedsrichter Kinhöfer darüber erschrecken würde. Was der auch tat. Und vor lauter Schreck dem Bremer gleich noch die zweite gelbe Karte zeigte.