Die 11 des Spieltags (19)

Bolzenschuss in den Ofen

In Dortmund kippt die Stimmung, Stefan Kießling führt den Kotz-Jubel ein und Patrick Herrmann dreht einen neuen »Terminator«. Sitzt mit Popcorn auf der Couch: unsere 11 des Spieltags

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Mats Hummels/Roman Weidenfeller
Nach dem 0:1 gegen Augsburg vor die schäumenden Fans zu treten, muss in etwa so verlockend gewesen sein, wie sich die Fußnägel mit dem Bolzenschussgerät zu schneiden. Umso größer ist der Respekt, den wir Mats Hummels und Roman Weidenfeller entgegenbringen, die nach der elften Pleite des BVB in dieser Saison genau das getan haben. Tatsächlich werden in Dortmund zur Zeit derart wenig Punkte gesammelt, dass selbst die örtlichen Supermarktketten ihre Payback-Systeme einstampfen. An der Dortmunder Grabesstimmung hat Hummels und Weidenfellers Gang in die Kurve freilich nicht sonderlich viel geändert, bei einer weiteren Pleite sollten die beiden vielleicht lieber auf den Weg in die Kurve verzichten. Oder eventuell ein Selbstverteidigungs-Bolzenschussgerät bei sich tragen. Was natürlich blöd ist, das gab es nämlich gerade bei Rewe als Payback-Prämie.

Jürgen Klopp
Kondolieren wollen wir an dieser Stelle Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Der Mann, der ansonsten fröhlicher dreinschaut als Lothar Matthäus auf einer Abi-Party, wirkt nach dem verpatzten Rückrundenstart seines Teams in etwa so ratlos wie Andy Möller vor einer Italien-Karte. In diesem Sinne wollen wir Kloppo Mut zusprechen: Schließlich ist die Zweite Bundesliga auch eine Bundesliga und als Champions League-Sieger kann man durchaus mit breiter Brust nach Sandhausen fahren, um dem direkten Konkurrenten um den Aufstieg ein Remis abzutrotzen.

Stefan Kießling
Gerne möchten wir Stefan Kießling an dieser Stelle die »11FREUNDE-Hässlette« aus Schorf verleihen, schließlich schoss Kießling beim 1:0 gegen die Hertha das wahrscheinlich hässlichste Tor seiner Karriere. Einen Pass von Wendell rumpelte Kießling derart unansehnlich über Keeper Thomas Kraft hinweg ins Netz, dass er anschließend zum Torjubel an die Eckfahne lief und sich dort übergab. Außerdem sind wir uns sicher, dass der Ball noch im Flug »Bitte tötet mich« geröchelt hat. Wozu sich aber niemand durchringen konnte. Leider, denn dem eher unterdurchschnittlichen Spiel hätte das sicherlich gut getan

Eric-Maxim Choupo-Moting
Gerüchten zufolge war der Elfer von Schalkes Eric-Maxim Choupo-Moting gegen die Bayern derart schwach geschossen, dass der Schalker Mannschaftsarzt dem Ball noch auf dem Weg in Manuel Neuers Arme eine Infusion legen musste, weil der Ball sonst verhungert wäre. Derzeit lieg der Ball auf der Intensivstation des Gelsenkirchener Krankenhauses, es geht ihm den Umständen entsprechend. Choupo-Moting wollte ihn auch schon am Krankenbett besuchen, ist mit seinen schwächlichen Oberschenkeln aber nicht die Treppen hochgekommen. Bitter.

Benedikt Höwedes
Dass Schalke trotz Choupo-Motings Fehlschuss noch einen Punkt aus München mitnahm, liegt an Benedikt Höwedes und seinem fast schon lächerlich schulbuchhaften Kopfballtor. Nach einer Ecke von Sidney Sam stand Höwedes wie auf einer unsichtbaren Treppe in der Luft und nickte den Ball mit der Körperspannung einer zuschnappenden Bärenfalle unhaltbar ins Eck. Ein Kopfballtor, so perfekt, dass in Horst Hrubeschs Wikipedia-Artikel nun ein Bild von Höwedes prangt.