Die 11 des Spieltags (18)

BAS!!! DOST!!!

Wolfsburg zerlegt die Bayern, der Hunter tritt nach und Manni Binz steht kurz vorm Comeback. Back for good: unsere 11 des Spieltags

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Bas Dost
Auf dem langen, wirren Einkaufszettel von Felix Magath stand einst irgendwo zwischen Hrvoje Cale, Mateuz Klich, Medizinbällen, Giovanni Sio, verschlusssicheren Trinkflaschen, Magerquark und Sotirios Kyrgiakos in hektischer Schrift der Name Bas Dost. Im Zuge seiner VW-Spieler-Flatrate holte Magath den Stürmer 2012 aus Heerenveen nach Wolfsburg, um ihn dann, na klar, nicht spielen zu lassen. Dass Bas Dost aber durchaus ein guter Kicker ist und nicht etwa nur, wie es sein kernig-explosiver Supername vermuten ließe, ein kantiger, Bälle aufs Tribünendach prügelnder, technisch limitierter Sturmtank ist, bewies er am Freitag gegen den FC Bayern. Den Münchnern schenkte er nicht nur zwei Tore ein, sondern hatte vor dem 2:0 auch noch die Zeit, den Ball aufzuheben, zu frankieren und die Adresse der »Sportschau« draufzuschreiben, um sich per Volleyschuss umweglos für das »Tor des Monats« zu bewerben. Sein Fantasietreffer landete so derart genau im Winkel, dass sämtliche Schreibwarenhersteller des Landes das Tor fortan als Maßstab für ihre Geodreiecke nehmen. Bas Dost selber weilt derzeit übrigens beim Wolfsburger Bürgeramt, um seinen Namen zu ändern, damit dieser seiner entschlossenen Vorstellung vom Freitag gerecht wird: Bas! Dost!

Kevin de Bruyne
Ebenfalls jemand, bei dem man irgendwie das Gefühl hat, er hätte schon mal Fußball gespielt, ist Dosts! Teamkollege Kevin de Bruyne. Wie der junge Belgier im Spiel gegen die Münchner durch die Reihen des Rekordmeisters wieselte, war in Sachen Geschwindigkeit und Wendigkeit derart beeindruckend, dass der autobauende VfL-Sponsor nun demnächst den »VW de Bruyne« auf den Markt bringen will, ein gleichermaßen eleganter wie robuster Sportwagen mit 258 Zylindern und mehr PS als ein handelsüblicher Learjet. De Bruyne soll derweil beim VfL bis 2020 verlängern. Er dürfe auch weiterhin von Belgien nach Wolfsburg pendeln, die Strecke sprintet er in der Geschwindigkeit von Freitag ja ohnehin in einer Viertelstunde.

Manuel Neuer
Prinzipiell kassiert Manuel Neuer ja weniger als eine defekte Supermarktkasse. Umso erstaunlicher ist es, dass er im Spiel gegen Wolfsburg gleich vier Gegentreffer schlucken musste. Vier Gegentore, das bedeutet, dass Neuer im Spiel gegen den VfL exakt genauso viele Treffer kassiert hat wie in der gesamten Hinrunde. Eine skurrile Bilanz, die ihre volle Wirkung erst entfaltet, wenn man sie auf andere Teams überträgt. Der SV Werder Bremen etwa hätte für dieses Kunststück am Samstag mit 39 Gegentoren verlieren müssen. Im nächsten Spiel kann Neuer die Scharte übrigens nicht auswetzen. Nachdem er das Wochenende kopfschüttelnd in seiner Wohnung verbracht hat, fällt er nun mit einem chronischen Schleudertrauma für das Spiel gegen Schalke aus.

Klaas-Jan Huntelaar
Wir sind ja große Fans von schäbigen Fouls. Bein stellen, Griffe in den Unterleib, Grätschen auf Kniehöhe, gerne von hinten – ein ganz normaler Tag auf den Fluren der Redaktion. Weshalb wir während des Spiels zwischen Schalke und Hannover auch fröhlich von der Couch aufsprangen und uns euphorisch mit Kopfnüssen beglückwünschten, ob des wunderschönen Fouls von Klaas-Jan Huntelaar. Im Zweikampf mit Hannovers Manuel Schmiedebach war dem Hunter kurzerhand der Reifen geplatzt und ohne die geringste Aussicht auf den Ball, trat Huntelaar Schmiedebach von hinten um. Ansatz-, grund- und kopflos. Rot war die Folge, die anschließenden Szenen waren dabei ein Potpourri der Peinlichkeiten: Rudelbildung, Vogel zeigen, hämischer Handschlag samt beleidigtem Abgang – auch dies ein ganz normaler Tag auf den Fluren der Redaktion.

Roberto di Matteo
Schöner als Huntelaars Frust-Tritt war eigentlich nur Roberto di Matteos Verharmlosungs-Marathon, den der Schalke-Coach im Interview nach dem Spiel losließ. Eine Gelbe hätte es auch getan, sprach di Matteo in die Sportschau-Kamera und es hätte nicht verwundert, wenn di Matteo anschließend in schallendes Gelächter ausgebrochen wäre oder seinen Sermon souverän in einen Programmhinweis für »Verstehen Sie Spaß?« ummoderiert hätte. Hat er leider nicht, in »Verstehen Sie Spaß?« tauchte er dann auch nicht auf, was blieb, war das eigenartige Gefühl, dass der Mann das Ernst gemeint haben könnte.