Die 11 des Spieltags (17)

Superman(u) und die Unhaltbaren Vier

Elkin Soto schafft das Unmögliche, Dietmar Hopp freut sich über sein Spielzeug und Jürgen Klopp feiert entspannt Weihnachten. Nach Weihnachtsfeier-bedingtem Ausfall wieder da – unsere 11 des Spieltags

imago

Elkin Soto/Manuel Neuer
Spätestens mit der WM ist Manuel Neuer zu einem derartigen Superheld im Tor geworden, dass sich Marvel bereits die Rechte für eine 20-teilige Comic-Serie gesichert hat. Arbeitstitel: »Superman(u) und die Unhaltbaren Vier«. Umso erstaunlicher ist es daher, dass sich Elkin Soto am Freitag anschickte, nicht nur gegen Neuer zu treffen, sondern ihn dabei auch noch zu tunneln. Die ultimative Demütigung für unseren tapferen Superhelden, der sich nach dieser Niederlage nun wahrscheinlich erst einmal in seinen geheimen Unterschlupf zurückziehen wird, um in einem mit dramatischer Musik unterlegten Zusammenschnitt von Trainingsszenen gestärkt zurückzukehren, seinen bösen Gegenspieler, nennen wir ihn El Kin, zu bekämpfen und schließlich die Macht auf Krypton wieder an sich zu reißen. Vielleicht macht Neuer aber auch erstmal Ferien, wissen wir nicht.

Bastian Schweinsteiger
Im Freistoßtor-Leistungskurs, der unter der Leitung von Dr. H. Calhanoglu an der renommierten Juninho-Pernambucano-Fußballschule stattfindet, gehörte Bastian Schweinsteiger lange Zeit eher zu den Underachievern. Was wir prinzipiell sympathisch finden, sind wir schließlich Garnicht-Achiever. Wie dem auch sei, dass Basti eigentlich zu den Hochbegabten in der Klasse gehört, zeigte er am Freitag gegen Mainz, als er einen Freistoß von der Strafraumgrenze so sahnig-butterweich in den Winkel zuckerte, dass man einen Brotaufstrich aus diesem Tor machen sollte. Für seinen Freistoßtreffer gibt es von uns natürlich eine Eins mit Sternchen und einen Smiley-Aufkleber aufs Hausaufgaben-Heft. Glückwunsch.

Jan-Ingwer Callsen-Bracker
Die Geste, die Augsburgs Jan-Ingwer Callsen-Bracker nach 70 Sekunden gegen Gladbach machte – hochspringen und dabei die Faust geballt in den Himmel recken – kennen wir nur zu gut, schließlich machen wir sie auch oft. Wenn es beim Fleischer Hackröllchen gibt. Wenn wir einen Keks in der Sofaritze finden. Wenn im Nachmittagsprogramm ein Nippel zu sehen ist. Auf dem Fußballplatz indes sollte man, so man nicht gerade ein Tor geschossen hat, diese Geste lieber bleiben lassen, denn im eigenen Strafraum kann sie sehr schnell zu einem Elfer führen. So wie eben im Falle Callsen-Brackers, dessen Handspiel nach Ecke zum frühen 0:1 führte. Aber gut, vielleicht hatte er gerade einen Keks gefunden, wer weiß.

Davie Selke
Bremens Davie Selke gilt ja bereits seit längerem als ein Versprechen auf die Zukunft. Dass der Bub schon jetzt mehr als passabel kicken kann, zeigte er im Spiel gegen Dortmund. Sein Tor zum 1:0 gilt es dabei zu erwähnen, vor allem aber die Tatsache, dass Selke derart gnadenlos mit Mats Hummels Schlitten fahren ging, dass dieser dem Jungstar seine Weltmeister-Medaille schenkte. Im Gegenzug musste Selke versprechen, Hummels in Zukunft in Ruhe zu lassen.

Jürgen Klopp
Apropos Dortmund: Dort kann man trotz des 1:2 in Bremen zumindest ein bisschen aufatmen. Denn: Durch Joselus Last-Minute-Treffer in Freiburg muss Jürgen Klopp mit seinem BVB nun doch nicht auf dem achtzehnten Tabellenplatz überwintern, sondern auf dem siebzehnten. Puh. Für die Laune in Dortmund könnte das bei aller Unkerei aber tatsächlich von Bedeutung sein, denn ein ehrgeiziger Emotioni wie Klopp würde die Weihnachtstage wahrscheinlich lieber mit den Eiern in einer Bärenfalle verbringen, als auf dem letzten Tabellenplatz. Wir sind froh, dass ihm beides erspart bleibt.