Die 11 des Spieltags (16)

»Stögo«

Peter Stöger macht den Kloppo, Dennis Diekmeier trifft endlich und Domenico Tedesco kann zaubern. Hier kommt unsere 11 des Spieltags.

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Peter Stöger

BVB-Jacke, BVB-Weste, BVB–Käppi, Sieger-Faust: Peter Stöger war am Dienstag lediglich eine Opel-Werbung davon entfernt, Jürgen Klopp zu werden. Und auch wenn dem ein oder anderen die BVB-Deko des Gerade-noch-Köln-und-jetzt-schon-BVB-Trainers ein bisschen zu weit und zu schnell ging, die älteste Fußballregel der Welt besagt: Wer gewinnt, hat Recht. Wenn Peter Stöger also nächste Woche mit BVB-Afro, übergroßer BVB-Sonnenbrille, BVB-Mankini und gelb-schwarzem Bodypainting an der Seitenlinie steht, sich selbst »Stögo« nennt, mit gebleachten Zähnen, und seine Mannschaft 5:0 gewinnt, dann sei es eben so. 

Sokratis

Dass es ausgerechnet Sokratis war, der den BVB mit seinem Tor auf die Siegerstraße brachte, verwundert nicht. Schließlich war es Sokratis, der einst sagte: »Bedenke, daß die menschlichen Verhältnisse insgesamt unbeständig sind, dann wirst du im Glück nicht zu fröhlich und im Unglück nicht zu traurig sein.« Eine gewisse Grundgelassenheit also, die er im Spiel gegen Mainz mit Tatendrang paarte. Schließich sagte er einst auch: »Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen.« Und das sogar schon vor 2400 Jahren, als es wichtige Führungstore noch gar nicht gab und Dortmund noch von den Kelten besiedelt wurde. Was ein Kerl. 

Dennis Diekmeier

Dass die Welt absolut unfair ist, wissen wir spätestens, seit in »Jurassic Park« der Held der Geschichte Dennis Nedry von diesem giftspeienden Dino getötet wurde. Ein weiterer Beleg für die Beschissenheit der Dinge war jene Szene im Spiel des Hamburger SV gegen Eintracht Frankfurt, in der Hamburgs Dennis Diekmeier nach 197 Spielen ohne Tor – was Bundesliga-Negativrekord ist – den Ball endlich, eeeeeeeendlich mal über die Linie drückte, und dann auch noch zum vermeintlichen Ausgleich, nur um wegen Abseits zurückgepfiffen zu werden. Und so bleibt es dabei: Man könnte Diekmeier den Ball mit Panzerband an den Körper tapen und ihn über die Linie schubsen, er würde es trotzdem irgendwie schaffen, nicht zu treffen.

Timothy Chandler

Sieben Wochen lag Frankfurts Timothy Chandler mit einem Meniskusriss auf Eis, bei seinem Comeback in Hamburg spielte Chandler direkt 90 Minuten durch – und legte direkt mal beide Tore der SGE beim 2:1-Sieg auf. Wenn Chandler jedes Mal so wiederkommt, sollte der Mann darüber nachdenken, sich regelmäßig seine Menisken zu reißen. 

Lukas Hradecky

Dass die Eintracht in Hamburg als Sieger vom Platz ging, hat sie vor allem auch Torwart Lukas Hradecky zu verdanken. Der Finne stand vor allem in der zweiten Halbzeit so derart unter Dauerfeuer, dass wir nun einen neuen Fernseher brauchen, weil wir aus Versehen einen Feuerlöscher in den Bildschirm geworfen haben. Was aber auch nicht weiter schlimm ist, schließlich wäre der Fernseher spätestens bei Hradeckys Weltklasse-Reflex gegen Fiete Arp sowieso kaputtgegangen, einfach von der Druckwelle, die Hradeckys explosionsartig ausgefahrener Arm verursacht haben muss.