Die 11 des Spieltags (14)

Kneipenschlägerei

In Frankfurt fliegen die Fäuste, in Hamburg der Beiersdorfer und in München trifft Thomas Müller wieder. Treffsicher wie immer: unsere 11 des Spieltags.

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Sandro Wagner

Wir haben schon Kneipenschlägereien gesehen, die würdevoller abliefen als das, was Eintracht Frankfurt und die TSG Hoffenheim da am Freitag ablieferten. Bereits nach wenigen Minuten bestand die Partie zum größten Teil aus Grätschen, Tritten und vor allem Schubsereien. Immer mittendrin: Hoffenheims Sandro Wagner, der die 90 Minuten ausschließlich damit verbrachte, entweder zu reklamieren, am Boden zu liegen oder selber Foul zu spielen, was in einem dauerhaften Pfeifkonzert von den Rängen resultierte. Insgesamt hätte Wagner an diesem Abend nur noch unsympathischer auf das Frankfurter Publikum wirken können, wenn er getroffen und anschließend ein Shirt Mit der Aufschrift »I love Jupp Heynckes« unter dem Trikot zum Vorschein gebracht hätte. Woraufhin das Spiel wohl endgültig in ein MMA-Event umgeschlagen wäre.

Sandro Wagner

Was, nochmal Sandro Wagner? In der Tat, denn es gibt wohl keinen Spieler in der Bundesliga, dessen Auftreten neben dem Platz sich so sehr von jenem auf dem Platz unterscheidet. Nach Abpfiff nämlich mutierte Wagner vom dauerreklamierenden Unsympath zu einem besonnenen, fairen Sportsmann, der seine Gegenspieler und auch den Schiri in Schutz nahm und mit diplomatenhafter Gelassenheit über das Wesen des Fairplay parlierte. Falls Literaturwissenschaftler diesen Text lesen: Schaut doch bitte mal, ob Robert Louis Stevensons »Dr. Jeckyll und  Mr. Hyde« nicht doch eventuell auf Sandro Wagners Karriere basiert.

David Abraham

Negativer Höhepunkt des Spiels war David Abrahams fieser Ellbogenschlag gegen Wagner. In der 32. Minute langte Abraham in einem Laufduell derart in Wagners Gesicht, dass irgendwo in Rom Daniele de Rossi eine minutenlange Gänsehaut bekam. Bizarrerweise bekam Abraham dafür nicht Rot, sondern einen Freistoß zugesprochen, was nach der Entscheidung, den Fernseher anzuschalten, die zweitfalscheste Entscheidungen an diesem Abend war. Ohne Abraham jetzt in Schutz nehmen zu wollen, aber möglicherweise hat er einfach falsch verstanden, dass Hoffenheim endlich mal geschlagen werden muss.

Alex Meier

Eine ganz eigene Sicht auf Abrahams Ellbogenschlag hatte Alex Meier: » Wenn Wagner so spielt, muss er auch damit rechnen, dass er mal einen abkriegt. Dann, glaube ich, hat jeder Verteidiger dazu auch das Recht«, sagte Frankfurts Kapitän nach dem Spiel.  Eine Einstellung, wie man sie aus der Kreisliga kennt, wo ja oft schon bunte Schuhe oder ein angesetzter Übersteiger ausreichen, um vom schlechtgelaunten Fleischermeister auf der Liberoposition in die sechsmonatige Zwangspause getreten zu werden. Dass das Spiel insgesamt eher an den Royal Rumble erinnerte, lag übrigens in erster Linie an Schiedsrichter... 

Christian Dingert

der erst in der 52. Minute die erste Gelbe Karte zeigte. Und damit ungefähr 53 Minuten zu spät. Zwischenzeitlich hatte man das Gefühl, dass die Trainer in der Halbzeitpause Baseballknüppel hätten ausgeben können, Dingert wäre trotzdem irgendwie mit Ermahnungen durchs Spiel gekommen. Immerhin gab Dingert nach dem Spiel zu, dass es nicht sein bestes war. Kleiner Tipp von uns: Die Karten das nächste mal nicht in der Kabine liegen lassen.  

Roger

In dieser besinnlichen Zeit ist es wichtig, auch einfach mal danke zu sagen. Für die netten Menschen um einen herum. Für das Dach über dem Kopf. Für all die Dinge, mit denen man gesegnet ist. Und für Rogers 1:0 gegen Fuschl am See, das diesen brauseprickelnden Vollalbtraum eines Werbeprodukt-Aufschwungs an die Spitze der Bundesliga abschwächte, zumindest vorerst. In diesem Sinne: Danke.