Die 11 des Spieltags (14)

Ohlala!

Franck Ribéry ist neuer Rekordfranzose, Karim Bellarabi packt die Sense aus und Eric-Maxim Choupo-Moting hrubescht Schalke zum Sieg. Schob wieder Sonderschichten am Kopfballpendel - unsere 11 des Spieltags

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Franck Ribéry
»Ohlala, Misjö«, greifen wir ganz tief in die frankophone Klischeekiste und ziehen unsere Baskenmützen vor Bayerns Franck Ribéry, der mit 186 Einsätzen nun der ewige Rekordfranzose der Bundesliga ist. Nach seinen Bestmarken in Sachen fragwürdige Bartentscheidungen und noch fragwürdigere Techtelmechtel mit jungen Französinnen nun bereits der dritte Rekord, den Ribéry für sich beansprucht, einzig in der Rubrik »Franzbeckenbauerhafteste Aussprache« hängt Ribéry leider noch deutlich hinter einem gewissen Schapäpapa her. Seinen Rekordeinsatz krönte Ribéry naturlement mit einem wunderschönen Treffer, der gleichzeitig den 1:0 Endstand bedeutete. Die haben eben Stil, die Franzosen.

Sebastian Rode
Wer vor der Saison gedacht hatte –und wir schließen uns da ein– ,dass Sebastian Rode nur zu den Bayern gewechselt ist, um einfacher an Autogramme der großen Bundesliga-Stars zu kommen oder im Training seine Schwindelgefühls-Toleranz auszuloten, der sieht sich mittlerweile getäuscht. Zwar ist Rode keinesfalls unumstrittener Stammspieler bei den Bayern, immerhin aber kommt er auf seine Einsätze und wenn er spielt, tut er das mehr als ordentlich. Gegen Leverkusen etwa ging Rode derart beherzt zu Werke, dass es nicht verwundert hätte, wenn er nach Spielschluss noch Frodo und den Ring nach Mordor begleitet hätte. Und man kann sicher sagen, dass Rode bei den Bayern die positive Überraschung der Saison ist. Andererseits: Sein Trainer heißt Pep Guardiola, und nach allem, was wir über dessen wundersame Fähigkeiten wissen, könnte der wahrscheinlich auch aus einer Packung Toastbrot und einem Tütchen Senf ein köstliches, fünfgängiges Sternemenü zaubern.

Karim Bellarabi
Prinzipiell ist Leverkusens Karim Bellarabi ja eher einer für die sahnigen Aspekte des Spiels. Traumtore, Fantasiesolos, Zuckerpässe usw. Dass er auch anders kann, zeigte er gegen die Bayern, als er in der Schlussphase heftig am schäbigen Revanchefoul-Baum schüttelte und den enteilten Sebastian Rode aus den Schuhen kloppte, mit einer derart eingesprungenen Fluggrätsche, dass er damit wahrscheinlich auch beim Turmspringen Bestnoten bekommen hätte. Rode ist dankbarerweise nichts passiert, Ballarabi sah für seine Aktion gerade mal die Gelbe Karte. Was schade ist, denn mit der Roten, die es eigentlich hätte geben müssen, hätte er ein paar Wochen frei gehabt und mit seinem besten Kumpel Marvin Bakalorz die lange geplante Sprunggelenks-Safari in Afrika antreten können.

Roman Weidenfeller
Am besten ist eine alkoholfreie Creme, gern mit Panthenol. Auf Allergien sollte man achten, viele der Inhaltsstoffe können Reizungen auslösen, gerade bei empfindlicher Haut entsteht dann ein gegenteiliger Effekt. Wichtig ist auch, dass….wie bitte? Warum wir das an dieser Stelle schreiben? Achso. Wir möchten nur Tipps geben, wie sich Nationalkeeper Roman Weidenfeller am besten von der deftigen Rasur erholt, die ihm Jürgen Klopp am Wochenende verpasst hat. Nach 411 Pflichtspielen als Stammspieler, Meisterschaften, Pokalsiegen und einem Weltmeistertitel war es nämlich anscheinend Weidenfeller, der für die derzeitige Misere der Dortmunder verantwortlich war. Weswegen sich der Torwart gegen Hoffenheim überraschend auf der Bank wiederfand. Das Spiel gewann der BVB mit 1:0, Jürgen Klopp hat also alles richtig gemacht. Was Roman Weidenfeller eventuell ein wenig anders sehen dürfte.

Mats Hummels
Wie wir alle wissen, ist Mats Hummels ein derart herausragender Verteidiger, dass ihn Ursula van der Leyen für ihr Ministerium abwerben will. Aber was macht man, wenn man sowohl in Sachen Zweikampfführung als auch Spielaufbau komplett überragend ist und beginnt, sich zu langweilen? Na klar, man hebt kurzerhand das eher unterschätze Genre der Freistoßmauer-Verteidigung auf ein neues Niveau. Gegen Hoffenheim sprintete Hummels Sekundenbruchteile vor einem Freistoß in Strafraumnähe aus der Mauer nach hinten, um den Ball dann per Kopf aus dem Winkel zu kratzen. Der Mann ist so gut, er sollte Lebensversicherungen anbieten.

Sascha Stegemann
Für einen slapstickhaften Cartoon-Moment sorgte am Sonntag Schiri Sascha Stegemann. Als er vor der Partie Hamburg gegen Mainz zum obligatorischen Münzwurf ansetzte, schaffte er es tatsächlich, dass die Münze auf der Kante landete. Ein vielleicht einmaliger Moment in der Geschichte sowohl des Fußballs als auch des Münzwurfes. Was anschließend passierte, wissen wir leider nicht, da wir schnell zu »Ren & Stimpy« umschalten mussten, aber wir gehen davon aus, dass den Spielern beim Anblick der Münze die Augen aus den Köpfen schossen und eventuell explodierten, irgendjemandem ein Klavier auf dem Kopf fiel und Bugs Bunny leger am Pfosten lehnte und »Is was, Doc?« fragte, bevor er ein Loch auf den Boden malte, in das er dann reinsprang. Und wahrscheinlich jingelte dann irgendwann die Looney-Toons-Musik los, die Zuschauer machten sich in einer großen Staubwolke zurück auf den Weg nach Entenhausen oder Toon-Town und die Sky-Übertragung schloss mit »That’s all, folks!«