Die 11 des Spieltags (13)

Harit im Nehmen

Amine Harit und Naldo werden zu Derbyhelden, Jogi Löw sollte seine Karriereplanung überdenken und Robert Lewandowski schießt das »Fast-Tor des Jahres«. Hier kommt unsere 11 des Spieltags.

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Amine Harit

Wenn demnächst unser nächstes Buchprojekt »Zum Derbysieger werden für Dummies« erscheint, wird vermutlich Schalkes Amine Harit das Cover zieren. Der Franzose wurde nämlich von Dortmunds Gonzalo Castro quasi aus dem eigenen Sprunggelenk getreten. Nach sechsminütiger Behandlungspause humpelte Harit dann aber trotzdem zurück auf den Platz und half mit, das sensationelle 4:4 noch wahr werden zu lassen. In einer perfekten Derbyhelden-Welt hätte er zwar mit frisch amputiertem Fußstumpf noch das 5:4 gemacht, aber man kann ja auch nicht alles haben. Und es gibt ja auch noch ein Rückspiel.

Naldo

Naldos Schädel und in den Strafraum segelnde Eckbälle: Das ist spätestens seit Samstag die beste Liebesgeschichte seit Romeo und Julia. Gegen den BVB schädelte Naldo gleich zwei Ecken in die Dortmunder Maschen, unter anderem die entscheidende in der 94. Minute, die zum 4:4 führte. Tolle Geste: Nach Abpfiff spendierte Naldo den mitgereisten Schalke-Fans sogar noch 1000 Liter Frei-Doppelherz. Schön. 

Sokratis

Dass Dortmunds Sokratis ein großartiger Schauspieler ist, wissen wir spätestens seit seiner Rolle als Felsen in »The Rock«. Im Revierderby nun bewarb sich der Grieche eindrucksvoll für eine weitere Hauptrolle, gesetzt den Falle dass gerade jemand eine Schmierenkomödie zum Thema Zeitschinden dreht. Nach einem Zweikampf mit Yevgen Konoplyanka in der 90. Minute simulierte Sokratis zunächst große Schmerzen. Als ihm auffiel, dass er außerhalb des Spielfeldes stand und das Spiel somit nicht hätte unterbrochen werden müssen, warf sich Sokratis kurzerhand ins Feld, um sich dort schreiend hin- und herzuwälzen. Große Kunst, die ihm letztlich einen Punkt und ein Imdb-Rating von 8,Lassdenscheiß einbrachte. Glückwunsch.

Yann Aurel Bisseck

Die Kurzrecherche zu Kölns Debütanten Yann Aurel Bisseck hat uns nicht gutgetan. Der Kerl ist erst 16 Jahre alt, damit der jüngste Debütant der Kölner Bundesligageschichte sowie jüngster deutscher Bundesligaspieler überhaupt, außerdem hat Bisseck eine Klasse übersprungen, mit 16 schon das Abi hinter sich und studiert gerade – nochmal: mit 16 – an der Uni Köln VWL. Zum Vergleich: Mit 16 haben wir unsere Ü-Eier-Sammlung aufgegeben, und das nur sehr wiederwillig. Seinen Job erledigte Bisseck übrigens sehr gut, wegen des Kölner Verletzungspechs stehen die Chancen auch nicht so schlecht, dass sich Bisseck in der ersten Mannschaft festspielt und auch nächste Woche wieder in der Bundesliga auf…, entschuldigung, wir können dieses Satz nicht zu Ende schreiben, weil wir uns kurz in Embyronalhaltung unter den Schreibtisch legen müssen.

Horst Heldt / Martin Kind / Toni Schumacher

Ja gut, wenn wir die Wahl hätten zwischen einem Job in Hannover und einem Job in Köln, würden wir auch erstmal einen Streit vom Zaun brechen. So geschehen gerade bei Hannover 96, wo Manager Horst Heldt anscheinend einen Wechsel zum (Noch-)Ligarivalen 1.FC Köln anstrebt, mit dem er sich schon weitgehend einig sei. Das zumindest posaunte Köln-Vizepräsident Toni Schumacher live im TV aus, was wiederum 96-Boss Martin Kind auf den Plan rief, der das ganz umgehend dementierte. Die Wahrheit dürfte also irgendwo in der Mitte liegen, was, wenn uns Google-Maps nicht täuscht, also ungefähr in Lippstadt wäre. Naja.