Die 11 des Spieltags (10)

Stern des Ermüdens

Die Bayern holen den tausendsten Sieg, Johannes Geis langt zu und in Mainz wird gejodelt – vergreift sich wieder im Ton: unsere 11 des Spieltags.

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Der FC Bayern
So langsam haben wir das Gefühl, dass die Superbayern selbst dann einen Rekord brechen, wenn sie nach dem Morgenkaffee aufs Klo gehen. Gegen überforderte Kölner holte der Rekordmeister mit seinem 4:0 den sage und schreibe tausendsten Bundesliga-Sieg. Und das im erst 783. Spiel, toll. Und »toll« meinen wir im Sinne von »Oh Gott, was ist nur mit der Liga passiert, man kann sich diese Farce nicht mehr angucken, selbst ein neunzigminütiger Blick auf die Raufasertapete ist mittlerweile spannender«. Eine Einschätzung, die wohl auch...

Carlo Ancelotti
teilt, der ein heißer Anwärter auf den Posten des FCB-Trainers ist, sollte Pep Guardiola seine Designerschuhe an den Nagel hängen. Ancelotti sagte der »Gazetta dello Sport«, dass er »Bayern-Spiele nicht genießen« könne. »Der FC Bayern wird die Bundesliga gewinnen, ohne die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen. Es gibt einfach zu wenig echten Wettbewerb«. Eine Einstellung, die insbesondere bei Matthias Sammer für Strinrunzeln bis in den Nackenbereich geführt haben dürfte. Wir indes teilen Ancelottis Einschätzungen und gehen sogar noch ein Stück weiter. Der FC Bayern würde auch dann Meister werden, wenn die Spieler in bis oben zugeschnürten Schlafsäcken auflaufen müssten, mit verbundenen Augen und drei Mann weniger.

Marc Stendera
Noch in der Vorwoche sagte Frankfurts Marc Stendera im Interview zu uns, er wolle versuchen, ein Führungsspieler zu sein, und in unserer Fantasie striegelte er sich dabei mit einer Drahtbürste seinen voluminösen Vollbart. Nur wenige Tage später ließ Stendera nun den Worten Taten folgen und schoss die kriselnde Eintracht in Hannover zum so wichtigen 2:1-Sieg. Und das sogar per Doppelpack. So bewahrheitet sich ein weiteres Mal auch die alte »Magma-Productions«-Weisheit: Zwei Stendera sind besser als einer. Ha. Zum Dank bekam Stendera bei seiner Auswechslung übrigens eine Watschn von Trainer...

Armin Veh
Und vielleicht war es auch eher Veh, der entscheidenden Anteil am Sieg der SGE in Hannover hatte. Nicht etwa wegen taktischer Kniffe, sondern weil Veh einen Mantel trug, der derart, nunja, hässlich war, dass er die 96-Spieler möglicherweise blendete. Wir würden das Muster an dieser Stelle gerne beschreiben, allerdings sind wir überzeugt, dass dann umgehend der Dämon des verstorbenen »Ed Hardy«-Designers Christian Audigier von uns Besitz ergreifen würde und wir uns noch auf dem Bürostuhl mit Textmarker und Brieföffner ein Arschgeweih tätowieren würden. Und da wir keinen Platz für ein zweites haben, lassen wir das lieber.

Johannes Geis
Nun, wenn Johannes Geis` Foul an André Hahn etwas Gutes hat, dann, dass wir nun wissen, wofür das »Geis« in »Von allen guten Geistern verlassen« steht. In der 80. Minute des Spiels zwischen Gladbach und Schalke trat Geis dem bedauernswerten André Hahn derart aufs Knie, dass wahrscheinlich selbst Mr. Fantastic von den »Fantastic Four« mit einer Bänderdehnung ausfallen würde. Womit wir bei...

André Hahn
wären, der den Rest der Hinrunde nun mit einem Bruch des Schienbeinköpfchens und einem Meniskusriss ausfällt. Wir wünschen gute Besserung. Immerhin: Geis hat sich mittlerweile glaubhaft entschuldigt und bedauert seinen Tritt sehr. Ein Umstand, den man André Hahn mitteilen sollte, sobald er aufhört, vor Schmerzen zu kotzen.