Die 11 der Hinrunde

Ein Foul, so schmutzig, dass Gina Wild es verfilmen will

Wolfgang Niersbach
Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach darf in der 11 der Hinrunde nicht fehlen, schließlich gab der Mann eine Pressekonferenz zum Besten, für die sich selbst die Mitglieder von Tic Tac Toe in Grund und Boden geschämt hätten. Eigentlich wollte Niersbach für Licht im Dunkel des DFB-Skandals sorgen, tatsächlich sagte er in den knapp 40 Minuten PK häufiger »Das weiß ich nicht« als Lukas Podolski beim »Trivial Pursuit«. Und musste in der Folge seinen Hut nehmen. Kleiner Trost: Vielleicht reicht es ja irgendwann zur »Trivial Pursuit«-Frage. Etwa: »Welcher DFB-Präsi leistete sich die desaströseste PK der Geschichte?« Mmmhhhh….

André Schubert
Wir sind uns sicher: Wenn André Schubert bereits vor 2016 Jahren gelebt hätte, hätte Jesus nicht drei Tage gebraucht, um wiederaufzuerstehen, sondern lediglich 20 Minuten. In etwa so lange hat es nämlich gedauert, bis Schubert aus einem darbenden Tabellenletzten eine wie entfesselt aufspielende Spitzenmannschaft machte, nachdem Lucien Favre in Gladbach in den Sack gehauen hatte. Mittlerweile steht die Borussia wieder da, wo Favre sie in der Vorsaison hingeführt hatte: im oberen Tabellendrittel. Und wird da wahrscheinlich auch bleiben. Amen.

Pierre-Emerick Aubameyang
Fun Fact: Pierre-Emerick Aubameyang ist so schnell, dass er diesen Eintrag über sich schon gelesen hat, bevor wir ihn fertiggeschrieben haben. Was natürlich sämtliche Gags irrelevant macht. Daher: Herzlichen Glückwunsch zu 18 Hinrundentoren!

Johannes Geis
Für einen der Aufreger der Hinrunde sorgte Schalkes Johannes Geis, der den bedauernswerten André Hahn im Spiel gegen Gladbach so übel aus den Schuhen trat, dass wir spontan eine Spendenaktion für misshandelte Kniegelenke ins Leben riefen. Hahn fiel verletzt aus, Geis selber wurde für fünf Spiele gesperrt, entschuldigte sich aber immerhin glaubhaft. Was freilich nichts daran ändert, dass sein Foul so schmutzig war, dass Gina Wild es demnächst verfilmen will.

Vedad Ibisevic
Herthas Vedad Ibisevic knipst mittlerweile schon so lange, dass die Dopingkontrolleure ihn mal umdrehen sollten, um nachzusehen, ob nicht irgendwo ein paar Duracell-Batterien stecken. 31 Jahre ist Ibisevic nun alt, wurde in Stuttgart ausrangiert und ging gerüchteweise nur zur Hertha, weil die Geriatrie-Abteilung an der Charité die besten künstlichen Hüftgelenke macht. Dann aber fing Ibisevic an, die Hertha mit seinen Toren gen Champions-League-Rang zu schießen, was wir natürlich toll fänden, wäre da nicht der fürchterliche Nebeneffekt, dass sämtliche Medien auf die bereits zu Schund gerittene Schlagzeile »Alter schützt vor Toren nicht« zurückgreifen, die bei uns Wortspielaficionados zu Sprachzentrums-Spasmen führt.

Pep Guardiola
Tja, wer es einmal beim Fleischbrät-All-You-Can-Eat unseres Fleischers war, der weiß, dass Gewinnen nicht immer Spaß macht. Ähnlich wird es Pep Guardiola in seiner sich dem Ende nähernden Zeit bei den Bayern gegangen sein. Nicht nur, weil er ja auch irgendwie etwas Fleischbrätiges an sich hat, sondern vor allem, weil er mit dem FCB in der Bundesliga in etwa so viel Gegenwehr spürt wie Helene Fischer in den Single-Charts. Weswegen der Supersupertrainer nun nach England weiterzieht und Platz macht für Carlo Ancelotti. Übrigens derselbe Carlo Ancelotti, der noch im Oktober sagte: »Der FC Bayern wird die Bundesliga gewinnen, ohne die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen. Bayern spielt einen super Fußball, aber ich muss gestehen, dass ich Bayerns Spiele nicht genießen kann. Es gibt einfach zu wenig echten Wettbewerb.« Aber das nur so nebenbei.