Die 10 größten Winter-Transferflops

Paradiesvögel und Weltstars

Abel Xavier (Hannover 96/2004)

Mit der Verpflichtung von Abel Xavier erhofften die Niedersachsen einen Transfercoup gelandet zu haben. Schließlich las sich die Vita des extrovertierten Portugiesen mit Vereinen wie Benfica Lissabon, FC Liverpool oder Galatasaray Istanbul beeindruckend. Doch im Training fiel der 20-fache Nationalspieler Portugals eher durch seine blondierte Haarpracht als seine Leistung auf. So kam der Innenverteidiger, der von den 96-Fans liebevoll »Streifenhörnchen« getauft wurde, nur auf fünf Bundesligapartien. 

Umso mehr überraschte es, dass Xavier anschließend zum AS Rom wechselte. Bei seiner nächsten Station dem FC Middlesbrough wurde der Wandervogel für ein Jahr wegen Dopinggebrauchs gesperrt. Nicht seine erste längere Sperre. Die UEFA sperrte Xavier bereits für neun Monate, nachdem er zu heftig gegen den von ihm verursachten Handelfmeter im EM Halbfinale gegen Frankreich protestierte. Xavier sah den Grund für seine Sperre jedoch in seiner Haarpracht »Es wäre verrückt, aber vielleicht haben sie mich für meine Haare bestraft«. Mittlerweile coacht der zum Islam konvertierte Xavier sein Geburtsland Mosambik und hat seinen Vornamen in Faisal geändert. Irgendwie muss man ja auffallen, wenn dem Frisör die Ideen ausgehen.

Jari Litmanen (Hansa Rostock/2005)

Im Januar 2005 freute man sich beim FC Hansa einen echten Weltstar ins beschauliche Rostock gelotst zu haben. Der Rekordnationalspieler Finnlands war ja bereits bei Ajax Amsterdam, dem FC Barcelona und dem FC Liverpool aktiv. Doch während die einen in dem blassen Finnen ihren Messias sahen, verglichen andere den Wechsel des ehemaligen Champions-League-Siegers zu Hansa mit dem Beitritt Pavarottis in eine Heavy-Metal-Band. 

Letztere sollten Recht behalten, denn nach 13 Spielen und nur einem mageren Törchen verließ Litmanen den Ostseeklub wieder. Er konnte den Abstieg in die Zweite Liga nicht verhindern. Nach Engagements bei Malmö FF und dem FC Fulham beendete Litmanen 2012 seine Karriere beim HJK Helsinki mit 41 Jahren. Für Spott sorgte immer wieder sein chronisches Verletzungspech, dass im Gegensatz zu seinen Klubspielen komischerweise nie seine Länderspielteilnahmen betraf. Ihn selbst wird das nur wenig kümmern, hat er es doch kürzlich ins Legenden-Team bei FIFA 17 geschafft.

Taribo West (1. FC Kaiserslautern/2002)

Taribo West, quasi der nigerianische Abel Xavier, sollte 2002 die Abwehrsorgen des 1.FC Kaiserslautern beenden. Das wurde nichts. Der Linksverteidiger blieb in seinen zehn Spielen weit hinter den Erwartungen zurück und fiel mehr durch seine grün- oder zeitweise rotgefärbten Haarzöpfe auf. Kurios auch sein Abgang: Lautern suspendierte den nigerianischen Nationalspieler weil sich West vor einem Spiel krankmeldete, doch tatsächlich stattdessen in Mailand vor einer Christengemeinschaft predigte.

Nach seiner Zeit bei den Roten Teufeln schloss sich West Partizan Belgrad an. Deren Ex-Präsident Zarko Zezevic sorgte mit der Aussage für Aufmerksamkeit, dass bei einer sportmedizinischen Untersuchung herausgekommen sei, dass der Nigerianer in Wahrheit 12 Jahre älter sei. Nach weiteren Stationen beendete der Paradiesvogel seine Karriere 2007 im Alter von 34 Jahren. Oder halt 46 Jahren.