Deshalb ist Gladbach eine Wundertüte

Gute Halbzeit, schlechte Halbzeit

Eine Woche Debakel, die nächste Woche Triumph: Deshalb agiert Borussia Mönchengladbach in dieser Saison derart wankelmütig.

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Borussia Mönchengladbach ist die größte Wundertüte dieser Saison. An einem Wochenende gehen sie mit 1:5 gegen Bayer Leverkusen unter, nur um in der nächsten Woche mit einem 3:1 gegen Hoffenheim wieder aufzuerstehen. Es war nicht die erste Gladbacher Schwankung in dieser Saison. Vor sechs Wochen holten sie in der englischen Woche ein Unentschieden gegen Leipzig und einen souveränen Sieg gegen Stuttgart, nur um sich dann am Wochenende von Borussia Dortmund 1:6 abschlachten zu lassen.

Wieso schwankt Gladbach in den eigenen Leistungen derart stark? Wir liefern mögliche Gründe für Gladbachs Berg-und-Tal-Fahrt.

1. Gladbach reiht keine zwei guten Halbzeiten aneinander – im wahrsten Sinne des Wortes
1:0 zur Pause gegen Leverkusen. 1:5 bei Abpfiff. 0:1 gegen Hoffenheim zur Pause. 3:1 zum Abpfiff. Gladbach gelingt es derzeit nicht, über neunzig Minuten eine konstante Leistung abzuliefern. Ähnliche Schwankungen gab es bereits in den Partien gegen Bremen (stärkere erste Halbzeit) und gegen Stuttgart (stärkere zweite Halbzeit).

Gladbach ist keine Mannschaft, die verschiedene taktische Pläne mitbringt. Dieter Hecking hält meist an seiner Mischung aus 4-2-3-1 und 4-4-2 fest, verändert die Mannschaften nur in Nuancen, so etwa über die Einwechslung bestimmter Spielertypen. Wenn der Gegner wie Leverkusen vor einer Woche die Taktik umwirft, fehlt Gladbach die Antwort. Wenn sie aber im Verlaufe der Partie mit ihrer Taktik besser ins Spiel finden und der Gegner nicht umstellt, können sie eine verloren geglaubte Partie drehen. Das liegt auch an ihrer Laufstärke: Gladbach läuft im Durchschnitt mehr als 90% aller Bundesliga-Teams. 

2. Gladbach beherrscht das Spiel mit dem Ball
Dass ein Rückstand für Gladbach nicht gleichbedeutend mit einer Niederlage ist, liegt unter anderem an ihrem guten Ballbesitzspiel. Die Gladbacher sind gegen jeden Gegner in der Lage, aus dem Spielaufbau Chancen zu kreieren. Mit Lars Stindl und Raffael-Ersatzmann Thorgen Hazard verfügen sie über flexible Stürmer, die sich häufig fallen lassen. Sie sorgen für Verbindungen zwischen Defensive und Offensive.

Im Vergleich zur Vorsaison hat sich vor allem die Doppelsechs gesteigert. Neuzugang Denis Zakaria entpuppt sich als Volltreffer. Er überzeugt sowohl als tiefer Spielgestalter als auch als dynamischer Antreiber in höheren Zonen. Er weist die ligaweit beste Passquote eines Mittelfeldspielers vor (92%) - und das, obwohl er keineswegs nur Sicherheitspässe spielt. Am Wochenende überzeugte zudem Matthias Ginter als Kramer-Ersatz im zentralen Mittelfeld, anders als der junge Mickaël Cuisance in der Vorwoche.

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