Der Wolfsburg-Bielefeld-Verschwörung auf der Spur

»...so es denn existiert«

Die auf den ersten Blick so steile Hypothese scheint zu verfangen: Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel glaubt inzwischen, dass es die angeblich achtzehntgrößte Stadt in diesem unseren Lande gar nicht gibt. Als sie im November 2012 bei der Verleihung des Deutschen Sozialpreises von ihren Bürgergesprächen erzählte, erinnerte sie sich auch an eine Veranstaltung im ominösen Bielefeld und fügte an: »… so es denn existiert.« Mit welchen »Bürgern« sie gleichwohl gesprochen haben könnte, blieb ebenso ungeklärt wie die Frage, ob Aliens eigentlich die CDU wählen. 

Aua näxt Schtopp is not Wolfsbörg

Um die Existenz Wolfsburg zu widerlegen, braucht es indes keine aufwendige Theorie, auch keine Bundeskanzlerin, sondern nur einen schlichten Zugfahrplan der Bahn. Obwohl »Wolfsburg« auf der Strecke von Berlin nach Hannover als Haltebahnhof ausgegeben, ja sogar als solcher angesagt wird (»Aua näxt Schtopp is Wolfsbörg, jur Konnäktschens ar Ritschenäl Äxpräs tu…«), bremsen Lokführer dort in schöner Regelmäßigkeit nicht einmal ab. Ist es Geringschätzung, ist es Unkenntnis, gibt es Wolfsburg schlichtweg nicht?

Die Bahn kann die paranormalen Vorkommnisse nicht erklären, will der Sache laut einer Pressemeldung von 2011 aber auf den Grund gehen – bislang ohne Ergebnis. Sollte es Wolfburg tatsächlich nicht geben – was selbst diejenigen vermuten – die schon einmal da waren, laufen Untersuchungen der Bahn-Experten vor Ort naturgemäß ins Leere. In Stendal – Stendal! – übrigens halten die ICEs zuverlässig. 

So bleibt die Frage: Wer spielt da heute Abend eigentlich gegen wen? Konspirative Aliens gegen auf dem Bahnsteig vergessene Zugreisende, die seit Jahren verzweifelt versuchen, »Wolfsburg« zu verlassen, doch kein ICE nimmt sie mit? Ein jedenfalls schwer einzuschätzendes Duell, dessen Ergebnis kaum vorherzusehen ist. In den asiatischen Wettbüros wird zur Stunde hektisch geraucht. Früher war alles besser. Da gab es wenigstens noch Spiele, die es gar nicht gab.