Der Stadionnichtbau zu Zwickau

Der letzte Knüppel?

»Es wird aber weitergehen, wenn dann auch in einem anderen Rahmen«, verneint Schade nun die Befürchtung einiger Fans, dass der Verein existenziell bedroht ist. Selbst ein Umzug in eine Kommune im Umland, die bereit wäre, ein kleines, aber feines Stadion zu bauen, wäre denkbar. Die Regionalliga sei dann aber das höchste der Gefühle, man müsse sich dann mit Vereinen wie Auerbach, Bautzen oder Plauen statt Aue, Chemnitz oder Dresden messen.

Neue Hoffnungen

Seit dieser Woche gibt es zumindest wieder neue Hoffnung auf die Fortsetzung des Stadionneubaus. Am vergangenen Donnerstag stürmten hunderte Fans die Stadtratssitzung, sie überreichten der Oberbürgermeisterin 14.135 Unterschriften, die sie in der etwas mehr als 90.000 Menschen zählenden Stadt gesammelt hatten. Die Aktion hatte Erfolg: Auch ein wenig eingeschüchtert hat der Stadtrat den Stadionbau vorerst nicht gestoppt.

Die CDU ergänzte am Ende den Antrag so, dass sie dem Bau zustimmt, wenn das Rathaus innerhalb von drei Wochen eine saubere Finanzierung nachweisen kann. Die Planungen werden solange nicht unterbrochen. Sollten die Zahlen aber nicht stimmen, würde Ende Oktober noch mal abgestimmt. Beim FSV Zwickau sind sie nun vorsichtig optimistisch, dass es diesmal wirklich klappen könnte.

»Ich hoffe, dass war der letzte Knüppel, den sie uns zwischen die Beine geworfen haben«, sagt Schade. Die politischen Gegner betonen, sie würden die demokratische Entscheidung akzeptieren. Diesmal. Den Namen eines lokalen Politikers wird das Stadion wohl trotzdem nicht bekommen, auch nicht den von Rainer Radke. Dessen »drei bis vier oder fünf Jahre vielleicht« waren bereits mit dem Ende des letzten Jahrhunderts verstrichen.